(openPR) Diesem Thema ist die diesjährige Fachtagung im Rahmen der Mitgliederversammlung des pro familia-Bundesverbands gewidmet. Sie findet am 8. Mai 2010 von 14:00 bis 19:30 Uhr im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn statt.
Die Globalisierung macht auch vor der Kinderwunschbehandlung nicht halt. Längst nutzen Frauen und Paare die Möglichkeit, reproduktionsmedizinische Maßnahmen im Ausland durchzuführen, die in Deutschland verboten oder mit höheren Kosten verbunden sind.
Laut Charta der sexuellen und reproduktiven Rechte, die pro familia mit unterzeichnet hat, haben „Alle Klientinnen und Klienten, die Dienstleistungen der sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen wollen, das Recht auf Zugang zu allen Reproduktionstechnologien, die sicher und akzeptabel sind.“
Die institutionelle Beratung von pro familia findet in diesem Spannungsfeld statt: zwischen gesetzlichen Vorgaben, die von immer mehr KlientInnen umgangen werden, und dem Anspruch der BeraterInnen, sich für die Rechte ihrer Klientinnen und Klienten einzusetzen.
Ziel dieser Fachtagung ist es, aktuelle Informationen zum Thema zu liefern und sich einer gemeinsamen Haltung zum Thema Reproduktionsmedizin anzunähern. Es wird um die Frage gehen, welche reproduktionsmedizinischen Angebote von KlientInnen im Ausland genutzt werden und welche Gründe dafür maßgeblich verantwortlich sind. Im Zentrum der Diskussion wird die Frage stehen, wie gewährleistet werden kann, dass Frauen /Paare mit Kinderwunsch umfassende, sichere und neutrale Informationen bekommen. Denn nur so können Gesundheitsrisiken abgewendet und selbstbestimmte Entscheidungen ermöglicht werden.
Tagungsadresse:
Gustav-Stresemann-Institut, Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn-Bad Godesberg, Tel: (0228) 81 07-0, Fax: (0228) 81 07-198
Programm:
14:00 – 14:15 Uhr Begrüßung, Dr. Gisela Notz, Vorsitzende pro familia-Bundesverband, Marianne Hürten, Vorsitzende pro familia-Landesverband
Nordrhein-Westfalen
14:15 Uhr – 14:55 Reproduktionsmedizinische Versorgung im europäischen
Ausland – aktuelle Datenlage und Diskussionsstand, Dr. phil. Petra Thorn, Familientherapeutin und Vorsitzende BKiD e.V., Mörfelden
14:55 Uhr Single-Embryo-Transfer mit Embryoselektion und die Anwendung im europäischen Ausland, Dorothee Kleinschmidt, Ärztin, Familientherapeutin pro familia Bochum, Vorstand BKiD e.V., Bochum
15:35 Uhr Die europäische und internationale Regulierung der Eizellenspende – zur Notwendigkeit transnationaler Normbildung, PD Dr. phil. Ingrid Schneider, Universität Hamburg, Forschungsgruppe Technologiefolgenabschätzung der modernen Biotechnologie in Medizin und Neurowissenschaften (FSP BIOGUM), Hamburg
16:45 Uhr Themenspezifische Workshops
Workshop 1 – Bewertung des Single-Embryo-Transfers und der Embryoselektion unter Berücksichtigung der sexuellen und reproduktiven Rechte aller Beteiligten
Workshop 2 – Kinderwunschbehandlung im europäischen Ausland – ein ethisches Dilemma für die psychosoziale Beratung?
Workshop 3 – Wie sollte eine europäische/internationale Regulierung zur Eizellenspende aussehen? Welche Mindeststandards sind dabei einzuhalten? Vertiefung der Vortragsinhalte
18:30 Uhr Podiumsdiskussion: Kinderwunschbehandlung – zwischen Selbstbestimmung und gesetzlicher Regulierung. Braucht die Kinderwunschbehandlung gesetzliche Grenzen und moralische Standpunkte oder sollten Frauen und Männer nach ihren eigenen Wertehaltungen selbst entscheiden können?
Moderation: Dr. Ute Sonntag, stellvertretende Geschäftsführerin der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen, Hannover









