(openPR) Die Welt war vor wenigen Wochen erschüttert von der Geschichte eines jungen Mannes, der über 20 Jahre als Patient im Wachkoma gepflegt worden war. Niemand hatte bemerkt, dass der Mann bei Bewusstsein war, sich aber nicht bemerkbar machen konnte. Ein grausames Schicksal - und ein Thema, das normalerweise in ein stilles Dasein fristet. Auch bei uns im Land werden Menschen im Wachkoma zwar sehr intensiv, aber eben auch sehr kostenintensiv gepflegt. Vielen betroffenen Familien geht ein solches Schicksal emotional an die Substanz. Aber auch die entstehenden Kosten bedrohen häufig den Zusammenhalt der Familien. Denn Angehörige und auch Wachkoma- Patienten können noch während der Reha-Phase zum Sozialfall werden. Versicherungen übernehmen meist nur Teile der anfallenden Kosten, die in vielen Fällen 5000 Euro und mehr pro Monat betragen können. Das will die Interessenvertretung „Landesarbeitsgemeinschaft PHASE F in Schleswig-Holstein und Hamburg“ jetzt ändern. Wie im Nachbarland Niedersachsen will die LAG, ein Zusammenschluss aller beteiligten Pflegeeinrichtungen, auch für die beiden nördlichsten Bundesländer erreichen, dass Angehörige bei den Kosten entlastet werden.
„Wir wollen erreichen, dass Angehörige von schwerst Schädel-Hirn-Traumatisierten finanziell beweglich bleiben, damit sie weiterhin die Kraft für eine angemessene Begleitung der Betreuung unserer Patienten finden“, so der Sprecher der LAG Phase F, Gerhard Frerker. „Fast täglich haben wir es mit Menschen zu tun, die uns ihr Leid klagen, weil sie nicht mehr ein noch aus wissen. Die Kosten übersteigen rasend schnell die Möglichkeiten vieler. Die Kosten übersteigen rasend schnell die finanziellen Möglichkeiten vieler. Oftmals müssen daher auch Rücklagen eingebracht werden. Um dies zum Wohle aller Betroffenen zu verändern, müssen die Kassen sich an den Kosten für die medizinische Behandlungspflege beteiligen. Wir sind zuversichtlich, dass wir aufgrund unserer Initiative die Situation für alle Beteiligten erfolgreich verbessern können“, so Frerker weiter.
Die Landesarbeitsgemeinschaft Phase F besteht bereits seit fast fünf Jahren. Elf Einrichtungen in Schleswig-Holstein und Hamburg kümmern sich seit 2006 schwerpunktmäßig um Menschen mit schwersten Schädigungen des Nervensystems. Die Patientinnen und Patienten leiden unter meist schweren, wahrscheinlich bleibenden oder fortschreitenden Funktionsstörungen. Hier eine menschenwürdige Pflege weiterhin zu gewährleisten, verbunden mit einer Entlastung der betroffenen Familien, das ist das Anliegen der LAG Phase F.















