28.04.2010 - 09:55 - Kunst & Kultur

Eröffnung der neuen Sonderausstellung: "Im Auftrag seiner Majestät"

Pressemitteilung von: Oberschlesisches Landesmuseum

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Bildnis Friedrich Wilhelm Graf von Reden. Fotonachweis LWL-Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Die Reise des Oberbergrats Friedrich Wilhelm von Reden von Oberschlesien ins Ruhrtal

Eine Ausstellung in Verbindung mit dem LWL-Industriemuseum,
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

Friedrich Wilhelm Graf von Reden hat die industrielle Entwicklung in Oberschlesien sehr gefördert. Geboren wurde er am 23. März 1752 in Hameln. Nach gründlicher Ausbildung im Bergfach und in der Jurisprudenz sowie der obligaten Bildungsreise nach Frankreich und England wurde Reden nach kurzer Tätigkeit in der Hannoveraner Kammer von seinem Onkel, dem preußischen Bergbauminister Friedrich Anton Freiherr von Heynitz, in preußische Dienste berufen. 1779 wurde er zum Direktor des Schlesischen Oberbergamtes ernannt.

Im Jahr 1782 reiste er im Auftrag des preußischen Bergwerksministers auch ins Ruhrtal. Sein Bericht liefert von dort ein detailliertes Situationsbild des Steinkohlebergbaus. Zu dieser Zeit befand sich der Bergbau im Ruhrtal noch in den Anfängen. Schlesien besaß durch Redens Wirken bereits eine höhere technische Entwicklungsstufe.

Reden schuf auf der Grundlage des traditionsreichen aber entwicklungsbedürftigen Bergbaus in Oberschlesien in 25 Jahren eine blühende Montanregion. Er sorgte für die Infrastruktur, indem er die Transportwege verbesserte, Wasserstraßen schuf, Bergarbeitersiedlungen bauen ließ, sich um die allgemeine Schulbildung und den bergmännischen Nachwuchs kümmerte. Sein geologischer Spürsinn ließ ihn neue Lagerstätten finden, und seine naturwissenschaftlichen und technischen Kenntnisse erlaubten ihm, sie zu erschließen. Er führte technische Neuerungen ein, z. B. die Gewinnung von Stahl mit Hilfe von Koks (seit 1789) oder 1788 eine englische Dampfmaschine zur Wasserhaltung im Bergbau, die dann in Schlesien nachgebaut wurde.

1786 wurde Reden in Anerkennung seiner Verdienste um den schlesischen Bergbau in den Grafenstand erhoben. 1802 wurde er Nachfolger seines Onkels Friedrich Anton Freiherr von Heynitz als preußischer Bergbauminister und verwaltete dieses Amt bis 1807. Er zog sich auf sein Schloss und Mustergut Buchwald im Riesengebirge zurück, wo er am 3. Juli 1815 starb.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist Redens Beschreibung des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet. Gleichzeitig ruft die Ausstellung die bedeutende Persönlichkeit und das umtriebige Wirken des späteren preußischen Bergwerksministers von Reden in Erinnerung. Modelle aus dem Bergbau, historische Grafiken, Archivalien, Statuetten, Plaketten, ein repräsentatives Teeservices sowie Exponate aus eigenem Bestand sind zu sehen. Redens schlesisches Lebensumfeld mit Wohnsitz auf Schloss Buchwald, heute Bukowiec, am Riesengebirge, wird ebenfalls beleuchtet.

Eröffnung: Sonntag, 2. Mai 2010, 15 Uhr

Einführung in die Ausstellung: Dr. Olaf Schmidt-Rutsch,
Wissenschaftlicher Referent beim LWL-Industriemuseum, Zeche Nachtigall

Die Ausstellung ist bis zum 26.9.2010 Dienstag bis Sonntag von 11 - 17 Uhr zu sehen.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Oberschlesisches Landesmuseum
Dr. Susanne Peters-Schildgen
Bahnhofstr. 62
40883 Ratingen

Tel: 0 21 02 / 96 50, Fax: 965 400
e-Mail: / Internet: www.oslm.de

Oberschlesien fasziniert durch seine Kunstdenkmäler, seine wechselhafte Geschichte und Gegensätze: altes Bauernland und frühes Industrierevier, kirchlich geprägt und mehrsprachig, mal Brücke, mal Zankapfel zwischen Polen, Deutschen und Tschechen, zwischen Habsburg und Preußen. An die tausend Kilometer von seiner Bezugsregion an der Oder entfernt, entstand 1983 in Ratingen (Hösel) das Oberschlesische Landesmuseum als Einrichtung der 1970 gegründeten Stiftung Haus Oberschlesien.
Im oberen Stockwerk des 1998 bezogenen Neubaus zeigt die Dauerausstellung mit drei Themenschwerpunkten Oberschlesien vom Mittelalter bis zum Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert, Oberschlesien als bedeutendes Industrierevier sowie Oberschlesien und seine Menschen in der europäischen Politik des 20. Jahrhunderts. Zu sehen sind kostbares Silber, Fayencen, Textilien, historische Karten und Dokumente, Orts- und Industrieansichten, Stadtmodelle Eisenkunstguss-Erzeugnisse, Vereinsfahnen, persönliche Lebenszeugnisse und vieles mehr.
Neue Wege zur Erforschung und Darstellung von Geschichte, Kunst und Kultur dieser Region haben sich nach der politischen Wende von 1989/90 geöffnet. Vielfältige Möglichkeiten zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Museen und kulturellen Einrichtungen im heutigen Oberschlesien haben sich seither ergeben. Laufend finden gemeinsame Ausstellungsvorhaben an wechselnden Orten statt. Die thematische Bandbreite umfasst Kunst und Kulturgeschichte, Aspekte der Industriekultur, des Kulturgutschutzes ebenso wie Geologie und Naturkunde. Als kulturelle Mitte des Stadtteils Hösel bietet das Oberschlesische Landesmuseum außerdem Veranstaltungen an, die auf Ratingen und seine nähere Umgebung bezogen sind. Führungen, Vorträge und museumspädagogische Angebote ergänzen das Programm.

Dem Fachbesucher stehen nach Anmeldung eine reichhaltige Bibliothek sowie diverse Informationsangebote zur Verfügung.

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