22.03.2010 - 12:03 - Politik, Recht & Gesellschaft
Zum Weltwassertag 2010: DESWOS baut Trinkwasseranlage für indische Schüler
Pressemitteilung von: DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V.
Köln, 22. März 2010 - „Sauberes Wasser für eine gesunde Welt“ lautet das Motto des diesjährigen Weltwassertages 2010, der jedes Jahr zum 22. März von den Vereinten Nationen ausgerufen wird. Warum gibt es überhaupt diesen internationalen Weltwassertag? Die Antwort verweist auf einen eklatanten Misstand: Weil über eine Milliarde Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Wasser haben und weil jedes Jahr 1,5 Millionen Kinder an Krankheiten sterben, die durch verseuchtes Wasser übertragen werden. Für die Kölner Fachorganisation DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. hat sauberes Trinkwasser deshalb höchsten Stellenwert.
Welche Bedeutung dem knappen Gut Wasser zukünftig beigemessen werden muss, machen die Vereinten Nationen mit ihrem Appell zum Weltwassertag am 22. März klar. Sie fordern ein stärkeres Bewusstsein dafür, sich den zunehmenden Herausforderungen an den Erhalt einer guten Wasserqualität zu stellen. Dabei geht es sowohl um weiterhin tragfähige Ökosysteme als auch um die menschliche Gesundheit, die in den meisten Entwicklungsländern eng mit der verfügbaren Wasserqualität verbunden ist. Organisationen und Regierungen weltweit, aber auch jeder Einzelne von uns, sind aufgefordert, sich aktiv für einen vorbeugenden Schutz der Qualität des Wassers einzusetzen.
Für die Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Eltern der Dorfschule in Ponnimandurai im indischen Bundesstaat Tamil Nadu wird es zukünftig sauberes Trinkwasser geben. Durch Unkenntnis und mangels Alternativen tranken die Dorfbewohner jahrelang das Brunnenwasser, das durch giftige Abwässer umliegender Gerbereien mit Chemikalien hoch belastet ist. Besonders die Kinder leiden an Darm- und Infektionskrankheiten. Durchfall ist bei Kleinkindern eine häufige Todesursache. Daran sterben mehr Kinder als an Malaria oder Masern zusammen. In Ponnimandurai hat sich bisher kaum jemand um die Qualität des Trinkwassers gekümmert. Die Dorfbewohner gehören zu den Dalits, den „Unberührbaren“. Sie sind für die Gerbereien willige und billige Arbeitskräfte. Ihre gefährdete Gesundheit erscheint als ein nachrangiges Problem, obwohl in der Region das Wasser schon so verseucht ist, dass es am Oberflächenwasser durch einen schmutzigen Film sichtbar wird. Die meisten Dorfbewohner leiden an Magen- und Darmkrankheiten und großflächigen Hautausschlägen. Auch Tiere und Pflanzen sind betroffen, die Kühe büßen ihren Milchertrag ein und die Aussaat verkümmert auf den Feldern.
Gemeinsam mit ihrem indischen Projektpartner Dindigul Multipurpose Social Service Society (DMSSS) fördert die DESWOS in der Middle School Ponnimandurai eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung. Das verseuchte Grundwasser wird im so genannten umgekehrten Osmoseverfahren zu sauberem Trinkwasser aufbereitet. Selbstverständlich ist es für alle da, nicht nur für die Schulkinder. Die Schülerinnen und Schüler sollen aber eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der hygienischen Verhaltensregeln im Umgang mit Wasser und bei der persönlichen Hygiene überhaupt haben.
Um die Krankheiten zu vermeiden, die durch schlechtes Wasser verursacht werden, ist Aufklärung nötig. Warum das Wasser filtrieren oder abkochen, warum die Hände mehrfach am Tag waschen, warum die Trinkgefäße sauber halten? Die Kinder tragen die einfachen, aber wichtigen Regeln zur Körperhygiene, Toilettenbenutzung und Händewaschen nach Hause – denn in ländlichen Haushalten ist Hygiene immer noch keine Selbstverständlichkeit. Die größere Herausforderung steht den Dorfbewohnern allerdings noch bevor. Sie haben erfahren, wie knapp und wertvoll ihr Zugang zu sauberem und sicherem Wasser ist. Das auch den Besitzern der Gerbereien zu vermitteln, die aus Profitgier gegen Umweltauflagen verstoßen, dürfte kaum ohne Konflikte möglich sein. Die größten Wasserverschmutzer sind für viele Dorfbewohner gleichzeitig ihre Arbeitgeber. Sie müssten wohl deutlich machen, dass nur gesunde Arbeiter auch leistungsfähige Arbeiter sind.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
DESWOS
Deutsche Entwicklungshilfe
für soziales Wohnungs-
und Siedlungswesen e.V.
Werner Wilkens
Innere Kanalstraße 69
50823 Köln
Telefon ++49 221 57 989 60
Telefax ++49 221 57 989 99
E-Mail
Die DESWOS ist ein privater gemeinnütziger Verein. Er wird von den im GdW organisierten Verbänden und deren Mitgliedern getragen. Auftrag der DESWOS ist es, Wohnungsnot und Armut in Entwicklungsländern zu bekämpfen. Dies geschieht durch Hilfe zur Selbsthilfe beim Bau von Wohnraum für Not leidende Familien und bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenzen. Es sind über 660 Wohnungsunternehmen des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und über 170 Privatpersonen der Wohnungswirtschaft Mitglied der DESWOS.
Welche Bedeutung dem knappen Gut Wasser zukünftig beigemessen werden muss, machen die Vereinten Nationen mit ihrem Appell zum Weltwassertag am 22. März klar. Sie fordern ein stärkeres Bewusstsein dafür, sich den zunehmenden Herausforderungen an den Erhalt einer guten Wasserqualität zu stellen. Dabei geht es sowohl um weiterhin tragfähige Ökosysteme als auch um die menschliche Gesundheit, die in den meisten Entwicklungsländern eng mit der verfügbaren Wasserqualität verbunden ist. Organisationen und Regierungen weltweit, aber auch jeder Einzelne von uns, sind aufgefordert, sich aktiv für einen vorbeugenden Schutz der Qualität des Wassers einzusetzen.
Für die Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Eltern der Dorfschule in Ponnimandurai im indischen Bundesstaat Tamil Nadu wird es zukünftig sauberes Trinkwasser geben. Durch Unkenntnis und mangels Alternativen tranken die Dorfbewohner jahrelang das Brunnenwasser, das durch giftige Abwässer umliegender Gerbereien mit Chemikalien hoch belastet ist. Besonders die Kinder leiden an Darm- und Infektionskrankheiten. Durchfall ist bei Kleinkindern eine häufige Todesursache. Daran sterben mehr Kinder als an Malaria oder Masern zusammen. In Ponnimandurai hat sich bisher kaum jemand um die Qualität des Trinkwassers gekümmert. Die Dorfbewohner gehören zu den Dalits, den „Unberührbaren“. Sie sind für die Gerbereien willige und billige Arbeitskräfte. Ihre gefährdete Gesundheit erscheint als ein nachrangiges Problem, obwohl in der Region das Wasser schon so verseucht ist, dass es am Oberflächenwasser durch einen schmutzigen Film sichtbar wird. Die meisten Dorfbewohner leiden an Magen- und Darmkrankheiten und großflächigen Hautausschlägen. Auch Tiere und Pflanzen sind betroffen, die Kühe büßen ihren Milchertrag ein und die Aussaat verkümmert auf den Feldern.
Gemeinsam mit ihrem indischen Projektpartner Dindigul Multipurpose Social Service Society (DMSSS) fördert die DESWOS in der Middle School Ponnimandurai eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung. Das verseuchte Grundwasser wird im so genannten umgekehrten Osmoseverfahren zu sauberem Trinkwasser aufbereitet. Selbstverständlich ist es für alle da, nicht nur für die Schulkinder. Die Schülerinnen und Schüler sollen aber eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der hygienischen Verhaltensregeln im Umgang mit Wasser und bei der persönlichen Hygiene überhaupt haben.
Um die Krankheiten zu vermeiden, die durch schlechtes Wasser verursacht werden, ist Aufklärung nötig. Warum das Wasser filtrieren oder abkochen, warum die Hände mehrfach am Tag waschen, warum die Trinkgefäße sauber halten? Die Kinder tragen die einfachen, aber wichtigen Regeln zur Körperhygiene, Toilettenbenutzung und Händewaschen nach Hause – denn in ländlichen Haushalten ist Hygiene immer noch keine Selbstverständlichkeit. Die größere Herausforderung steht den Dorfbewohnern allerdings noch bevor. Sie haben erfahren, wie knapp und wertvoll ihr Zugang zu sauberem und sicherem Wasser ist. Das auch den Besitzern der Gerbereien zu vermitteln, die aus Profitgier gegen Umweltauflagen verstoßen, dürfte kaum ohne Konflikte möglich sein. Die größten Wasserverschmutzer sind für viele Dorfbewohner gleichzeitig ihre Arbeitgeber. Sie müssten wohl deutlich machen, dass nur gesunde Arbeiter auch leistungsfähige Arbeiter sind.
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