19.03.2010 - 17:37 - Politik, Recht & Gesellschaft

Tibetische Schüler in Machu protestieren trotz scharfer Sicherheitsmaßnahmen, zahlreiche Festnahmen

Pressemitteilung von: IGFM München

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Militärpolizisten in schwarzen Uniformen (Archivbild)
Kathmandu - Wie Augenzeugen berichteten, protestierten am 14. März, dem zweiten Jahrestag der landesweiten Demonstrationen von 2008, Dutzende von tibetischen Mittelschülern im Bezirk Machu, TAP Kanlho, in der westchinesischen Provinz Gansu gegen die einschneidenden staatlichen Kontrollmaßnahmen.

In der tibetischen Hauptstadt Lhasa ignorierten Straßenhändler die behördliche Anweisung, ihre Läden wie sonst auch geöffnet zu halten und begingen den Tag in stiller Trauer, wie von Einwohnern der Stadt zu erfahren war.

„Am 14. März um 11 oder 12 Uhr protestierten etwa 30 Schüler der tibetischen Mittelschule in Machu (chin. Maqu) auf den Straßen in der Nähe der Kreisverwaltung“, verlautet aus einer dortigen Quelle. „Bald schlossen sich ihnen 500 bis 600 andere Tibeter an“. „Sie skandierten Parolen über den Mangel an Freiheit und forderten Unabhängigkeit für Tibet“, fügte er hinzu. Die Protestler wurden bald von Sicherheitskräften umzingelt, die mindestens 40 von ihnen festnahmen.

Die Festnahmen brachten die dortigen Tibeter, die mehr als 50% der Bevölkerung der Gegend ausmachen, noch mehr auf. „400 oder 500 Leute strömten nun vor den Regierungsgebäuden zusammen und forderten die Freilassung der Festgenommenen“, sagte ein Bewohner von Machu. Seine Aussage wurde auch von anderen Quellen bestätigt.

Mehrere Bewohner von Machu schätzen, daß wegen der eskalierenden Spannung 3.000 zusätzliche chinesische Sicherheitskräfte in der Gegend stationiert wurden.

„Einige der Protestierenden riefen „Lang lebe der Dalai Lama“ und verlangten greifbare Resultate der sino-tibetischen Gespräche“, sagte Dolkar Kyab, ein aus Machu stammender Tibeter, der nun in Dharamsala lebt. „Es gelang ihnen, etwa 30 bis 40 Minuten zu protestieren, ehe sie von bewaffneter Polizei umringt wurden“, fügte er unter Berufung auf lokale Quellen hinzu.

Dolkar Kyab sagte, der Grund für den Unmut der Schüler sei der verweigerten Genehmigung ihres Antrags auf Abhaltung eines Forums unter dem Motto „Tibeter stehen in Freude und Schmerz zusammen“ zuzuschreiben, sowie dem behördlichen Verbot der Begehung des 10. März, des Tages des Volksaufstandes von 1959, der den Dalai Lama zur Flucht ins Exil veranlaßte.

Ein Beamter im Public Security Bureau (PSB) von Machu, der per Telefon um Auskunft gebeten wurde, wollte nichts zu dem Protest sagen und meinte nur „Ich habe keine Informationen über diesen Zwischenfall“. Eine Beamtin der Bezirksregierung von Machu, die sich als Tibeterin ausgab, erklärte ebenfalls: „Ich weiß nichts über diese Sache“.

Die Tibetische Mittelschule von Machu hat ungefähr 1.500 Schüler. Viele Tibeter in der Gegend sind Nomaden, aber nicht bedürftig. Als die dortigen Bewohner 2008 gegen die chinesische Herrschaft protestierten, wurden viele von ihnen festgenommen und später zu harten Strafen verurteilt. „Alle Hotels und Restaurants im Besitz von Tibetern wurden geschlossen“, fügte Dolkar Kyab hinzu.

In der tibetischen Hauptstadt Lhasa, wo am 14. März eine erdrückende Präsenz von paramilitärischen Kräften herrschte, protestierten die Ladenbesitzer, indem sie ihre Geschäfte geschlossen hielten.

„Man hatte ihnen befohlen, ihre Läden wie üblich zu öffnen, und damit gedroht, ihnen ihre Verkaufsstände und Buden wegzunehmen, falls sie sich nicht an die Verordnung hielten“, sagte ein Einwohner von Lhasa. „Die Tibeter hielten ihre Läden trotzdem geschlossen und verbrachten den 14. März in Schweigen“. „Tausende von Sicherheitskräften, auch Militärpolizei in schwarzen Uniformen, marschierten durch Lhasa“.

Indessen protestierten am 10. März Hunderte von Tibetern im Bezirk Markham, TAR. „Sie forderten von der Regierung Entschädigung für die Schäden, die infolge des Bergbaus der Umwelt, ihren Tieren und den Menschen entstanden waren“, sagte ein Bewohner.

„Die Behörden versuchten, einige Anführer der Protestaktionen festzunehmen, woraufhin einige junge Männer sich mit Schwertern selbst Verletzungen beibrachten und drohten, sich umzubringen, falls irgendwelche Tibeter festgenommen würden“. „Die dortigen Behörden suchten die Vermittlung von ortsansässigen Rinpoches und Lamas, um die Tibeter zum Heimgehen zu bewegen“, sagte ein Einwohner von Markham“.

Die chinesischen Behörden in den tibetischen Gebieten riegelten vor den politisch brisanten Jahrestagen letzte Woche für Touristen wichtige Plätze und buddhistische Tempel ab, während der Dalai Lama Peking bezichtigte, den Buddhismus in der Himalaya-Region auslöschen zu wollen.

Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org

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