openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Medizinische Dokumentation nach deutschem Vorbild bald auch in Luxemburg?

17.03.201017:44 UhrGesundheit & Medizin
Ulrich Wirth (mit Mikrofon) erläutert, wie die MDAs Einsparpotenzial mit Qualitätssteigerung verbinden (Foto: Bettina Leuchtenberg, textschnittstelle.de)
Ulrich Wirth (mit Mikrofon) erläutert, wie die MDAs Einsparpotenzial mit Qualitätssteigerung verbinden (Foto: Bettina Leuchtenberg, textschnittstelle.de)

(openPR) Trier. In naher Zukunft wird das luxemburgische Gesundheitswesen grundlegend modernisiert werden. Der 2009 verabschiedete Krankenhausplan hatte dies bereits angekündigt. Ein solches Projekt kann jedoch nur gelingen, wenn die Infrastrukturen grundlegend reorganisiert werden. Deswegen lud Mars Di Bartolomeo, luxemburgischer Minister für soziale Sicherheit und Minister für Gesundheit, zu einem internationalen Meinungsaustausch und Workshop ein. Zu den Experten gehörte auch Ulrich Wirth. Der Leiter der Höheren Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten (MDA) präsentierte die an den Euro-Schulen Trier seit zehn Jahren etablierte Ausbildung hinsichtlich der Chancen im und für das luxemburgische Gesundheitswesen.



Die Studie "Panorama der Gesundheit 2009“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Herbst vergangenen Jahres bescheinigt dem Land Luxemburg einen sehr guten Zugang zur medizinischen Versorgung. Demgegenüber seien die Kosten für das Gesundheitswesen jedoch zu hoch. Weiterhin beanstandet die Studie fehlende Transparenz und Informationsmangel, den es zu beheben gelte. In den einleitenden Worten des ganztägigen Workshops machte Minister Mars Di Bartolomeo genau dies zur Diskussionsgrundlage: „Die Qualität, die das Luxemburger Gesundheitswesen zu bieten hat, kann man auch nachweisen und dokumentieren. Heute sollen Impulse dazu gegeben werden, wem ein Mehr an Dokumentation nutzen kann, wer dokumentieren soll und inwiefern sich ein solcher Aufwand auszahlen kann.“ Die vorhandene Ergebnisqualität müsse in Zukunft gemessen und auch gemanagt werden, was eine Herausforderung für das Land darstelle, so Di Bartolomeo.

In anderen europäischen Staaten ist dies schon bald verpflichtend. Dr. Peter Indra, Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit (BAG) der Schweiz, berichtete über weitgehende Transparenz durch die Veröffentlichung von Qualitätsindikatoren aus Routinedaten der Schweizer Krankenhäuser. Seit 2009 werden dort Dossiers der einzelnen Häuser veröffentlicht, was zuerst zu vehementen Diskussionen, letztendlich aber zu mehr Transparenz und Standardisierungen führte. Ab 2011 wird diese Vorgehensweise verpflichtend sein.

Als Beispiel für mehr Transparenz im deutschen Gesundheitswesen referierten Mediziner und Qualitätsmanager von privaten als auch öffentlichen Kliniken sowie des Fachbereichs Qualitätsforschung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Über die bereits laufenden Dokumentionen und qualitätsfördernden Maßnahmen im Großherzogtum berichteten unter anderem Dr. Raymond Wagener und Dr. Jürgen Hohmann von der Inspection général de la sécurité sociale und Marie-Lise Lair, Direktorin für den Bereich Etudes et Santé des Centre des recherche public (CRP).

Grundlage jeder Qualitätssicherung, so der Tenor aller Beiträge, ist die genaue Dokumentation der Diagnosen, der in den Kliniken und ambulanten Einrichtungen erbrachten Leistungen sowie der Ergebnisse und Mortalitäten. Während in einigen Häusern nach wie vor von den Medizinern dokumentiert werde, sind es in vielen Kliniken auch die Medizinischen Dokumentationsassistenten (MDA), die diese Aufgabe übernehmen können. „Selbstverständlich liegt die Verantwortung auch hier bei den Ärzten“, so der wissenschaftliche Dokumentar Ulrich Wirth in seinem Referat. „Doch durch die Verteilung der Aufgaben können nicht nur Kosten, sondern auch Arbeitszeiten eingespart werden.“ Vor allem die Qualität der Dokumentation sei besser, da die MDAs speziell in Kodierung, Medizinischer Dokumentation, EDV und Administration ausgebildet sind. Auch die Motivation der MDAs sei anders als die von Ärzten, die die zeitraubenden patientenfernen Tätigkeiten oftmals als lästig abtäten. „Viele Kliniken werben mit dem Hinweis, dass in ihrem Haus Ärzte durch MDAs entlastet werden, bereits ganz offensiv in Stellenannoncen – der MDA wird damit sogar als Marketinginstrument benutzt.“

Darüber hinaus werden Medizinischen Dokumentationsassistenten aber nicht nur in der Klinischen Dokumentation eingesetzt, sondern vor allem in den Bereichen Klinische Studien, Tumordokumentation und Epidemiologie. Und dies nicht nur in Deutschland, sondern mittlerweile auch europaweit und außerhalb Europas, wo der Beruf unter dem Namen „health record professional“ bekannt ist.

„Auch in Luxemburg sind nach verschiedenen Praktika bereits die ersten beiden MDAs eingestellt worden“, berichtet Wirth. „Ihre Fachkenntnisse bereichern heute das Centre de recherche public Henri Tudor und die Laboratoires réunis in Junglinster.“ Eine aktuelle Kooperation mit den Medizinischen Dokumentationsassistenten aus Trier hat die Abteilung Neurochirurgie mit Chefarzt Dr. Frank Hertel am Centre hospitalier de Luxembourg (CHL) gestartet. Das Modellprojekt „Transparenz im Leistungsgeschehen“ hat zum Ziel, die Datenqualität zu verbessern, den genauen Ressourcenverbrauch zu messen und die klinischen Dokumentationsprozesse neu zu organisieren.

„Für weitere Kooperationen ist die Trierer Schule offen“, informiert Berufsfachschulleiter Ulrich Wirth die zahlreichen Vertreter luxemburgischer Einrichtungen im Plenum. „Denn unser Ausbildungskonzept lässt sich auch an die Luxemburger Spezifika anpassen. So nehmen wir bei Bedarf auch Fachfranzösich, die Klassifikationssysteme CCAM oder CNS-Abrechnungsdaten sowie die erforderlichen gesetzlichen Grundlagen auf.“

Bildunterschrift:
Ulrich Wirth (mit Mikrofon) erläutert, wie die MDAs Einsparpotenzial mit Qualitätssteigerung verbinden (Foto: Bettina Leuchtenberg, textschnittstelle.de)

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 409353
 241

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Medizinische Dokumentation nach deutschem Vorbild bald auch in Luxemburg?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Euro-Schulen Trier

Bild: Der ePatient – Schreckgespenst für Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung?Bild: Der ePatient – Schreckgespenst für Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung?
Der ePatient – Schreckgespenst für Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung?
Ein Gespenst geht um in Digit@lien – das Gespenst des ePatienten. Alle Mächte des „alten“ Gesundheitsmarkts 1.0 haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet. Hetzjagd? Zumindest scheinen sich Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung vor einer neuen Einflussgröße auf dem Gesundheitsmarkt zu fürchten: dem Empowered Patient mit seiner digitalen Meinungsführerschaft. Entsprechend wollen sie Arztbewertungsportale im Internet geregelt sehen. Patienten haben sich längst aus der ihnen traditionell zugewiesenen p…
Bild: Der Medizinische Dokumentationsassistent – wirklich ein "neuer" Beruf im Gesundheitswesen?Bild: Der Medizinische Dokumentationsassistent – wirklich ein "neuer" Beruf im Gesundheitswesen?
Der Medizinische Dokumentationsassistent – wirklich ein "neuer" Beruf im Gesundheitswesen?
Das Gesundheitssystem ist sehr erfinderisch, wenn es um neue Berufe geht. So haben die Umwälzungen, die die Einführung des DRG-Systems in Deutschland 2003 mit sich gebracht hat, zum Beispiel zu einer verstärkten Nachfrage nach Dokumentationsfachkräften geführt. Übernommen werden diese Tätigkeiten von Medizinischen Dokumentationsassistenten. Aber so neu ist dieser Beruf dann doch nicht, denn die MDA werden bereits seit 1969 ausgebildet. Doch kaum jemand hat von diesem Berufsbild schon einmal gehört. Schade eigentlich, denn dabei bietet der MDA…

Das könnte Sie auch interessieren:

Luxemburg Vorbild in Sachen Wildtierschutz: Fuchsjagdverbot verlängert
Luxemburg Vorbild in Sachen Wildtierschutz: Fuchsjagdverbot verlängert
Als das Jagdverbot auf Meister Reineke im letzten Jahr verkündet wurde, war der Protest des luxemburgischen Jagdverbands FSHCL massiv. Man startete Petitionen, zog vor Gericht, machte in der Presse publizistisch Hatz auf den Fuchs und die für das Jagdverbot verantwortlichen Politiker, allen voran den grünen Staatssekretär Camille Gira als Initiator der …
Bild: Sarah Carrington mit ihrer Debüt-Single „Blind Trust“ in den Top 5 der “Hey Music Charts”Bild: Sarah Carrington mit ihrer Debüt-Single „Blind Trust“ in den Top 5 der “Hey Music Charts”
Sarah Carrington mit ihrer Debüt-Single „Blind Trust“ in den Top 5 der “Hey Music Charts”
… die Beine geht.“ ! Mittlerweile wurde auch das Fernsehen auf die attraktive, junge Pop-Sängerin(18 J.), die Stars wie Michael Jackson oder Lady Gaga zum Vorbild hat, aufmerksam: RTL Luxemburg lud die Newcomerin kurzerhand ein, sie wird dort am 20.Okt. zu Gast sein. Ausgestrahlt wird der Beitrag live zwischen 18:30 und 19:00 im Großraum Luxemburg, der …
Spitzencluster unterzeichnet Kooperation zum Aufbau eines „Medical Valley“ in China
Spitzencluster unterzeichnet Kooperation zum Aufbau eines „Medical Valley“ in China
… Kooperationspartnern unterzeichnet. Ziel des Projektes ist es, in China Technologieparks zu realisieren, die sowohl direkt an Krankenhäuser nach deutschem Vorbild als auch an medizinische und medizintechnische Forschungseinrichtungen angebunden sind. An der Entwicklung wird das Medical Valley EMN maßgeblich beteiligt sein. Erich Reinhardt bei der Unterzeichnung der …
„Weiterbildungsbarometer Medizinische Dokumentation“ - Wie die Branche über Weiterbildungen denkt
„Weiterbildungsbarometer Medizinische Dokumentation“ - Wie die Branche über Weiterbildungen denkt
Mit dem „Weiterbildungsbarometer Medizinische Dokumentation“ existiert nun zum ersten Mal eine aktuelle branchenbezogene Informationsquelle, die den Weiterbildungswunsch innerhalb der Fachrichtung Medizinische Dokumentation widerspiegelt. Weiterbildungsbeteiligung ist branchenspezifisch. Dass es aber ausgerechnet in der Informationsbranche, in der Wissen …
Bild: Wachstumsmarkt Gesundheitswesen: Perspektiven durch Ausbildungen in Medizinischer DokumentationBild: Wachstumsmarkt Gesundheitswesen: Perspektiven durch Ausbildungen in Medizinischer Dokumentation
Wachstumsmarkt Gesundheitswesen: Perspektiven durch Ausbildungen in Medizinischer Dokumentation
… und Einsparmöglichkeiten gesucht. Diese Entwicklung wirkt sich hingegen positiv auf den Arbeitsmarkt im Health-Care-Markt aus, da immer mehr Bedarf an medizinischer Dokumentation entsteht. Berufe und Ausbildungen in Medizinischer Dokumentation sind daher so gefragt wie nie zuvor. Trotz schwieriger Wirtschaftslage ist das Gesundheitswesen eine Wachstumsbranche: …
Luxemburg forciert sicheren Austausch von Patientendaten
Luxemburg forciert sicheren Austausch von Patientendaten
… der Testphase befindet. Sie soll bis Jahresende für alle 850.000 Krankenversicherten in Luxemburg eingeführt werden. Jüngste Sicherheitslücke nur ein Beispiel von vielen „Medizinische Patientendaten werden in vielen Ländern noch nicht ausreichend gesichert. Die jüngst publik gewordene gravierende Sicherheitslücke der frei im Web liegenden Röntgenbilder …
Bild: Colorworks startet in LuxemburgBild: Colorworks startet in Luxemburg
Colorworks startet in Luxemburg
Der SMART-Repair-Spezialist, Colorworks Deutschland GmbH, expandiert nach Luxemburg. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit, in dem die Austritts-Dokumentation von der Eckhold & Klinger Unternehmensberatung GmbH (BDU) erstellt wurde, ist nun der Vertrag unterzeichnet, die verschiedenen Behörden haben alle nötigen Genehmigungen (z.B. Niederlassungsgenehmigung) …
Bild: Am Puls der Zeit: Medizinische Dokumentationsassistenten erhalten einen neuen Rahmenlehrplan
Am Puls der Zeit: Medizinische Dokumentationsassistenten erhalten einen neuen Rahmenlehrplan
… Medizinischer Dokumentare e. V. (DVMD) hat Ulrich Wirth am 21. September 2010 die Leitung der Rahmenlehrplankommission für die Ausbildung zum Medizinischen Dokumentationsassistenten übertragen. Der 41-jährige Leiter der Höheren Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten der Euro-Schulen Trier stellt nun ein Team von Expertinnen und Experten …
Euro-Schulen Trier legen Branchenreport Medizinische Dokumentation vor
Euro-Schulen Trier legen Branchenreport Medizinische Dokumentation vor
Die 3. Umfrage des Deutschen Verbands Medizinischer Dokumentare (DVMD) e.V. unter Berufstätigen im Fachgebiet Medizinische Dokumentation basiert auf einer Online-Befragung, die im Januar und Februar 2008 durchgeführt wurde. Die Umfrage selbst war zuvor bereits von Januar bis Juli 2007 als Schulprojekt der Euro-Schulen Trier konzipiert worden. Grundlage …
Bild: Noch einige freie Plätze für die Ausbildung zum staatlich geprüften Medizinischen DokumentationsassistentenBild: Noch einige freie Plätze für die Ausbildung zum staatlich geprüften Medizinischen Dokumentationsassistenten
Noch einige freie Plätze für die Ausbildung zum staatlich geprüften Medizinischen Dokumentationsassistenten
… Zuwachsraten wie der Health-Care-Bereich. Das spiegelt sich auch im Arbeitsmarkt wider. In Krankenhäusern spielt medizinische Behandlung zwar die Hauptrolle, jedoch stellt die Dokumentation einen wichtigen Teil des Ablaufes zur Versorgung und Gesundstellung des Patienten dar. Wegen der Dokumentationspflicht entstehen in Krankenhäusern komplexe Systeme, die …
Sie lesen gerade: Medizinische Dokumentation nach deutschem Vorbild bald auch in Luxemburg?