4 Jahre nach TGN1412 Katastrophe: Tierversuche versprachen Sicherheit, Medikamententester rangen mit dem Tod

Pressemitteilung von: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

In diesen Tagen jährt sich das Schicksal sechs junger Männer zum vierten Mal. Sie wurden Opfer unerwünschter schwerer Nebenwirkungen des neuen Medikaments TGN1412, das zuvor aufgrund von Tierversuchen als sicher bezeichnet wurde. Die bundesweite Ärztevereinigung sieht die Gefährlichkeit des Systems Tierversuch bestätigt und fordert zu Gunsten des Menschen- und Tierschutzes eine rein tierversuchsfreie Forschung.

Die Würzburger Firma TeGenero wollte mit dem monoklonalen Antikörper TGN1412 ein Allheilmittel gegen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, rheumatische Arthritis und weitere Immunkrankheiten auf den Markt bringen. Tierversuche an Javaner- und Rhesusaffen, Kaninchen sowie Ratten ließen keine unerwünschten Nebenwirkungen vermuten. Die klinische Studie an sechs Probanden jedoch war lebensbedrohlich und noch heute leiden sie an bleibenden Schäden. Ein Mann verlor einige Finger und Zehen. Bei den Testpersonen hatte der Wirkstoff anstatt eine Hemmung des Immunsystems zu bewirken, eine überschießende Immunreaktion ausgelöst, die in Folge zu multiplem Organversagen führte.

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche sieht dies als Beleg für die Untauglichkeit der Forschung am Tier. »Diese Arzneimittelkatastrophe ist nur ein Glied in einer langen Kette fataler Folgen des Tierversuchs«, meint Diplombiologin Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ärzte gegen Tierversuche. Allein in Deutschland würden jedes Jahr rund 60.000 Menschen an unerwünschten Wirkungen von zuvor ausgiebig an Tieren getesteten Arzneimitteln sterben. »Die Übertragung der Ergebnisse aus dem Tierversuch auf den Menschen führt immer wieder zu gravierenden Fehleinschätzungen, da Tier und Mensch sich in Stoffwechsel und Körperbau unterscheiden«, erläutert Bitz. Sie nennt als Beispiel Penicillin, das für Menschen lebensrettend sein kann, für Meerschweinchen dagegen schädlich ist. Erst vor wenigen Tagen wurde das Diabetesmedikament Avandia in Zusammenhang mit über 300 Todesfällen in nur drei Monaten gebracht. Die Ärztevereinigung verweist darüber hinaus auf ihre Liste von Risikomedikamenten*, die eine Auswahl der Medikamente enthält, die aufgrund schädlicher Wirkungen wieder vom Markt genommen wurden.

Nach Ansicht des Vereins wird den Menschen, die auf Medikamente angewiesen sind, mit der tierexperimentellen Forschung die Chance auf die best mögliche medizinische Versorgung verbaut. Denn eine gänzlich tierversuchsfreie Forschung, die sich an der menschlichen Situation orientiert, sei unumgänglich, wenn es um wirkliche medizinische Fortschritte ginge. Doch vordergründig sei Profitdenken, für das die Tiere einen unsinnigen Labortod sterben und Menschen Opfer unsicherer Arzneien werden, klagt die Ärztevereinigung und fordert von der Politik den umgehenden Ausstieg aus dem »Irrweg Tierversuch«.

* Liste der Risikomedikamente:
www.aerzte-gegen-tierversuche.de/infos/humanmedizin/150-l...

-----------------------------

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Ärzte gegen Tierversuche e.V., Landsbergerstr. 103, 80339 München, Tel: 089-3599349, Fax 089-35652127, , www.aerzte-gegen-tierversuche.de

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. besteht seit 1979 und ist ein Zusammenschluss aus mehreren Hundert Ärzten, Tierärzten und Naturwissenschaftlern, die Tierversuche aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen ablehnen. Der Verein engagiert sich für eine moderne, humane Forschung und Wissenschaft ohne Tierversuche, die sich am Menschen orientiert und bei der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten im Vordergrund stehen

News-ID: 405623 • Views: 1080

Mitteilung teilen und kommentieren


Permanenter Link zu dieser Pressemeldung:


Wir freuen uns, wenn Sie z.B. auf Ihrer Presse- oder Referenzen-Seite auf openPR.de linken.
Für die Inhalte dieser Meldung ist nicht openPR.de sondern nur der jeweilige Autor verantwortlich.

Haftungsausschluss - openPR distanziert sich von dem Inhalt der Pressemitteilungen. Lesen sie hier mehr