03.03.2010 - 17:03 - Kunst & Kultur
Retrospektive über Maxim Karikh in der Achtzig-Galerie für Zeitgenössische Kunst
Pressemitteilung von: Achtzig-Galerie für Zeitgenössische KunstPR Agentur: Achtzig PR
Mit dem russischstämmigen Künstler Maxim Karikh ist es der Achtzig-Galerie für Zeitgenössische Kunst erneut gelungen, einen der hochkarätigsten Vertreter der aktuellen internationalen Kunstszene für eine Ausstellung zu gewinnen. Ab dem 5. März 2010 sind die Werke Maxim Karikhs, der gerade erst auf der „Großen Kunstausstellung“ in Nürnberg die Kunstinteressierten begeisterte, unter dem Titel Retrospektive über Maxim Karikh zu sehen. So bietet sich mit dieser Ausstellung die einmalige Gelegenheit, den persönlichen künstlerischen Werdegang eines jungen Malers zu verfolgen und die Entwicklung seiner Perspektive auf unsere Wirklichkeit nachzuvollziehen.
Maxim Karikh selbst unterteilt sein Schaffen in drei Phasen: Die erste Phase „Voyager“ kreist um die Metapher des Raums. Vor dem Auge des Betrachters entstehen menschenleere architektonische Gebilde, die sich erst auf den zweiten Blick, durch angedeutete Balkone oder Fenster, als Wohnlandschaften zu erkennen geben. Der Einsatz der Farben suggeriert eine Bewegtheit und eine Belebtheit, die sich jedoch in einem unauflöslichen Widerspruch zu der harten, geometrischen Linienführung und der Ödnis der Wohnlandschaften, die nichts Lebendiges beherbergen, befindet. Fast immer thront über diesen trotz ihrer Exaktheit (oder gerade wegen ihr?) irreal anmutenden Wohnlandschaften ein grenzenloser Himmel, der sich als bestimmendes Motiv durch die Wohnlandschaften dieser ersten Phase zieht und in sie eindringt. Oftmals wird der Raum auch gebrochen: Die Perspektive ist „fehlerhaft“ und der Betrachter wird so mit der Relativität seiner Wahrnehmung konfrontiert. Zeit und Raum sind die Wahrnehmungskategorien, die unsere Weltsicht bestimmen, und es tritt ein Moment der Gefährdung ein, wenn eine dieser Kategorien ihre Verlässlichkeit einbüßt. Zur Relativierung unseres Wahrnehmung trägt auch eine mathematisch anmutende Spielart einiger Bilder bei: Sie sind drehbar und von jeder Seite aus identisch. Man kann sich der vorgegebenen Perspektive nicht entziehen; sie entwickelt etwas Zwanghaftes.
Die zweite Phase Maxim Karikhs („Karikhgrad“) bewegt sich kontinuierlich zwischen Realität und Irrealität. Konkreta, Dinge des alltäglichen Lebens, die exakt und real gezeichnet sind (ein Koffer zum Beispiel), erscheinen vor dem Hintergrund abstrakter Landschaften, die charakterlos und ohne jede Möglichkeit der inhaltlichen Fixierung sind. Sie sind undeutbar in ihrer Allgemeinheit und so erscheinen auch die geschichtslos in die Landschaft geworfenen Gegenstände (und Lebewesen) isoliert und wesenlos. Auch hier begegnet der Betrachter somit einer Deutung von Raum, die diesmal die Fragwürdigkeit unserer Weltorientierung verdeutlicht, indem sie beständig zwischen dem Deutbaren und dem Undeutbaren, dem Konkreten und dem Abstrakten oszilliert. Auch zeitlich sind die Landschaften und Gegenstände nicht zu erfassen: Ohne individuelle Züge kann auch auf dieser Wahrnehmungsebene keine Zuordnung erfolgen. Ist der Koffer alt oder neu? Die Straße ist nur Straße; sie existiert in einer räumlichen und zeitlichen Leere, jenseits eines „Wann“ oder „Wo“.
Die dritte und jüngste Phase, die Maxim Karikh selbst einmal treffend als „Schatten unseres Daseins“ beschrieb, ist eine Aufzeichnung des menschlichen „Unterbewusstseins“. Karikh porträtiert hier die Schattenwelt der menschlichen Existenz: Sie ist bevölkert von allen Ideen und geistigen Bewegungen, Persönlichkeiten und Dingen, die der Mensch bzw. eine Gruppe von Menschen aus ihrem Bewusstsein verbannt hat. Die Bildwelten dieser Phase illustrieren, dass wir einmal Gedachtes oder Besessenes nie wieder ablegen können, dass alles um uns fortbesteht und immer wieder geisterhaft auf uns eindrängt und uns beeinflusst. Die vergessenen Ideen, Personen und Gegenstände, wie zum Beispiel der Teddybär aus dem Titelbild der Ausstellung „Auge“ (2009), erscheinen in sich einsam und traurig und sie lassen Rückschlüsse auf das ignorante oder einfach nur gleichgültige, auf das gewissenlose oder einfach nur überforderte individuelle oder gesellschaftliche Bewusstsein zu, dessen verdrängte“ Überbleibsel sie sind und das sie nun von der Peripherie her wieder zu erobern scheinen – durch die Bildwelten Maxim Karikhs kehren sie aus der Schattenwelt ins Figürliche zurück.
Die Vernissage zur Ausstellung Retrospektive über Maxim Karikh findet am 05. März 2010 von 19 - 22 Uhr in der Achtzig-Galerie für Zeitgenössische Kunst (Brunnenstr. 150, 10115 Berlin) statt. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. März 2010 für Interessierte geöffnet (Do-Sa 15 - 20 Uhr). Die nächste Vernissage ist am 02. April 2010 von 19 – 22 Uhr. Sie trägt den Titel: “Böse Frau sucht Mann“ (Gruppenausstellung). Das Bild Auge von Maxim Karikh bleibt bis zum 15.03.2010 online auf: www.artnet.de/net/galleries/gallery_list.aspx?gip=183
Achtzig-Galerie für Zeitgenössische Kunst
Diana Achtzig
Brunnenstr. 150
10115 Berlin Mitte
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Achtzig PR
Pressekontakt: Diana Achtzig
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Brunnenstr. 150
10115 Berlin Mitte
Galerieprofil
Die Zahl Achtzig ist unter anderem bereits durch Martin Kippenberger (1953-1997) in die Kunstgeschichte eingefügt worden, denn er gründete einst die Etage 80 in Berlin. Im Mittelpunkt der Galerie Diana Achtzig stehen überwiegend aufstrebende Künstler, die mithin derzeit vielleicht noch nicht in einer weiteren Galerie vertreten sind. Das künstlerische Konzept der Malerei, Skulptur, Fotograph, Videokunst und Installation sollte einen klaren Bezug zur Kunstgeschichte aufweisen.
Beispielhaft ist die Bildwelt von Diana Achtzig anzuführen. Hier legen sich die Schnittstellen der Bildsprache wie folgt dar: ein Spannungsbogen aus ungegenständlicher Malerei (z. B. die abstrakte Malerei aus der Stilrichtung des Kubismus von Pablo Picasso (1881- 1973) bis hin zum veristischen Surrealismus der Neuen Leipziger Schule (Professor Neo Rauch *1960, vertreten vom Galeristen Gerd Harry Lybke in: Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, an der Hochschule für Grafik und Buchkunst von 2005-2008) unter der Berücksichtigung der Zitatanwendung der Kunstgeschichte. Hierzu sei weiterführend auf folgende Links verwiesen: Graphikmuseum Pablo Picasso Münster; Musée national Picasso; Neo Rauch (Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin); The Metropolitan Museum of Modern Art - Special Exhibitions : Neo Rauch at the Met; Mdbk; Kunstmuseum Wolfsburg.
Der Surrealismus (1917–1945) stellt eine intellektuelle und breite Kunstbewegung dar, die in den 1920er und 1930er Jahren ihren Höhepunkt erreichte und die das Unbewusste in die Kunst einbrachte. Die Inhalte speisten sich aus Visionen, Träumen und spontanen Gedanken. Die Psychoanalyse und Traumdeutung von Sigmund Freud (1856-1939) wurde für die Kunst der Surrealisten entlehnt.
Innerhalb des Surrealismus bildeten sich zwei Hauptrichtungen aus: der absolute Surrealismus verzichtete auf Bildgegenstände und entstand, ohne der Logik oder bestimmten Gesetzen zu folgen, zufällig. Die Farben und Formen dieser absoluten surrealistischen Kunst gaben die Träume und Assoziationen des Künstlers wieder. Joan Miró (1893-1983) beispielsweise malte spontan, deutete Gegenstände nur an und zeigte kindliche Strichfiguren.
Die Kunst in diesem Bereich stellte ein unvorhergesehenes Zufallsprodukt dar, wobei die bewusste Kreativität außen vor bleiben sollte. Dieser Automatismus, der dem Unbewussten entspringen sollte, war eine wichtige surrealistische Kunstpraxis, und beim automatischen Zeichnen sollte der Pinsel unbewusst und impulsiv geführt werden.
Diese Art der Kunstherstellung sollte sich jedoch weiterentwickeln, so dass in einer ersten Phase der Zufall ein bestimmtes Bild hervorbrachte, von dem aus man dann das Thema und Aussehen für den weiteren Verlauf bestimmte. Dem Zufallsauftrag folgte also die anschließende überlegte malerische Bearbeitung.
Die zweite Hauptrichtung – der veristische Surrealismus – entstand dabei besonders in Hinblick auf die Inhalte. Der Entstehungsprozess der Traumbilder war hier sorgfältig geplant und geschah nicht, wie beim absoluten Surrealismus, aus dem Zufall heraus. Magritte, Dalí und Max Ernst führten diesen Bereich des Surrealismus an. Die Wirkung ihrer Bilder entsteht durch die detailliert dargestellte Natur und Landschaft und durch das Wissen des Betrachters, dass die Bildgegenstände und Situationen nicht echt sind und in dieser Art in der Wirklichkeit auch nicht geschehen. Vorbild in diesem Zusammenhang war der italienische Maler H. Giorgio Chirico (1888-1978), der bereits in den 1910er Jahren das Nebeneinander unzusammenhängender Objekte darstellte.
Weitere Einflüsse des Surrealismus sind jedoch bis heute zu vernehmen, beispielsweise in der französischen Gruppe Actual oder in der Chicagoer Zeitschrift Arsenal. Doch auch die Mode und Werbung sind bis heute in der Gegenwart surrealistisch beeinflusst, eine Erscheinung, die schon durch Dalís Schaufensterdekoration in New York für Bonwit Teller, seine Parfümreklame oder die Stoffmuster für die Modedesignerin Elsa Schiaparelli (1890-1973) einsetzte, und bis hin zu den imposanten Bildwelten von Neo Rauch und seiner fulminanten Ausstellung im Metropolitan Museum of Art (The Metropolitan Museum of Modern Art - Special Exhibitions : Neo Rauch at the Met) zu verfolgen ist.
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10115 Berlin Mitte
Maxim Karikh selbst unterteilt sein Schaffen in drei Phasen: Die erste Phase „Voyager“ kreist um die Metapher des Raums. Vor dem Auge des Betrachters entstehen menschenleere architektonische Gebilde, die sich erst auf den zweiten Blick, durch angedeutete Balkone oder Fenster, als Wohnlandschaften zu erkennen geben. Der Einsatz der Farben suggeriert eine Bewegtheit und eine Belebtheit, die sich jedoch in einem unauflöslichen Widerspruch zu der harten, geometrischen Linienführung und der Ödnis der Wohnlandschaften, die nichts Lebendiges beherbergen, befindet. Fast immer thront über diesen trotz ihrer Exaktheit (oder gerade wegen ihr?) irreal anmutenden Wohnlandschaften ein grenzenloser Himmel, der sich als bestimmendes Motiv durch die Wohnlandschaften dieser ersten Phase zieht und in sie eindringt. Oftmals wird der Raum auch gebrochen: Die Perspektive ist „fehlerhaft“ und der Betrachter wird so mit der Relativität seiner Wahrnehmung konfrontiert. Zeit und Raum sind die Wahrnehmungskategorien, die unsere Weltsicht bestimmen, und es tritt ein Moment der Gefährdung ein, wenn eine dieser Kategorien ihre Verlässlichkeit einbüßt. Zur Relativierung unseres Wahrnehmung trägt auch eine mathematisch anmutende Spielart einiger Bilder bei: Sie sind drehbar und von jeder Seite aus identisch. Man kann sich der vorgegebenen Perspektive nicht entziehen; sie entwickelt etwas Zwanghaftes.
Die zweite Phase Maxim Karikhs („Karikhgrad“) bewegt sich kontinuierlich zwischen Realität und Irrealität. Konkreta, Dinge des alltäglichen Lebens, die exakt und real gezeichnet sind (ein Koffer zum Beispiel), erscheinen vor dem Hintergrund abstrakter Landschaften, die charakterlos und ohne jede Möglichkeit der inhaltlichen Fixierung sind. Sie sind undeutbar in ihrer Allgemeinheit und so erscheinen auch die geschichtslos in die Landschaft geworfenen Gegenstände (und Lebewesen) isoliert und wesenlos. Auch hier begegnet der Betrachter somit einer Deutung von Raum, die diesmal die Fragwürdigkeit unserer Weltorientierung verdeutlicht, indem sie beständig zwischen dem Deutbaren und dem Undeutbaren, dem Konkreten und dem Abstrakten oszilliert. Auch zeitlich sind die Landschaften und Gegenstände nicht zu erfassen: Ohne individuelle Züge kann auch auf dieser Wahrnehmungsebene keine Zuordnung erfolgen. Ist der Koffer alt oder neu? Die Straße ist nur Straße; sie existiert in einer räumlichen und zeitlichen Leere, jenseits eines „Wann“ oder „Wo“.
Die dritte und jüngste Phase, die Maxim Karikh selbst einmal treffend als „Schatten unseres Daseins“ beschrieb, ist eine Aufzeichnung des menschlichen „Unterbewusstseins“. Karikh porträtiert hier die Schattenwelt der menschlichen Existenz: Sie ist bevölkert von allen Ideen und geistigen Bewegungen, Persönlichkeiten und Dingen, die der Mensch bzw. eine Gruppe von Menschen aus ihrem Bewusstsein verbannt hat. Die Bildwelten dieser Phase illustrieren, dass wir einmal Gedachtes oder Besessenes nie wieder ablegen können, dass alles um uns fortbesteht und immer wieder geisterhaft auf uns eindrängt und uns beeinflusst. Die vergessenen Ideen, Personen und Gegenstände, wie zum Beispiel der Teddybär aus dem Titelbild der Ausstellung „Auge“ (2009), erscheinen in sich einsam und traurig und sie lassen Rückschlüsse auf das ignorante oder einfach nur gleichgültige, auf das gewissenlose oder einfach nur überforderte individuelle oder gesellschaftliche Bewusstsein zu, dessen verdrängte“ Überbleibsel sie sind und das sie nun von der Peripherie her wieder zu erobern scheinen – durch die Bildwelten Maxim Karikhs kehren sie aus der Schattenwelt ins Figürliche zurück.
Die Vernissage zur Ausstellung Retrospektive über Maxim Karikh findet am 05. März 2010 von 19 - 22 Uhr in der Achtzig-Galerie für Zeitgenössische Kunst (Brunnenstr. 150, 10115 Berlin) statt. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. März 2010 für Interessierte geöffnet (Do-Sa 15 - 20 Uhr). Die nächste Vernissage ist am 02. April 2010 von 19 – 22 Uhr. Sie trägt den Titel: “Böse Frau sucht Mann“ (Gruppenausstellung). Das Bild Auge von Maxim Karikh bleibt bis zum 15.03.2010 online auf: www.artnet.de/net/galleries/gallery_list.aspx?gip=183
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Die Zahl Achtzig ist unter anderem bereits durch Martin Kippenberger (1953-1997) in die Kunstgeschichte eingefügt worden, denn er gründete einst die Etage 80 in Berlin. Im Mittelpunkt der Galerie Diana Achtzig stehen überwiegend aufstrebende Künstler, die mithin derzeit vielleicht noch nicht in einer weiteren Galerie vertreten sind. Das künstlerische Konzept der Malerei, Skulptur, Fotograph, Videokunst und Installation sollte einen klaren Bezug zur Kunstgeschichte aufweisen.
Beispielhaft ist die Bildwelt von Diana Achtzig anzuführen. Hier legen sich die Schnittstellen der Bildsprache wie folgt dar: ein Spannungsbogen aus ungegenständlicher Malerei (z. B. die abstrakte Malerei aus der Stilrichtung des Kubismus von Pablo Picasso (1881- 1973) bis hin zum veristischen Surrealismus der Neuen Leipziger Schule (Professor Neo Rauch *1960, vertreten vom Galeristen Gerd Harry Lybke in: Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, an der Hochschule für Grafik und Buchkunst von 2005-2008) unter der Berücksichtigung der Zitatanwendung der Kunstgeschichte. Hierzu sei weiterführend auf folgende Links verwiesen: Graphikmuseum Pablo Picasso Münster; Musée national Picasso; Neo Rauch (Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin); The Metropolitan Museum of Modern Art - Special Exhibitions : Neo Rauch at the Met; Mdbk; Kunstmuseum Wolfsburg.
Der Surrealismus (1917–1945) stellt eine intellektuelle und breite Kunstbewegung dar, die in den 1920er und 1930er Jahren ihren Höhepunkt erreichte und die das Unbewusste in die Kunst einbrachte. Die Inhalte speisten sich aus Visionen, Träumen und spontanen Gedanken. Die Psychoanalyse und Traumdeutung von Sigmund Freud (1856-1939) wurde für die Kunst der Surrealisten entlehnt.
Innerhalb des Surrealismus bildeten sich zwei Hauptrichtungen aus: der absolute Surrealismus verzichtete auf Bildgegenstände und entstand, ohne der Logik oder bestimmten Gesetzen zu folgen, zufällig. Die Farben und Formen dieser absoluten surrealistischen Kunst gaben die Träume und Assoziationen des Künstlers wieder. Joan Miró (1893-1983) beispielsweise malte spontan, deutete Gegenstände nur an und zeigte kindliche Strichfiguren.
Die Kunst in diesem Bereich stellte ein unvorhergesehenes Zufallsprodukt dar, wobei die bewusste Kreativität außen vor bleiben sollte. Dieser Automatismus, der dem Unbewussten entspringen sollte, war eine wichtige surrealistische Kunstpraxis, und beim automatischen Zeichnen sollte der Pinsel unbewusst und impulsiv geführt werden.
Diese Art der Kunstherstellung sollte sich jedoch weiterentwickeln, so dass in einer ersten Phase der Zufall ein bestimmtes Bild hervorbrachte, von dem aus man dann das Thema und Aussehen für den weiteren Verlauf bestimmte. Dem Zufallsauftrag folgte also die anschließende überlegte malerische Bearbeitung.
Die zweite Hauptrichtung – der veristische Surrealismus – entstand dabei besonders in Hinblick auf die Inhalte. Der Entstehungsprozess der Traumbilder war hier sorgfältig geplant und geschah nicht, wie beim absoluten Surrealismus, aus dem Zufall heraus. Magritte, Dalí und Max Ernst führten diesen Bereich des Surrealismus an. Die Wirkung ihrer Bilder entsteht durch die detailliert dargestellte Natur und Landschaft und durch das Wissen des Betrachters, dass die Bildgegenstände und Situationen nicht echt sind und in dieser Art in der Wirklichkeit auch nicht geschehen. Vorbild in diesem Zusammenhang war der italienische Maler H. Giorgio Chirico (1888-1978), der bereits in den 1910er Jahren das Nebeneinander unzusammenhängender Objekte darstellte.
Weitere Einflüsse des Surrealismus sind jedoch bis heute zu vernehmen, beispielsweise in der französischen Gruppe Actual oder in der Chicagoer Zeitschrift Arsenal. Doch auch die Mode und Werbung sind bis heute in der Gegenwart surrealistisch beeinflusst, eine Erscheinung, die schon durch Dalís Schaufensterdekoration in New York für Bonwit Teller, seine Parfümreklame oder die Stoffmuster für die Modedesignerin Elsa Schiaparelli (1890-1973) einsetzte, und bis hin zu den imposanten Bildwelten von Neo Rauch und seiner fulminanten Ausstellung im Metropolitan Museum of Art (The Metropolitan Museum of Modern Art - Special Exhibitions : Neo Rauch at the Met) zu verfolgen ist.
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