01.03.2010 - 09:03 - Politik, Recht & Gesellschaft
Business Breakfast TRAIN & WIN: Gelsenkirchener Betriebe nutzen die Potenziale von qualifizierten Migrantinnen
Pressemitteilung von: TRAIN & WINPR Agentur: KARAFATMA.DE
2,6 Millionen Migrantinnen und Migranten mit einem Berufsabschluss sind über die Jahrzehnte nach Deutschland zugewandert. 1,8 Millionen haben bereits eine berufsqualifizierende Ausbildung abgeschlossen und ca. 800.000 von ihnen sind Akademiker. Sie sind jedoch häufig unter ihrem Qualifikationsniveau beschäftigt. Einerseits herrscht hier zu Lande in vielen Branchen Fachkräftemangel, andererseits werden die Abschlüsse von Fachkräften mit Migrationshintergrund oft nicht anerkannt. In Gelsenkirchen hat das Projekt TRAIN & WIN die Zeichen der Zeit erkannt.
TRAIN & WIN fördert den Einsatz von zugewanderten Fachfrauen in Unternehmen mit mehreren Beratungsangeboten. Im Rahmen von Veranstaltungen werden Unternehmen, die sich mit und für Migrantinnen engagieren, vorgestellt. TRAIN & WIN schafft positive Vorbilder durch gelungene Praxisbeispiele und bereichert das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Region. Das wurde in einer entspannten Atmosphäre vorgestellt und diskutiert: am Freitag, den 26. Februar 2010, fand ein Business Breakfast auf Schloss Berge in Gelsenkirchen statt. Eingeladen waren Unternehmen, Kooperationspartner und Bildungsträger, die das Potenzial der Fachfrauen mit Migrationshintergrund erkannt haben und/oder bereits nutzen. Die Runde ist sich einig Deutschland kann es sich volkswirtschaftlich nicht leisten auf die Qualifikationen der Fachkräfte mit Migrationshintergrund zu verzichten.
Fähigkeiten im beruflichen Alltag unter Beweis stellen
Antje Röckemann – Leiterin Gender-Referat des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid – weiß, dass qualifizierte Migrantinnen die Möglichkeit bekommen müssen, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Erst dann merken die Frauen, dass sie auch in Deutschland beruflich Fuß fassen können und die Praktikumsgeber als potentielle Arbeitgeber sehen sehr schnell, dass nicht die Deutschkenntnisse ausschlaggebend sind, sondern die fachliche Kompetenz und die Flexibilität sich auf neue Arbeitsgebiete einzustellen. Die Sprachkenntnisse können meist nur im Einsatz im Berufsleben verbessert werden. Aber angesichts der Schwierigkeiten einen Berufseinstieg zu finden, ist dies oft nur sehr mühsam über Sprachkurse zu erreichen.
Mehmet Ayas, der Integrationsbeauftragte der Stadt Gelsenkirchen, weiß um die Schwierigkeiten beim Erlernen einer Sprache im Erwachsenenalter. Viele Migranten trauen sich schlicht und ergreifend nicht ihr Deutsch anzuwenden, weil sie Ablehnung oder Belustigung seitens der Muttersprachler befürchten. Es sei, so Mehmet Ayas, eine gegenseitige Vertrauensbasis und Toleranz nötig, um die Vorurteile in dieser Hinsicht abbauen zu können. Grundsätzlich muss überprüft werden, welches Sprachniveau das jeweilige Aufgabengebiet erfordert. Ein Ingenieur muss unter Umständen weniger gut Deutsch können als eine Lehrerin, die tagtäglich ein sprachliches Vorbild für Schüler sein muss.
TRAIN & WIN in Gelsenkirchen
„Es ist wichtig Maßnahmen zu entwickeln, die den qualifizierten Migranten den Mut geben, ihre Kompetenzen nach außen zu tragen.“ Damit trifft Mehmet Ayas genau auf den Ansatzpunkt des Projektes TRIAN & WIN. Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt sich das Team rund um Pfarrerin Antje Röckemann mit qualifizierten Migrantinnen. In Gelsenkirchen sind zahlreiche Fortbildungen, Beratungen, Job-Coachings und Workshops für diese Zielgruppe realisiert worden. Das aktuelle Projekt qualifiziert und berät Unternehmen, Migrantinnen und Multiplikatoren in unserer Region. Eine Vernetzung mit Bildungsträgern und Multiplikatoren zur Stärkung der Möglichkeiten zur Qualifizierung und beruflichen Integration von zugewanderten Frauen ist ein weiteres Ziel der Maßnahme.
Das Kunstmuseum Gelsenkirchen hat während der Qualifizierungsmaßnahme TRAIN & WIN Farzaneh Zaim als Praktikantin betreut. Sie hat im Rahmen ihres Praktikums den Entschluss gefasst sich in Richtung Kreativtherapie weiterzubilden und plant erste Kunstkurse für Kinder und Jugendliche. Sie berichtet, dass sie eine durchweg positive Resonanz von Eltern und Jugendlichen bekommt. Sie ist stolz und auch verwundert, da ihre für sie als ungenügend empfundenen Deutschkenntnisse kein Problem darstellen. Dr. Doris Edler (Museumspädagogin) sowie Simone Streck (Kunsthistorikerin) haben von Ihren positiven Erfahrungen mit qualifizierten Migrantinnen im Museumsbetrieb berichtet.
Defizitäre gesetzliche Regelungen verhindern in Deutschland oft eine Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen. Das wertvolle Know-How qualifizierter Migrantinnen und Migranten wird verschwendet und liegt brach. Es entsteht eine Loose-Loose-Situation für alle. TRAIN & WIN begleitet den Prozess der Anerkennung von Abschlüssen in Gelsenkirchen gezielt und stellt eine Plattform für Unternehmen und Migrantinnen zur Verfügung, um eine Win-Win-Situation zu schaffen.
Projekte dieser Art können nur mit Hilfe von Kooperationspartnern realisiert werden. TRAIN & WIN wird unterstützt von der Gleichstellungsstelle der Stadt Gelsenkirchen, der Steuerungsstelle Kommunale Beschäftigungsförderung, dem Integrationsbeauftragten, der RAA, dem Stadtteilbüro Gelsenkirchen-Südost, dem Dachverband der Gelsenkirchener Migrantenselbstorganisationen (GEMI e.V.) und von der IAG Gelsenkirchen.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Pressekontakt:
KARAFATMA.DE
Telefon: 0203/93095-82
Fax: 0203/93095-83
eMail:
Evangelischer Kirchenkreis
Antje Röckemann
Gender-Referat
Pastoratstraße 10
45879 Gelsenkirchen
Das Gender-Referat des Evangelischen Kirchenkreises engagiert sich seit Jahren in Gelsenkirchen für das interkulturelle und interreligiöse Zusammenleben. Die Frage nach Gerechtigkeit und Wertschätzung von Frauen jeglicher Herkunft entspricht seinem Auftrag. Dabei arbeitet es mit vielen lokalen und überregionalen KooperationspartnerInnen zusammen.
TRAIN & WIN fördert den Einsatz von zugewanderten Fachfrauen in Unternehmen mit mehreren Beratungsangeboten. Im Rahmen von Veranstaltungen werden Unternehmen, die sich mit und für Migrantinnen engagieren, vorgestellt. TRAIN & WIN schafft positive Vorbilder durch gelungene Praxisbeispiele und bereichert das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Region. Das wurde in einer entspannten Atmosphäre vorgestellt und diskutiert: am Freitag, den 26. Februar 2010, fand ein Business Breakfast auf Schloss Berge in Gelsenkirchen statt. Eingeladen waren Unternehmen, Kooperationspartner und Bildungsträger, die das Potenzial der Fachfrauen mit Migrationshintergrund erkannt haben und/oder bereits nutzen. Die Runde ist sich einig Deutschland kann es sich volkswirtschaftlich nicht leisten auf die Qualifikationen der Fachkräfte mit Migrationshintergrund zu verzichten.
Fähigkeiten im beruflichen Alltag unter Beweis stellen
Antje Röckemann – Leiterin Gender-Referat des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid – weiß, dass qualifizierte Migrantinnen die Möglichkeit bekommen müssen, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Erst dann merken die Frauen, dass sie auch in Deutschland beruflich Fuß fassen können und die Praktikumsgeber als potentielle Arbeitgeber sehen sehr schnell, dass nicht die Deutschkenntnisse ausschlaggebend sind, sondern die fachliche Kompetenz und die Flexibilität sich auf neue Arbeitsgebiete einzustellen. Die Sprachkenntnisse können meist nur im Einsatz im Berufsleben verbessert werden. Aber angesichts der Schwierigkeiten einen Berufseinstieg zu finden, ist dies oft nur sehr mühsam über Sprachkurse zu erreichen.
Mehmet Ayas, der Integrationsbeauftragte der Stadt Gelsenkirchen, weiß um die Schwierigkeiten beim Erlernen einer Sprache im Erwachsenenalter. Viele Migranten trauen sich schlicht und ergreifend nicht ihr Deutsch anzuwenden, weil sie Ablehnung oder Belustigung seitens der Muttersprachler befürchten. Es sei, so Mehmet Ayas, eine gegenseitige Vertrauensbasis und Toleranz nötig, um die Vorurteile in dieser Hinsicht abbauen zu können. Grundsätzlich muss überprüft werden, welches Sprachniveau das jeweilige Aufgabengebiet erfordert. Ein Ingenieur muss unter Umständen weniger gut Deutsch können als eine Lehrerin, die tagtäglich ein sprachliches Vorbild für Schüler sein muss.
TRAIN & WIN in Gelsenkirchen
„Es ist wichtig Maßnahmen zu entwickeln, die den qualifizierten Migranten den Mut geben, ihre Kompetenzen nach außen zu tragen.“ Damit trifft Mehmet Ayas genau auf den Ansatzpunkt des Projektes TRIAN & WIN. Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt sich das Team rund um Pfarrerin Antje Röckemann mit qualifizierten Migrantinnen. In Gelsenkirchen sind zahlreiche Fortbildungen, Beratungen, Job-Coachings und Workshops für diese Zielgruppe realisiert worden. Das aktuelle Projekt qualifiziert und berät Unternehmen, Migrantinnen und Multiplikatoren in unserer Region. Eine Vernetzung mit Bildungsträgern und Multiplikatoren zur Stärkung der Möglichkeiten zur Qualifizierung und beruflichen Integration von zugewanderten Frauen ist ein weiteres Ziel der Maßnahme.
Das Kunstmuseum Gelsenkirchen hat während der Qualifizierungsmaßnahme TRAIN & WIN Farzaneh Zaim als Praktikantin betreut. Sie hat im Rahmen ihres Praktikums den Entschluss gefasst sich in Richtung Kreativtherapie weiterzubilden und plant erste Kunstkurse für Kinder und Jugendliche. Sie berichtet, dass sie eine durchweg positive Resonanz von Eltern und Jugendlichen bekommt. Sie ist stolz und auch verwundert, da ihre für sie als ungenügend empfundenen Deutschkenntnisse kein Problem darstellen. Dr. Doris Edler (Museumspädagogin) sowie Simone Streck (Kunsthistorikerin) haben von Ihren positiven Erfahrungen mit qualifizierten Migrantinnen im Museumsbetrieb berichtet.
Defizitäre gesetzliche Regelungen verhindern in Deutschland oft eine Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen. Das wertvolle Know-How qualifizierter Migrantinnen und Migranten wird verschwendet und liegt brach. Es entsteht eine Loose-Loose-Situation für alle. TRAIN & WIN begleitet den Prozess der Anerkennung von Abschlüssen in Gelsenkirchen gezielt und stellt eine Plattform für Unternehmen und Migrantinnen zur Verfügung, um eine Win-Win-Situation zu schaffen.
Projekte dieser Art können nur mit Hilfe von Kooperationspartnern realisiert werden. TRAIN & WIN wird unterstützt von der Gleichstellungsstelle der Stadt Gelsenkirchen, der Steuerungsstelle Kommunale Beschäftigungsförderung, dem Integrationsbeauftragten, der RAA, dem Stadtteilbüro Gelsenkirchen-Südost, dem Dachverband der Gelsenkirchener Migrantenselbstorganisationen (GEMI e.V.) und von der IAG Gelsenkirchen.
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