01.03.2010 - 08:08 - Politik, Recht & Gesellschaft

Über 240 Proteste und 140 Verurteilungen 2008/2009 in Tehor in Osttibet

Pressemitteilung von: IGFM Muenchen

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Ansicht des neuen Buches über den Volksaufstand 2008
Ein neues auf Tibetisch geschriebenes Buch handelt von den friedlichen Protestaktionen während 2008/2009 in der Region Tehor in der ehemaligen tibetischen Provinz Kham und deren brutaler Niederschlagung durch China.

Eine exiltibetische Organisation, die Tehor Welfare Organisation, hat, soweit dies möglich ist, alle Informationen und Zeugenberichte über die friedlichen Demonstrationen des tibetischen Volkes gegen fünf Jahrzehnte verfehlter Politik der chinesischen Besatzer akribisch gesammelt und in Buchform veröffentlicht.

Das Buch stützt sich auf Meldungen, die der Tibetischen Zentralverwaltung in Dharamsala und dem Tibetan Solidarity Committee* aus diversen Quellen zugingen, sowie auf Berichte der weltweiten Medien, informiert über den Hintergrund der Demonstranten und beschreibt ihre Teilnahme an den friedlichen Protesten.

Die Anzahl der Protestaktionen auf dem tibetischen Hochland und der wegen ihrer Teilnahme daran im Jahr 2008 und danach Verurteilten könnte viel höher sein als aus den bisherigen Meldungen hervorging. Dem neuen Bericht zufolge gab es allein in der Gegend von Tehor in der TAP Kardze (chin. Ganzi), Provinz Sichuan, in der Zeit vom 10. März 2008 bis zum 11. Juni 2009 über 240 friedliche Demonstrationen und 140 Tibeter wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.

In dem Bericht heißt es, über dreitausend Tibeter hätten sich an diesen Demonstrationen beteiligt. Es gibt Hinweise, daß die chinesischen Sicherheitskräfte bei ihrem brutalen Vorgehen gegen die friedlichen Demonstranten 23 Tibeter erschossen haben.

„Eine unglaubliche Zahl von Tibetern wurde willkürlich festgenommen, während Hunderte nun verstümmelt sind und Tausende brutal geschlagen wurden“, heißt es in dem auf Tibetisch verfaßten Bericht.

In seinem Vorwort lobte der Dalai Lama die Initiative der Tehor Wohlfahrtsorganisation zur Herausgabe des Buches und schrieb: „Berichte wie diese, die auf dem tatsächlichen, von den Teilnehmern selbst erfahrenem Geschehen basieren, also auf dem, was sie mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört haben, könnten die Wahrheit über die Sache des tibetischen Volkes ans Licht bringen“.

Der Vorsitzende der tibetischen Exilregierung, Prof. Samdhong Rinpoche, der bei der Vorstellung des Buches zugegen war, sagte, es sei für das tibetische Volk im Hinblick auf die Bewahrung seiner einzigartigen Identität und des kulturellen Erbes in Tibet von höchster Wichtigkeit, die Zeugnisse über seinen friedlichen Kampf in Schriftform niederzulegen.

Seit März 2008, als die chinesischen bewaffneten Sicherheitskräfte überall mit tödlicher Gewalt gegen die Tibeter vorgingen, kamen den Angaben der tibetischen Exilregierung (Stand 31. August 2009) über 223 Tibeter ums Leben, 1.294 wurden verletzt und 371 zu Haftstrafen verurteilt, während 4.657 festgenommen wurden und 990 einfach „verschwanden“. Vier Tibeter wurden im Oktober 2009 in Lhasa hingerichtet.

* www.stoptibetcrisis.net/, das Tibetan Solidarity Committee berichtete im Jahr 2008 fast täglich über die zahlreichen Proteste auf dem tibetischen Hochland.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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