23.02.2010 - 11:56 - Kunst & Kultur
100 Jahre Kiepenheuer-Verlage (1910-2010). Verlagsgeschichten im deutsch-deutschen Spannungsfeld
Pressemitteilung von: Museum für Druckkunst Leipzig
Leipzig, 23.02.2010. Ab Sonntag, 28. Februar 2010 zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig die neue Sonderausstellung: "100 Jahre Kiepenheuer-Verlage (1910-2010). Verlagsgeschichten im deutsch-deutschen Spannungsfeld". Die Ausstellung zeichnet den besonderen Weg des Gustav Kiepenheuer-Verlags, der auf seine Weise ein spannendes Stück deutsch-deutscher Geschichte erzählt.
1910 von Gustav Kiepenheuer gegründet, avancierte der Verlag in der Weimarer Republik mit Autoren wie Anna Seghers, Bertolt Brecht, Georg Kaiser und Joseph Roth zu einem kulturellen Leitverlag des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg spaltete auch den Verlag. Eine spannende Geschichte erzählt die parallele Entstehung und Entwicklung des Gustav Kiepenheuer-Verlags in Weimar und Kiepenheuer & Witsch (KiWi) in Köln.
Der KiWi-Verlag war in der DDR kaum bekannt, obwohl die Bücher seiner berühmten Hausautoren Heinrich Böll, Gabriel Garcia Márquez oder J.D. Salinger als Lizenztitel geradezu Kultstatus genossen. Hingegen avancierte der im Westen längst vergessene, von der Verlegerwitwe Noa Kiepenheuer weitergeführte Weimarer Privatverlag in den 1970er Jahren zum Zentrum der Leipziger „Verlagsgruppe Gustav Kiepenheuer“, dem u.a. die Verlage List, Dieterich und Insel angehörten.
Hundert Jahre nach der Gründung sind die beiden im geteilten Deutschland mehr oder weniger feindlichen Brüder in großen Verlagsgruppen aufgegangen. Gustav Kiepenheuer gehört zum Aufbau-Verlag und seit Anfang 2003 befindet sich in Leipzig nur noch das Archivgut, das im Staatsarchiv Leipzig verwahrt wird. Kiepenheuer & Witsch gehört zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, das Verlagsarchiv wurde mit dem Kölner Stadtarchiv 2009 vom Erdboden verschluckt.
Die Ausstellung ist in zehn Themenbereiche gegliedert, die die wechselvolle Geschichte der Kiepenheuer-Verlage vom Kaiserreich bis zur Auflösung in der Nachwendezeit nachzeichnen. Sie bietet Einblicke in das Wirken der beiden Verlegerpersönlichkeiten Gustav Kiepenheuer sowie Joseph Caspar Witsch und stellt legendäre Lektoren und auch Schriftsteller vor, die die Kiepenheuer-Geschichte auf besondere Weise prägten.
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Kooperation des Museums mit der Buchwissenschaft der Universität Leipzig, dem Staatsarchiv Leipzig, der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig sowie der Pavillon-Presse Weimar und wird u.a. gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Dauer der Ausstellung: 28. Februar - 9. Mai 2010
Eröffnung am Freitag, 26. Februar 2010, 19 Uhr im Museum für Druckkunst Leipzig, Nonnenstraße 38
Jeden Sonntag, 12 Uhr, öffentliche Führung durch die Ausstellung (außer 4.April, dafür am 5. April 2010)
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38
04229 Leipzig

www.druckkunst-museum.de
Ein Museum zum Anfassen zwischen Technik und Kunst
Das Museum für Druckkunst in Leipzig bietet seinen Besuchern ein besonderes Erlebnis. Durch die Kombination einer produzierenden Werkstatt und eines Museums ist es möglich, 500 Jahre Druckgeschichte hautnah zu erleben. Rund 100 funktionierende Maschinen und Pressen vermitteln in einmaliger Atmosphäre die Technik der Radierung, der Lithografie und des Buchdrucks. Auf vier Etagen verteilt werden Handsatz, Maschinensatz und die unterschiedlichen Druckvorgänge gezeigt. Eine ausgesprochene Seltenheit bildet die voll funktionsfähige Schriftgießerei, in der noch Bleibuchstaben entweder von Hand oder maschinell gegossen werden.
Auf lebendige Art werden die Besucher mit der „Schwarzen Kunst“ vertraut gemacht: Denn Fachleute erklären und führen die betriebsbereiten Maschinen täglich vor.
Sehen, riechen, anfassen lautet daher das Motto des „tätigen“ Museums, denn hier können die Besucher mit Unterstützung des Fachpersonals auch selber Texte setzen oder an Tiegelpressen verschiedene Motive drucken.
Das Museum für Druckkunst bewahrt neben Druckmaschinen auch Bleilettern, Matrizen und Stahlstempel unterschiedlicher Schriftarten europäischer und orientalischer Herkunft auf. Zur Sammlung gehören auch eine komplett ausgestattete Handbuchbinderei sowie eine Werkstatt für Holzstich.
Vor den Augen der Besucher entsteht darüber hinaus moderne Druckgrafik, die neben Bleibuchstaben, Karten und künstlerischer Kleingrafik im Museumsshop angeboten wird. Begleitend bietet das Museum Kurse zur Vermittlung verschiedener Drucktechniken an.
Die „Leipziger Typotage“, Sonderausstellungen und diverse Veranstaltungen runden das attraktive Museumsangebot ab. Ein aktiver Förderverein unterstützt seit Jahren das Museum und freut sich über neue Mitglieder.
1910 von Gustav Kiepenheuer gegründet, avancierte der Verlag in der Weimarer Republik mit Autoren wie Anna Seghers, Bertolt Brecht, Georg Kaiser und Joseph Roth zu einem kulturellen Leitverlag des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg spaltete auch den Verlag. Eine spannende Geschichte erzählt die parallele Entstehung und Entwicklung des Gustav Kiepenheuer-Verlags in Weimar und Kiepenheuer & Witsch (KiWi) in Köln.
Hundert Jahre nach der Gründung sind die beiden im geteilten Deutschland mehr oder weniger feindlichen Brüder in großen Verlagsgruppen aufgegangen. Gustav Kiepenheuer gehört zum Aufbau-Verlag und seit Anfang 2003 befindet sich in Leipzig nur noch das Archivgut, das im Staatsarchiv Leipzig verwahrt wird. Kiepenheuer & Witsch gehört zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, das Verlagsarchiv wurde mit dem Kölner Stadtarchiv 2009 vom Erdboden verschluckt.
Die Ausstellung ist in zehn Themenbereiche gegliedert, die die wechselvolle Geschichte der Kiepenheuer-Verlage vom Kaiserreich bis zur Auflösung in der Nachwendezeit nachzeichnen. Sie bietet Einblicke in das Wirken der beiden Verlegerpersönlichkeiten Gustav Kiepenheuer sowie Joseph Caspar Witsch und stellt legendäre Lektoren und auch Schriftsteller vor, die die Kiepenheuer-Geschichte auf besondere Weise prägten.
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Kooperation des Museums mit der Buchwissenschaft der Universität Leipzig, dem Staatsarchiv Leipzig, der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig sowie der Pavillon-Presse Weimar und wird u.a. gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Dauer der Ausstellung: 28. Februar - 9. Mai 2010
Eröffnung am Freitag, 26. Februar 2010, 19 Uhr im Museum für Druckkunst Leipzig, Nonnenstraße 38
Jeden Sonntag, 12 Uhr, öffentliche Führung durch die Ausstellung (außer 4.April, dafür am 5. April 2010)
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38
04229 Leipzig
www.druckkunst-museum.de
Ein Museum zum Anfassen zwischen Technik und Kunst
Das Museum für Druckkunst in Leipzig bietet seinen Besuchern ein besonderes Erlebnis. Durch die Kombination einer produzierenden Werkstatt und eines Museums ist es möglich, 500 Jahre Druckgeschichte hautnah zu erleben. Rund 100 funktionierende Maschinen und Pressen vermitteln in einmaliger Atmosphäre die Technik der Radierung, der Lithografie und des Buchdrucks. Auf vier Etagen verteilt werden Handsatz, Maschinensatz und die unterschiedlichen Druckvorgänge gezeigt. Eine ausgesprochene Seltenheit bildet die voll funktionsfähige Schriftgießerei, in der noch Bleibuchstaben entweder von Hand oder maschinell gegossen werden.
Auf lebendige Art werden die Besucher mit der „Schwarzen Kunst“ vertraut gemacht: Denn Fachleute erklären und führen die betriebsbereiten Maschinen täglich vor.
Sehen, riechen, anfassen lautet daher das Motto des „tätigen“ Museums, denn hier können die Besucher mit Unterstützung des Fachpersonals auch selber Texte setzen oder an Tiegelpressen verschiedene Motive drucken.
Das Museum für Druckkunst bewahrt neben Druckmaschinen auch Bleilettern, Matrizen und Stahlstempel unterschiedlicher Schriftarten europäischer und orientalischer Herkunft auf. Zur Sammlung gehören auch eine komplett ausgestattete Handbuchbinderei sowie eine Werkstatt für Holzstich.
Vor den Augen der Besucher entsteht darüber hinaus moderne Druckgrafik, die neben Bleibuchstaben, Karten und künstlerischer Kleingrafik im Museumsshop angeboten wird. Begleitend bietet das Museum Kurse zur Vermittlung verschiedener Drucktechniken an.
Die „Leipziger Typotage“, Sonderausstellungen und diverse Veranstaltungen runden das attraktive Museumsangebot ab. Ein aktiver Förderverein unterstützt seit Jahren das Museum und freut sich über neue Mitglieder.
News-ID: 400821 • Views: 422
Schlagwörter
Permanenter Link zu dieser Pressemeldung:
Wir freuen uns, wenn Sie z.B. auf Ihrer Presse- oder Referenzen-Seite auf openPR.de linken.
Für die Inhalte dieser Meldung ist nicht openPR.de sondern nur der jeweilige Autor verantwortlich.
Haftungsausschluss - openPR distanziert sich von dem Inhalt der Pressemitteilungen. Lesen sie hier mehr
© openPR 2011 | Impressum



