(openPR) Das Institut für Zeitgeschichte arbeitet an einem gruppenbiografischen Projekt über die ersten Präsidialmitglieder des Bundes der Vertriebenen, das der Frage nachgeht, ob und in welchem Ausmaß Angehörige dieser Personengruppe in die nationalsozialistische Diktatur verstrickt waren. Über dieses Projekt kursieren Gerüchte und Fehlinformationen, die uns zu folgender Klarstellung veranlassen:
1. Die erste Projektphase bestand darin, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Sie benennt die zu untersuchende Personengruppe, fasst das unmittelbar zugängliche Material zu den Lebensläufen zusammen und zeigt schließlich auf, welche weiteren Arbeitsschritte die wissenschaftliche Überprüfung dieser Informationen erfordert. Es handelt sich um ein internes Arbeitspapier, das erste Zwischenergebnisse fixiert. Diese Machbarkeitsstudie, die der Bund der Vertriebenen in Auftrag gegeben hat, wurde 2008 abgeschlossen.
2. Auf dieser Basis haben die Bearbeiter seither umfangreiche Archivstudien durchgeführt, um das Zwischenergebnis der ersten Projektphase zu verifizieren, zu präzisieren und gegebenenfalls zu widerlegen. Diese weitaus umfangreichere Arbeit ist mit Mitteln des Bundeministeriums des Innern durchgeführt worden und Ende 2009 abgeschlossen worden. Ihr Ergebnis ist eine Materialsammlung, die die Grundlage für eine Veröffentlichung bildet.
3. Die dritte Projektphase ist derzeit in Vorbereitung. Sie umfasst die Auswertung des gewonnenen Materials und die Abfassung der Studie. Geplant ist, Ergebnisse noch in diesem Jahr vorzulegen.
Das Institut für Zeitgeschichte bedauert, dass vorläufige Befunde an die Öffentlichkeit gelangt sind, die noch nicht auf der Auswertung der gesammelten Archivalien basieren. Sie bilden noch nicht die Grundlage eines wissenschaftlich fundierten Urteils, sondern sind Teil des Weges, der zu diesem führt. Erst wenn die dritte Projektphase abgeschlossen ist, wird das Institut für Zeitgeschichte quellenmäßig fundierte Ergebnisse veröffentlichen, wie das generell üblich ist.


