(openPR) Schilddrüsenbundesverband „Die Schmetterlinge“ appelliert an Frauenärzte:
Essen, 10. Februar 2010. Bei jeder zehnten schwangeren Frau kommt es im Laufe ihrer Schwangerschaft zu einer Funktionsstörung der Schilddrüse. Das Gefährliche: Bleibt diese Funktionsstörung unbehandelt, besteht das Risiko, dass das Kind mit zum Teil enormen Entwicklungsstörungen zur Welt kommt. Darauf macht jetzt der Schilddrüsenbundesverband „Die Schmetterlinge e.V.“ mit Sitz in Essen (Nordrhein-Westfalen) in seinem neu erschienenen Flyer aufmerksam. Der Verein appelliert insbesondere an Frauenärzte, die Schilddrüsenwerte bei Schwangeren im Blick zu behalten. „Während einer Schwangerschaft kommt es zu einer Zunahme des Jod- und Schilddrüsenhormonbedarfs, da die Mutter das Ungeborene mitversorgen muss. Die Gabe von Jodid kann einem Jodmangel zuverlässig vorbeugen“, erklärt Kirsten Wosniack, 1. Vorsitzende von „Die Schmetterlinge e.V.“. „Liegt bei einer Schwangeren zusätzlich ein erhöhter Schilddrüsenhormonbedarf vor oder besteht bereits eine Schilddrüsen-Unterfunktion, ist eine adäquate Substitution mit Levothyroxin erforderlich.“ Hierbei sei zu beachten, dass der Schilddrüsen-Hormonbedarf der Schwangeren in den ersten Monaten steige und eine Dosis-Anpassung erforderlich macht.
Kontrolle des TSH-Wertes alle vier bis sechs Wochen
Eine Schilddrüsen-Unterfunktion bei Schwangeren könne durch Kontrolle des TSH-Wertes frühzeitig erkannt und behandelt werden. „Ab einem TSH-Wert von 4 mU/l raten Schilddrüsen-Experten zu einer Substitution mit Levothyroxin“, sagt Wosniack. Da der Schilddrüsen-Hormonbedarf während der Schwangerschaft steigt, sollte die Bestimmung des TSH-Wertes regelmäßig erfolgen. Schilddrüsen-Experten raten zu einer Kontrolle des TSH-Wertes alle vier bis sechs Wochen. Weiterhin empfehlen sie bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion – auch bei einer latenten – die Substitution mit Levothyroxin als Therapie. „Therapieziel ist, den TSH-Wert in den unteren Normbereich um 1,0 mU/l zu senken“, erklärt Wosniack.
Symptome bei erkrankten Frauen
Frauen mit einer unbehandelten Schilddrüsen-Unterfunktion leiden häufig unter Zyklusstörungen und der Kinderwunsch bleibt oft unerfüllt. Wenn eine Schwangerschaft eingetreten ist, besteht eine erhöhte Gefahr einer Früh- oder Fehlgeburt und die Neugeborenen weisen ein vermindertes Geburtsgewicht und eine erhöhte Missbildungsrate auf und es ist sogar eine eingeschränkte intellektuelle Entwicklung zu befürchten.
Neugeborenen Screening wichtig
Beim Neugeborenen wird zwischen dem 3. und 5. Lebenstag im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung (U2) mittels des Neugeborenen-Screening auf eine eventuelle Schilddrüsenunterfunktionen getestet. Wenn die Mutter unter einer Schilddrüsenerkrankung leidet können die Schilddrüsenwerte des Neugeborenen auch direkt aus dem Nabelschnurblut bestimmt werden. Eine frühzeitig behandelte Schilddrüsen-Unterfunktion bei Neugeborenen kann schließlich Entwicklungsverzögerungen, Behinderungen und Intelligenzdefizite verhindern!
Der Flyer kann beim Schilddrüsenbundesverband angefordert werden!








