Hamburger Primarschul-Starterschulen laufen die Eltern weg

Pressemitteilung von: Volksinitiative "Wir wollen lernen!", Hamburg

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Hamburg, 9. Ferbruar 2010 - Der Start der Primarschule scheint zum Fehlstart zu werden. Vermutlich will nur etwa die Hälfte aller Grundschüler an den 24 so genannten „Starterschulen“ bleiben. Dafür sprechen die ersten bekannt gewordenen Anmeldezahlen. Dr. Walter Scheuerl, Sprecher der Volksinitiative „Wir wollen lernen!“: „Offensichtlich trauen selbst an diesen reformbegeisterten Schulen die meisten Eltern der Primarschule von Schulsenatorin Christa Goetsch nicht – und schicken ihre eigenen Kinder lieber auf die Stadtteilschule oder das Gymnasium.“

An den 24 Starterschulen soll die Hamburger Primarschule bereits ein Jahr eher beginnen: Die derzeitigen Viertklässler sollen dort, geht es nach den Plänen des Schwarz-Grün-Senates, ab Sommer 2010 erstmals die fünfte und ein Jahr später die sechste Klasse besuchen. Die Starterschulen sind über alle 22 Schulregionen Hamburgs verteilt, darunter befinden sich jedoch mit allein neun Schulen besonders viele Grundschulen aus den beiden Schulregionen 21 (Harburg) und 22 (Süderelbe).
Nach den ersten Zahlen, die der Volksinitiative „Wir wollen lernen!“ aus unterrichteten Kreisen zu diesen sog. „Starterschulen“ im Hamburger Süden überlassen worden sind, wollen an diesen Schulen trotz klarer Beschlüsse der Schulleitungen und Schulkonferenzen nur knapp über 50 Prozent der jetzigen Viertklässler auch die fünfte Klasse an diesen „Primarschul“-Starterschulen besuchen. Von den zusammen etwa 690 Viertklässlern an diesen Schulen liegen nach dem Ende der Anmelderunde am vergangenen Freitag liegen lediglich knapp über 360 Anmeldungen für die fünften Klassen an diesen Schulen vor. Rund 330 Mitschüler dieser Starterschulen in Harburg und Süderelbe wollen trotz des „Reform“-Angebots nicht an diesen Primarschulen bleiben, sondern entweder an eine Stadtteilschule oder ein Gymnasium in die fünfte Klasse wechseln.
Ein noch schlechteres Bild für die Reform-Pläne von Senatorin Goetsch ergibt sich in an den anderen Starterschulen in der Stadt: An der „Vorzeige-Primarschule“ Rellinger Straße in Eimsbüttel reichen die Anmeldungen ersten Presseveröffentlichungen zufolge gerade einmal zur Einrichtung einer einzigen Primarschulklasse. Auch an der Clara-Grundwald-Schule in Allermöhe sollen nur knapp 30% der Eltern ihre Kinder dort für die 5. Klassen angemeldet haben.
„Das berechtigte Misstrauen gegen die Primarschul-Pläne des Senates ist eben doch sehr viel größer, als es die Schulbehörde bisher eingeräumt hat“, kommentiert Scheuerl die Zahlen. „Es spricht für sich, dass die Schulbehörde die vollständigen Zahlen nicht von sich aus offen legt, obwohl sie der Behörde seit vergangenem Freitag bekannt sind. Wir haben deshalb die Schulsenatorin gebeten, die vollständigen Zahlen der 24 Starterschulen umgehend vorzulegen“, so Scheuerl. „Vor dem Hintergrund der laufenden Verhandlungen über die Zukunft der Primarschul-Pläne im Hamburger Rathaus haben die Hamburgerinnen und Hamburger ein Recht darauf, die vollständigen Zahlen zu erfahren!“

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Volksinitiative "Wir wollen lernen!"
Bohlens Allee 31
22043 Hamburg
Dr. Walter Scheuerl (Sprecher)
Tel.: +49 (0)40 359 22-270
Fax: +49 (0) 40 359 22-234
E-mail:
Internet: www.wir-wollen-lernen.de

Die Volksinitiative „Wir wollen lernen!“ wurde im Mai 2008 von Ulf Bertheau, Dr. Cars-ten Bittner, Ute Darius, Dr. Walter Scheuerl und Ralf Sielmann als Reaktion auf die Pläne der Hamburger Koalitionsparteien GAL und CDU ins Leben gerufen, die Grundschulzeit auf 6 Jahre zu verlängern und das Recht der Hamburger Eltern ab-zuschaffen, die Schulform der weiterführenden Schule im Anschluss an die Grund-schulzeit wählen zu können. Die Initiative führte vom 28. Oktober bis zum 17. No-vember 2009 ein Volksbegehren durch, bei dem in Hamburg mit 184.500 Unterschrif-ten rund das Dreifache der erforderlichen Unterschriften für die Erhaltung des El-ternwahlrechts und der weiterführenden Schulen ab Klasse 5 gesammelt wurden.

Die Volksinitiative setzt sich ein für

• die Erhaltung weiterführender Schulen ab Klasse 5 in Hamburg,
• die Erhaltung der Wahlfreiheit der Eltern,
• die Erhaltung der „Langformschulen“ (Gesamtschulen),
• ein gutes zweigliedriges Schulsystem mit Stadtteilschulen und den bei PISA wirklich erfolgreichen Gymnasien,
• die Verbesserung der Ausstattung bestehender Schulen,
• die Erhöhung der Anzahl der Lehrer,
• die individuelle Förderung von schwachen und starken Schülern,
• die besondere Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund,
• die Erhaltung kurzer Schulwege,
• und das sorgfältige Umsetzen einer Schul-Reform vor der nächsten!

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