(openPR) Bei chronischem Tinnitus (Ohrgeräusch) ist kaum eine Therapie wirksam, so war die bisher die Einschätzung von Experten. Jetzt gibt es jedoch eine nebenwirkungsarme Stimulationstherapie, die in ersten wissenschaftlichen Studien bei ca. 20-40% der Patienten auch im Vergleich zu Placebostimulation erfolgreich war. Die so genannte rTMS-Therapie basiert auf dem Nachweis, dass bei chronischem Tinnitus die Überaktivierung nicht im Ohr, sondern im Gehirn besteht (Phantomwahrnehmung). Durch neurologische Therapie mit einer sehr intensiven Magnetstimulation am Kopf (rTMS = repetitive transkranielle Magnetstimulation) wird der quälende Charakter der Geräusche vermindert. Bei Anwendung von ca. 10 Sitzungen der ambulant in der neurologischen Praxis von Privatdozent Dr. med. Roland Wenzelburger in Kiel/Altenholz angebotenen Therapie kann eine länger anhaltende Wirkung entstehen. Nicht anwendbar ist die rTMS-Therapie bei Patienten mit Herzschrittmacher, Epilepsie oder bei Schwangeren, da eine magnetsche Feldstärke ähnlich wie bei der Kernspintomographie verwendet wird. Für eine antidepressive Wirkung der rTMS-Therapie wird die Spule über dem Frontalhirn aufgesetzt. Diese Therapie ist sehr nebenwirkungsarm, dabei aber wirksam. Sie belastet den Körper nicht durch zusätzliche Medikamente und hat zur Therapie bestimmter Formen der Depression die strenge Zulassung der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA) erhalten. Neben der Anwendung in deutschen Universitätskliniken wird diese rTMS-Therapie jetzt auch in Kiel in psychiatrischer Zusammenarbeit angeboten. Auch zur Schmerztherapie gibt es mehrere wissenschaftlich untersuchte Anwendungen der repetitiven Magnetstimulation mit der Möglichkeit einer Wirkung auch bei chronischen Schmerzsyndromen. In kleinen Studien wissenschaftlich geprüfte Verfahren mit rTMS stehen außerdem für die Therapie von Demenzen zur Verfügung, sowie für die Rehabilitation inkompletter Lähmung oder bestimmter Formen der Aphasie nach Schlaganfall. Von Beihilfe und privaten Krankenkassen wird die Therapie in der Regel erstattet, von gesetzlichen Kassen leider noch nicht. Weitere Infos finden Sie unter www.netzwerk-neuromodulation.de.













