03.02.2010 - 17:22 - Wissenschaft, Forschung, Bildung
Der HVD Berlin erklärt zur Empfehlung des Wissenschaftsrates
Pressemitteilung von: Humanistischer Verband Deutschlands, Landesverband Berlin e.V.
Der Leiter des Ausbildungsinstituts für „Humanistische Lebenskunde“ beim Humanistischen Verband in Berlin, Wilfried Seiring, gibt zur neuesten Empfehlung des Wissenschaftsrates die Weiterentwicklung des theologischen und religionswissenschaftlichen Feldes betreffend, folgende Erklärung ab:
Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) in Berlin begrüßt die Empfehlung des Wissenschaftsrates angesichts der zunehmenden Pluralisierung der religiösen Bekenntnisse in der Bevölkerung, möglichst bald mit der Ausbildung muslimischer Theologen an deutsche Universitäten zu beginnen. Wir teilen die Auffassung, dass die Wissenschaft sich mit dem Religiösen zu beschäftigen hat, da auch die islamischen Glaubensgemeinschaften in Deutschland bisher keine vergleichbare Lehrerausbildung kennen.
Wir begrüßen zugleich, dass der Wissenschaftsrat nicht nur Empfehlungen für die Gründung der entsprechenden Ausbildungsinstitute ausspricht, sondern auch konkrete Vorschläge für die Ausgestaltung mit Lehrstühlen und zur Finanzierung macht sowie die Mitwirkung der Betroffenen vorsieht. Wir halten dies für einen überfälligen Schritt zu einer zeitgemäßen Integrationspolitik.
Das Grundgesetz sichert allerdings das Recht auf Selbstbestimmung nicht nur den Religionsgemeinschaften, sondern auch den Weltanschauungsgemeinschaften zu. Der Wissenschaftsrat weist ausdrücklich darauf hin, dass dies gerade für Berlin und Brandenburg von besonderer Bedeutung ist, denn in diesen Bundesländern macht das Schulgesetz den Religionsunterricht zur eigenverantwortlichen Angelegenheit der Religions- und Weltanschauungs¬gemeinschaften.
Wir bedauern hingegen, dass der Wissenschaftsrat den Gleichbehandlungsgrundsatz gegenüber dem nicht konfessionell gebundenen Teil der Bevölkerung nicht beachtet hat. Das „Ausbildungsinstitut für Humanistische Lebenskunde“ versucht bereits seit mehr als 10 Jahren die Position des Wissenschaftsrates bezüglich der Konfessionen und deren Auswirkung auf das Wissenschaftssystem für den Teil der nicht konfessionell gebundenen Bevölkerung zu lösen. Dabei hat das Institut des HVD Berlin auf wissenschaftliche Standards geachtet und diese verwirklicht, die nun auch der Wissenschaftsrat fordert. Durch die Arbeit des Humanistischen Verbandes in Berlin und Brandenburg hätte er darauf aufmerksam werden müssen.
Das Angebot einer Ergänzungsausbildung für das Schulfach „Humanistische Lebenskunde“ durch das Ausbildungsinstitut wird von Lehrerinnen und Lehrern in Berlin und Brandenburg immer stärker nachgefragt. Inzwischen werden über 50.000 Schülerinnen und Schüler bei steigenden Anmeldezahlen im Fach „Humanistische Lebenskunde“ unterrichtet. Ein solches Angebot wird in Kürze auch in anderen Bundesländern vorbereitet (NRW, Niedersachsen, Bayern). Diese Ausbildung kann bisher nur berufsbegleitend angeboten werden.
Wir haben daher parallel zum Anliegen des Wissenschaftsrates an einer Ausbildungs-/Studienordnung für ein grundständiges Studium gearbeitet und die Zustimmung der zuständigen Senatsverwaltung erfahren. Optimistisch erwarten wir die Prüfung unserer Absichten durch die Senatsverwaltung, um auch für den großen Kreis der nichtkonfessionellen Schülerinnen und Schüler ein entsprechendes Studienangebot für Lehrer zu schaffen. Ein solches Angebot ist nicht nur wegen der Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes von Bedeutung, es entspräche auch dem Erfordernis zeitgemäßer wissenschaftlicher Ausbildung, wobei die Stärkung der Eigenständigkeit der Wissenschaftsdisziplin auch uns ein Anliegen ist.
Auf der Grundlage unserer bisherigen Ausbildungserfahrungen gehen wir optimistisch in die kommenden Gespräche mit der zuständigen Senatsverwaltung, die abweichend von der Haltung des Wissenschaftsrates bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert hat: Neben der wissenschaftlich-universitären Ausbildung für Religionslehrer der verschiedenen Konfessionen muss es eine gleichwertige Ausbildung von Lebenskunde-Lehrern für weltanschaulichen Unterricht an den Universitäten geben.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Humanistischer Verband Deutschlands / Landesverband Berlin e.V.
Wallstraße 61-65, 10179 Berlin
Tel. 030 613904-0
Internet: www.hvd-berlin.de
Thomas Hummitzsch – Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030 613904-26, Fax: 030 613904-864
E-Mail:
Der Humanistische Verband Deutschlands, Landesverband Berlin e.V. versteht sich als Interessenvertretung religionsfreier Menschen in Berlin. Als Weltanschauungsgemeinschaft ist der HVD nach dem Grundgesetz den Kirchen gleichgestellt.
Er ist Träger zahlreicher sozialer, kultureller und pädagogischer Angebote. Werte wie Selbstbestimmung, Solidarität und Toleranz werden beim HVD Berlin in einer Vielzahl von Projekten und Einrichtungen praktisch umgesetzt.
Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) in Berlin begrüßt die Empfehlung des Wissenschaftsrates angesichts der zunehmenden Pluralisierung der religiösen Bekenntnisse in der Bevölkerung, möglichst bald mit der Ausbildung muslimischer Theologen an deutsche Universitäten zu beginnen. Wir teilen die Auffassung, dass die Wissenschaft sich mit dem Religiösen zu beschäftigen hat, da auch die islamischen Glaubensgemeinschaften in Deutschland bisher keine vergleichbare Lehrerausbildung kennen.
Wir begrüßen zugleich, dass der Wissenschaftsrat nicht nur Empfehlungen für die Gründung der entsprechenden Ausbildungsinstitute ausspricht, sondern auch konkrete Vorschläge für die Ausgestaltung mit Lehrstühlen und zur Finanzierung macht sowie die Mitwirkung der Betroffenen vorsieht. Wir halten dies für einen überfälligen Schritt zu einer zeitgemäßen Integrationspolitik.
Das Grundgesetz sichert allerdings das Recht auf Selbstbestimmung nicht nur den Religionsgemeinschaften, sondern auch den Weltanschauungsgemeinschaften zu. Der Wissenschaftsrat weist ausdrücklich darauf hin, dass dies gerade für Berlin und Brandenburg von besonderer Bedeutung ist, denn in diesen Bundesländern macht das Schulgesetz den Religionsunterricht zur eigenverantwortlichen Angelegenheit der Religions- und Weltanschauungs¬gemeinschaften.
Wir bedauern hingegen, dass der Wissenschaftsrat den Gleichbehandlungsgrundsatz gegenüber dem nicht konfessionell gebundenen Teil der Bevölkerung nicht beachtet hat. Das „Ausbildungsinstitut für Humanistische Lebenskunde“ versucht bereits seit mehr als 10 Jahren die Position des Wissenschaftsrates bezüglich der Konfessionen und deren Auswirkung auf das Wissenschaftssystem für den Teil der nicht konfessionell gebundenen Bevölkerung zu lösen. Dabei hat das Institut des HVD Berlin auf wissenschaftliche Standards geachtet und diese verwirklicht, die nun auch der Wissenschaftsrat fordert. Durch die Arbeit des Humanistischen Verbandes in Berlin und Brandenburg hätte er darauf aufmerksam werden müssen.
Das Angebot einer Ergänzungsausbildung für das Schulfach „Humanistische Lebenskunde“ durch das Ausbildungsinstitut wird von Lehrerinnen und Lehrern in Berlin und Brandenburg immer stärker nachgefragt. Inzwischen werden über 50.000 Schülerinnen und Schüler bei steigenden Anmeldezahlen im Fach „Humanistische Lebenskunde“ unterrichtet. Ein solches Angebot wird in Kürze auch in anderen Bundesländern vorbereitet (NRW, Niedersachsen, Bayern). Diese Ausbildung kann bisher nur berufsbegleitend angeboten werden.
Wir haben daher parallel zum Anliegen des Wissenschaftsrates an einer Ausbildungs-/Studienordnung für ein grundständiges Studium gearbeitet und die Zustimmung der zuständigen Senatsverwaltung erfahren. Optimistisch erwarten wir die Prüfung unserer Absichten durch die Senatsverwaltung, um auch für den großen Kreis der nichtkonfessionellen Schülerinnen und Schüler ein entsprechendes Studienangebot für Lehrer zu schaffen. Ein solches Angebot ist nicht nur wegen der Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes von Bedeutung, es entspräche auch dem Erfordernis zeitgemäßer wissenschaftlicher Ausbildung, wobei die Stärkung der Eigenständigkeit der Wissenschaftsdisziplin auch uns ein Anliegen ist.
Auf der Grundlage unserer bisherigen Ausbildungserfahrungen gehen wir optimistisch in die kommenden Gespräche mit der zuständigen Senatsverwaltung, die abweichend von der Haltung des Wissenschaftsrates bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert hat: Neben der wissenschaftlich-universitären Ausbildung für Religionslehrer der verschiedenen Konfessionen muss es eine gleichwertige Ausbildung von Lebenskunde-Lehrern für weltanschaulichen Unterricht an den Universitäten geben.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
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Er ist Träger zahlreicher sozialer, kultureller und pädagogischer Angebote. Werte wie Selbstbestimmung, Solidarität und Toleranz werden beim HVD Berlin in einer Vielzahl von Projekten und Einrichtungen praktisch umgesetzt.
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