01.02.2010 - 08:08 - Vereine & Verbände
Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit am Beispiel der Internationalen Grünen Woche
Pressemitteilung von: Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e. V. - Tierschutzfachverband (AGfaN)
Wenn wie mit diesem Exponat mit Bilderbuch-Idyllen geworben wird, wirkt die Realität schockierend und beschädigt das Ansehen der Landwirtschaft. Aufn.: Ingrid Wendt
Kritischen Besuchern der IGW, die einen Einblick in die tatsächlichen Verhältnisse auf Bauernhöfen und in Tierfabriken wird zum Beispiel auf dem „ErlebnisBauernhof“ ein Modell mit der Darstellung von Rinder und von Sauen in Hüttenhaltung auf der Weide präsentiert, obwohl insbesondere in Süddeutschland Rinder noch oft in Anbindehaltung und weit verbreitet in geschlossenen sogenannten „Boxenlaufställen" leben und Sauen üblicherweise in Dämmerlichtställen auf einstreulosen Spaltenböden aus Kunststoff oder Beton vegetieren müssen. Wer morgens nach Öffnung der Ausstellung gleich zu den noch kleinen Mastschweinen geht, findet eine saubere Bucht vor. Wer abends kommt wundert sich über
den Kot auf dem angeblich so sauberen Spaltenboden und ahnt vielleicht, dass die Bucht jeden morgen gründlich gereinigt wird, damit es den Besuchern nicht gar zu sehr stinkt und ihnen der Appetit vergeht. Und in der Tat wird das so zugegeben, wenn man ganz früh kommt und die Reinigungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Gezeigt werden auch nur leichte Mastläufer von etwa 35kg, nicht aber, wie
eng es zugeht, wenn sie auf der gleichen Fläche das übliche Endgewicht von 90 bis 110 kg erreicht haben.
Am ehesten können die Besucher sich noch bei den Milchkühen einen Eindruck darüber verschaffen, auf welch schmutzigen Spaltenböden die Rinder leben und sich nur vorsichtig bewegen können, um nicht auf dem Matsch auszurutschen. Allerdings wird der Boden auch in diesem Jahr im Gegensatz zu Betrieben in der Praxis täglich gereinigt.
Bei der Geflügelwirtschaft werden niedliche Masthühner- und Putenküken vor Großfotos präsentiert, auf denen ebenfalls nur Tiere zu Beginn eines Mastdurchganges abgebildet sind. Wie dicht gedrängt es zum Schluss zugeht und dass dann fast alle Tiere aufgrund von schmerzenden Gliedern, Herz-Kreislauf-Problemen und Fußballenentzündungen auf dem feuchten Boden hockend dem Schlachttag entgegendämmern, wird den Besuchern vorenthalten. Es würde ja nicht den Absatz fördern, sondern ihm im Gegenteil abträglich sein. Wer allerdings in die Halle 10 kommt, wo sich das diesjährige Partnerland
Ungarn präsentiert, und sich das zehnminütige Video ansieht, bekommt wenigstens dort einen kurzen Einblick in die tierfeindlichen Lebensbedingungen der Tiere, wie sie auch bei uns in Deutschland so oder noch schlimmer üblich sind.
„Solange in der Landwirtschaft derartig tierfeindliche Verhältnisse üblich sind, darf sich der Bauernverband nicht wundern, wenn sein Image angekratzt bleibt, weil die
Tierschutzorganisationen nicht aufhören, die Leiden der Nutztiere zu thematisieren", meint Frank Bergmann von der Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V.
Autor: Eckard Wendt, Vorsitzender
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V.
Ansprechpartnerin: Eckardd Wendt
Auf der Geest 4
21435 Stelle
Mail:
Telefon / Fax: 04174-5181, E-Mail:
Pressekontakt: Eckard Wendt
Die "Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung" e.V. (AGfaN) ist ein Tierschutzfachverband, der sich schwerpunktmäßig mit der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung befasst. Sie lehnt die Nutztierhaltung nicht prinzipiell ab. Sie wendet sich aber entschieden gegen die praxisübliche Ausbeutung dieser leidensfähigen Mitgeschöpfe, die fast immer eng zusammengepfercht und bei Dämmerlicht vegetieren müssen. Das Anpassen der Tiere an die tierfeindlichen Lebensbedingungen durch Schnabelkürzen bei Puten, Moschus(Flug-)enten und Legehennen und das Kürzen der Schwänze bei Ferkeln sowie das Enthornen der Rinder wird abgelehnt.
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