(openPR) Für reichlich Begriffsverwirrung in den deutschen Medien sorgt immer wieder die so genannte CLOTS Studie aus Großbritannien. Die in der Zeitschrift The Lancet veröffentlichten Studienergebnisse legen nahe, dass Thromboseprophylaxestrümpfe bei immobilen Patienten, die mit einem akuten Schlaganfall in ein Krankenhaus eingewiesen werden, das Auftreten von Thrombosen nicht verhindern. Statt jedoch durchgängig – und richtigerweise – von eben diesen Antithrombosestrümpfen zu sprechen, wird auch auf Kompressionsstrümpfe Bezug genommen. Grund genug für die eurocom hier für Klarheit zu sorgen.
In der genannten Studie wird die Bezeichnung „graduierte Kompressions-strümpfe“ verwendet, um die Behandlung der Gruppe zu beschreiben, welche Strümpfe – genauer Antithrombosestrümpfe der Firma Tyco Healthcare (Covidien) aus den USA - trug. Der Begriff „graduierter Kompressionsstrumpf“ ist unspezifisch und daher möglicherweise der Grund für den in der deutschen Presse aufgetretenen Begriffswirrwarr. Trotzdem dürfen Antithrombosestrümpfe in keinem Fall synonym mit medizinischen Kompressionsstrümpfen verwendet bzw. mit ihnen verwechselt werden. Denn beide Produkte unterscheiden sich ganz erheblich in ihrer Wirkung und in ihren Einsatzgebieten.
Die medizinischen Kompressionsstrümpfe werden in einem standardisierten Verfahren in vier verschiedenen Kompressionsklassen hergestellt, die sich durch den Druck in der Knöchelregion von einander unterscheiden. Zumindest in Europa ist dieses Verfahren standardisiert und qualitätskontrolliert, beispielsweise nach der deutschen RAL-Gütesicherung GZ 387/1 für medizinische Kompressionsstrümpfe.
Medizinische Kompressionsstrümpfe gelten als Basisbehandlung aller Erkrankungen des Venen- und Lymphgefäßsystems. Sie üben einen genau definierten Druck auf das Gewebe und die Gefäße aus. Zuvor erweiterte Venen werden auf ihren normalen Durchmesser zusammengepresst, noch nicht zerstörte Venenklappen schließen sich wieder und werden ihrer Funktion als Rückstauventil gerecht. Das Blut kann ungehindert zum Herzen zurückfließen und staut sich nicht mehr in den Beinen.
Medizinische Kompressionsstrümpfe werden nie zur Thromboseprophylaxe bei bettlägerigen Patienten verwendet. Denn sie entfalten ihre volle Wirkung am Besten, wenn der Patient sich bewegt. In der genannten Studie ging es deshalb ausschließlich um Thromboseprophylaxestrümpfe, die nicht zu den medizinischen Kompressionsstrümpfen gehören.
Diese Strümpfe, auch Antithrombosestrümpfe genannt, werden in Kranken-häusern und Pflegeeinrichtungen bei bettlägerigen und frisch operierten Patienten zur Prophylaxe gegen Thrombose eingesetzt. Für aufrecht gehende und sitzende Patienten sind sie wegen des niedrigen Drucks und der Strickweise nicht geeignet. Antithrombosestrümpfe werden aus Erkennungsgründen nur in weiß gestrickt. Ihre Herstellung ist im Gegensatz zu den medizinischen Kompressionsstrümpfen deutlich weniger standardisiert, weshalb die unterschiedlichen Produkte der verschiedenen Hersteller stark von einander abweichen.












