(openPR) Seit Anfang Juni kann die neu gegründete „Internationale Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik“ (izpp) online als open access gebührenfrei aufgerufen werden. Das halbjährlich erscheinende Fachjournal versteht sich als Forum zur Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit in Fragen zum „Leib-Seele-Problem“. Dabei sollen natur- und geisteswissenschaftliche Aspekte gleichermaßen gewürdigt werden. Neben akademischen Beiträgen werden auch Arbeiten aus der psychotherapeutischen Praxis publiziert, um deren Relevanz für weltanschauliche Haltungen und philosophische Strömungen darzustellen.
Die erste Ausgabe widmet sich unter anderem dem Schwerpunktthema „Gut und Böse“. Nach einer philosophischen Ausführung von Joachim Heil „Wie reden wir über das Böse?“, widmet sich der Psychotherapeut Udo Röser unter dem Titel „Die Banalität des Guten“ eigenen Eindrücken zum Spannungsfeld zwischen Gut und Böse aus der Arbeit mit Suchtkranken. Michael Gerhard von der Universität Mainz führt den Leser in Begrifflichkeiten aus dem asiatischen Kulturkreis, speziell die des Buddhismus ein. Der Psychoanalytiker Norbert Mink unternimmt den Versuch, moderne Lebenswelten vor dem Hintergrund tiefenpsychologischen Denkens neu einzuordnen. Der Themenschwerpunkt wird abgerundet durch den Beitrag von Ulrich Leinhos-Heinke, in dem der Autor untersucht, ob es überzeugende aus der Biologie abzuleitende Argumente gibt, die zur Klärung ethischer Kategorien wie „gut“ und „böse“ beitragen könnten. In freier Assoziation zum Themenschwerpunkt steht abschließend das experimentelle Projekt von Kirsten Brukamp „JFK-Tripple?Good?Bad?“.
Ergänzt wird die Ausgabe durch Originalarbeiten zu allgemeineren philosophisch-medizinischen Fragestellungen. So schreibt Wilfried Noetzel aus Bielefeld über Friedrich Schiller, dessen Denken als Philosoph und Mediziner reflektiert wird. Wolfgang Eirund reflektiert in seiner Arbeit „Die Grenzen des Wahnwissens“ das Spannungsfeld zwischen dem im Wahn erscheinenden Evidenzwissen psychotisch erkrankter Menschen einerseits und dem empirisch ausgerichteten Wissen biologisch orientierter Psychopathologie auf. Der Frage, ob es jenseits medizinischer Versorgungstechnik noch Grundlagen gibt, die notwendig und entscheidend für das Gelingen der Behandlung sind, widmet sich in einer letzten Originalarbeit Joachim Heil unter der Überschrift „Philosophie der Versorgung“.
In der Rubrik „Rezensionen“ findet sich noch eine Besprechung zu Michael Schmidt-Salomons aktuellem Buch „Jenseits von Gut und Böse“ sowie eine Rezension zu Michael Hanekes jüngstem Film „Das weiße Band“.
Unter www.izpp.de können die Beiträge eingesehen und auch als Gesamtausgabe ausgedruckt werden.








