15.01.2010 - 08:20 - Kunst & Kultur

EXPERIMENTE DES LEIBES - Filmpremiere von Hagen Wiel mit live Musik und Vortrag im Nato-Kino Leipzig

Pressemitteilung von: Galerie EMPRAXIS - Forum für Philosophie und Kunst

Bild im Großformat
EXPERIMENTE DES LEIBES von Hagen Wiel
ein Film von Hagen Wiel

Am 07. Feb. präsentiert die Galerie EMPRAXIS in der Nato den neuen Film "EXPERIMENTE DES LEIBES" des Leipziger Medienkünstlers Hagen Wiel. In der Hauptrolle ist Katja Uhlig zu erleben. Der Film stellt den menschlichen Körper als denkenden Leib, ja als künstler-philosophischen Wissensleib in den Mittelpunkt und macht mit der nietzscheanischen Forderung am „Leitfaden des Leibes“ zu denken ernst. Hierzu wird es im Anschluss einen Vortrag von Prof. Volker Caysa und eine Podiumsdiskussion geben.

In einer Live-Performance präsentieren sich die Musiker Stas Mankovich und Sebastian Brunnlechner, welche auch den Sound für den Film produziert haben.

Der Film entstand aus einem mehrsemestrigen Seminar der Philosophin Konstanze Schwarzwald und des Medienkünstlers Hagen Wiel an der HGB Leipzig.

Fotos, den Trailer und eine Filmbeschreibung findet man unter:
experimente.empraxis.net

Ort:
Kino Nato / Karl-Liebknecht-Straße 48 / 04275 Leipzig / Tel. 00 49 / 3 41 / 3 01 43 97

Zeit:
07.02.2001 / 19.00 Uhr - 23.00 Uhr

Heidegger:
„Der Entwurf ist die existenziale des Spielraumes des faktischen Seinkönnens. Und als Geworfenes ist das Dasein in diese Seinsart des Entwerfens geworfen. Das Entwerfen hat nichts zu tun mit dem Sichverhalten zu einem ausgedachten Plan, gemäß dem das Dasein sein Sein einrichtet, sondern als Dasein hat es sich je schon entworfen und ist, so lange es ist, entwerfend.“

Thematisiert wird in diesem Film das Verhältnis von der Geworfenheit des Einzelnen und dem Versuch, sich existenziell selbst zu gestalten.
Rauschende Bilder lassen es dem Betrachter offen, sich mit ihnen zu identifizieren und damit mit der Hauptfigur des Filmes, oder der stille Beobachter zu bleiben. Gezeigt wird ein Individuum, das sich mit seiner Existenz leibhaftig auseinandersetzt. Es kämpft, spielt, entdeckt, scheitert an sich, um sich im Gegenzug wieder neu zu formieren. Diese experimentelle Haltung selbst soll als kritische Haltung verstanden werden, in der das Individuum mit sich selbst ins Gericht geht und zugleich mit seiner Um- bzw. Mitwelt. Kann es ausschließlich SELBST sein, alles andere um sich vergessend? Oder wird es immer schon von der Außenwelt determiniert?

"Experimente des Leibes" stellt die empraktische Präsenz des Körpers eines Individuums inmitten einer scheinbar menschenleeren, selbstzentrierten Welt dar.
Im vollzughaften Erfahren der die Figur umgebenden Welt, der Natur, die als Teil ihrer eigenen Leibhaftigkeit präsentiert wird, lernt sie sich selbst mehr und mehr kennen.
Exemplarisch wird der Leib des Individuums, sowohl als Natur, die wir je schon selbst sind in unserer affektiven Geworfenheit und als Leib, der sich körpertechnikvermittelt selbst entwirft, in eine sowohl künstlerische als auch philosophische Debatte eingeführt, die die Probleme von Kunst und Philosophie als gemeinsame thematisiert. In welchem Verhältnis steht das Selbst zum Ich? Was heißt Empraxis im Gegensatz zur Praxis? Was heißt Vernunft im Gegensatz zum Verstand und was heißt Skeptizismus im Gegensatz zu existenzieller Kritik? Leibhaftiges Selbstdenken?
Die Figur unternimmt den bedingungslosen Versuch „sich selbst“ zu spüren, aufgrund der eigenen Körpererfahrung, aufgrund des eigenen Beziehungsnetzes, aufgrund der eigenen Geschichte und aufgrund des eigenen Werkes, das experimentell kritisch hinterfragt im leiblichen Erleben der Welt wird.
Das Erkennen seiner Selbst lebt für sie vom emphatischen Augenblick des unmittelbaren Erlebens. Im Akt des Agierens erfährt sie sich als Intensität. Ohne dieses begreifende Handeln oder handelnde Begreifen bliebe das Leben für sie etwas Amorphes, Ungestaltetes, Bedrohliches. Der Begriff des Selbst bleibt also keine Floskel, sondern bewegt sich auf die Welt zu, indem es versucht, seine eigene Welt leibvermittelt zu „definieren“.
Offen bleibt letztlich ganz bewusst die Frage, ob dieses (Lebens-)Experiment des Leibes glückt oder scheitert. Oder ob gerade in den Nuancen des Scheiterns ein „Glücken“ steckt, das die Figur auf ihrem Weg vorantreibt und streckenweise vielleicht sogar über sich hinauswachsen lässt.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

GALERIE EMPRAXIS
Wächterstraße 11
04107 Leipzig

Mr. Jan Louis Kuckuck

Fon: 0163-9045228

Die Galerie EMPRAXIS besteht seit 3 Jahren mit Sitz an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und entstand aus einem gemeinsamen Seminar mit der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig und der HGB. In diesem Seminar mit dem Titel "Experimente des Leibes", wird der Anspruch verfolgt, Philosophie und Kunst transdisziplinär zusammenzuführen.

News-ID: 387286 • Views: 1110

Mitteilung teilen und kommentieren


Permanenter Link zu dieser Pressemeldung:


Wir freuen uns, wenn Sie z.B. auf Ihrer Presse- oder Referenzen-Seite auf openPR.de linken.
Für die Inhalte dieser Meldung ist nicht openPR.de sondern nur der jeweilige Autor verantwortlich.

Haftungsausschluss - openPR distanziert sich von dem Inhalt der Pressemitteilungen. Lesen sie hier mehr