Zeitarbeit: DGB-Tarifverhandlungen mit Nach- und Nebenwirkungen

Pressemitteilung von: Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit (I.Q.Z.)
PR Agentur: rheinland relations

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N. Fuhrmann (IQZ) zur aktuellen Tarifsituation
Sindelfingen, 7. Januar 2010 | Die Tarifsituation in der Zeitarbeitsbranche hat über den Jahreswechsel nichts an Brisanz verloren. Nach dem Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg zur Tariffähigkeit der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP), stehen zu Beginn des neuen Jahres die DGB-Tarifverträge im Fokus.

Norbert Fuhrmann, Tarifexperte und Geschäftsführer der Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit (IQZ) erwartet „schwierige Verhandlungen" und fordert von der Arbeitgeberseite ein entschiedenes Handeln:

„Die Aufnahme und der erfolgreiche Abschluss neuer Verhandlungen sind für die Branche wichtiger denn je. Insbesondere wenn es in den kommenden Monaten zu der prognostizierten Konjunkturerholung kommen sollte.

Denn obwohl es diesbezüglich noch zu keiner einheitlichen Rechtsprechung gekommen ist, gehe ich davon aus, dass die Inbezugnahme der gekündigten DGB-Tarifverträge bei Neueinstellungen sich letztlich als nicht zulässig herausstellen wird. Das würde bedeuten, dass jeder neue Mitarbeiter - auch unter Bezugnahme der BZA- und iGZ-Tarifverträge - seit dem 1. Januar diesen Jahres nach Equal Pay bezahlt werden muss.

Kritisch sehe ich, dass die Gewerkschaften nicht nur durch das CGZP-Urteil und den unsicheren Nachwirkungsstatus verhandlungstechnisch ‚Oberwasser' haben. Durch die Festlegung des iGZ erst in Verhandlungen mit den Gewerkschaften einzutreten, nachdem diese mit dem BZA geführt worden sind, hat man sich in eine gefährliche Sackgasse manövriert. Schließlich gab es seit mehr als einem Jahr keine Verhandlungen zwischen BZA und der DGB-Tarifgemeinschaft, die diese Bezeichnung verdient gehabt hätten.

Zum besseren Verständnis: Vor der Aufnahme von Tarifverhandlungen legt man ein Angebot vor. Das des BZA sah im November 2008 wie folgt aus:

ab ----------- Steigerung* ---- Lohn
01.05.2009 ____ 0,8 % ____ 7,44 €
01.12.2009 ____ 1,5 % ____ 7,52 €
01.05.2010 ____ 2,9 % ____ 7,59 €

Dieses Angebot lehnten die Gewerkschaften ab und forderten deutliche Nachbesserungen. Zu Tarifverhandlungen im eigentlichen Sinne kam es nicht. Das Folge-Angebot des BZA wurde am 19. Januar 2009 vorgelegt - überraschenderweise mit niedrigeren statt höheren Kennzahlen:

ab ------------ Steigerung* ---- Lohn
01.10.2009 _____ 1 % _____ 7,45 €
01.04.2010 _____ 1 % _____ 7,52 €

Dass sich die Gewerkschaftsseite diesem ‚Angebot' ebenfalls verweigerte, versteht sich von selbst. Statt dessen machten die Arbeitnehmervertreter in den folgenden Monaten wiederholt darauf aufmerksam, dass seit 2004 eine Verhandlungsverpflichtung für Branchenzuschläge seitens des BZA besteht. Diese Verpflichtung wurde bis heute nicht eingelöst. Währenddessen kreist der iGZ weiter in der selbstauferlegten Warteschleife.

Die vorliegenden Zahlen lassen den Schluss zu, dass in den vergangenen Monaten und Jahren auf Arbeitgeberseite nicht verantwortungsbewusst und zielstrebig an einer Weiterentwicklung der bestehenden Tarifverträge mit den DGB-Gewerkschaften gearbeitet wurde.

Wird weiter nach diesem Muster verfahren, steht zu befürchten, dass die Gewerkschaften geschlossen aussteigen. Spätestens dann hätte man der Branche einen Bärendienst erwiesen."

* Die prozentualen Zuwachsraten beziehen sich auf 2006 (7,38 €)

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Die Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit unterstützt Sie gerne bei Ihren Recherchen bezüglicher dieser Presseinformation und allen weiteren Anfragen rund um das Thema Zeitarbeit.

Unternehmenskontakt:
I.Q.Z. Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit GmbH
Würbenthaler Str. 2
71065 Sindelfingen

Geschäftsführer: Norbert Fuhrmann

Tel.: 07031 43737-11
E-Mail:
Internet: www.iq-z.de

Pressekontakt:
rheinland relations
Berliner Freiheit 16
53111 Bonn

Ansprechpartner: Christian Windeck

Tel.: 0228 555 265 95
E-Mail:
Internet: www.rheinland-relations.de

Die Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit (IQZ) verleiht seit 2008 das „Qualitätssiegel Zeitarbeit“ an Personaldienstleister, die sich einem umfangreichen Kriterienkatalog verschreiben. Neben der Verpflichtung angemessene und faire Löhne zu bezahlen, erklären sich die Verleiher beispielsweise bereit, Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten, regelmäßige Mitarbeitergespräche zur Leistungsbewertung durchzuführen und Übernahmen in den Entleihbetrieb nicht zu behindern. Weitere Informationen zur IQZ, ihren Mitgliedern und Unterstützern finden Sie im Internet unter www.iq-z.de.

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