21.12.2009 - 12:19 - Wissenschaft, Forschung, Bildung
Ravensburger Schüler reparieren Bus für eine Schule in Nigeria - Für Afrika lernen und helfen
Pressemitteilung von: Berufsbildungswerk Adolf Aich RavensburgPR Agentur: Stiftung Liebenau Kommunikation

Ein Bus für Nigeria: Lutz Nischelwitzer, Leiter der Sonderberufsfachschule an der Josef-Wilhelm-Schule, Lehrer Maik Willer und seine Schülerinnen und Schüler (von links) übergeben das reparierte Fahrzeug an Klaus Wagner (ganz rechts im Bild).
Engagement für Nigeria
Seit einiger Zeit schon unterstützt Klaus Wagner aus Tettnang-Laimnau ein Kindergarten- und Schulzentrum in der nigerianischen Stadt Okigwe. Um dort nun auch eine Berufsschule aufbauen zu können, hat der 37-Jährige eine private Hilfsinitiative ins Leben gerufen. Den Gründer der Schule, den afrikanischen Priester Dr. Josephat Nwankwo, kennt er, seit dieser in der Seelsorgeeinheit Argental einst die Urlaubsvertretung übernommen und während dieser Zeit im Haus von Wagners Familie gewohnt hatte.
Partner gesucht
Der Plan: Ein günstig erworbener VW-Bus sollte Hilfsgüter nach Nigeria bringen. Der Haken an der Sache: Der Transporter war nicht mehr so ganz fahrtüchtig. Auf der Suche nach freiwilligen Mechanikern und Werkstätten startete Wagner dann über die Tagespresse einen Aufruf. Daraufhin meldete sich die Josef-Wilhelm-Schule (JWS) und bot Wagner ihre Hilfe an.
Schüler profitieren doppelt
Gleich nach den diesjährigen Herbstferien ging’s los: Zusammen mit ihrem Lehrer Maik Willer brachten elf Schüler des Berufsvorbereitungsjahres in der schuleigenen Kfz-Werkstatt den Bus wieder in Schuss. So mussten etwa ein Zylinderkopfschaden behoben, Zahnriemen sowie Wasserpumpe erneuert und die Fenster mit Blechen gesichert werden. "Ein ideales Projekt", findet Lutz Nischelwitzer, Leiter der JWS-Sonderberufsfachschule: "Unsere Jugendlichen haben dabei viel über die Probleme in Nigeria gelernt und erfahren, unter welchen Bedingungen die afrikanischen Schüler dort leben und lernen." Zudem hätten sie sich in der Werkstatt natürlich auch technisches Know-how angeeignet und an einem konkreten Objekt wichtige praktische Erfahrungen für ihren späteren Beruf gesammelt.
75 Arbeitsstunden
75 Schulstunden haben die Ravensburger Schüler insgesamt damit verbracht, den VW-Bus wieder auf Vordermann zu bringen. Neben der Arbeitszeit musste aber auch Geld für die ganzen Ersatzteile investiert werden. Ein Teil der finanziellen Mittel konnte durch Zuschüsse aus dem Sonderschulfonds für innovative Projekte der Diözese Rottenburg-Stuttgart gedeckt werden.
Bus geht auf die Reise
Klaus Wagner freut sich über die willkommene Unterstützung aus dem BBW. "Ohne diese Hilfe hätte das Ganze nicht funktioniert", meint er angesichts der aufwändigen und unter normalen Umständen ziemlich teuren Reparaturen. Den vor wenigen Wochen mit rauchendem Motor abgelieferten Bus konnte er nun in einwandfreiem betriebs- und verkehrssicherem Zustand wieder abholen. Jetzt kann es also los gehen: Im neuen Jahr wird das Fahrzeug – vollgepackt mit gespendeten Geräten und Schulmaterialien, die Wagner mit seiner Initiative zusammengetragen hat – von Hamburg aus in die nigerianische Hafenstadt Lagos verschifft. Dort wird der Bus von Pfarrer Dr. Josephat Nwankwo persönlich in Empfang genommen und dient künftig als Transportmittel für die Schule in Okigwe.
Hilfe ist dringend nötig
Dass diese Hilfe nötig ist, davon konnte sich Klaus Wagner bei einem Nigeriabesuch mit eigenen Augen überzeugen. In den dortigen Schulen fehlt es an so vielem. So hätten die afrikanischen Kinder beispielsweise ihre eigenen Stühle von zuhause mit in die Schule gebracht, um dort überhaupt eine Sitzgelegenheit zu haben. Wagner: "So etwas kann man sich hierzulande überhaupt nicht vorstellen."
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Stiftung Liebenau Kommunikation
Petra Oberhauser
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
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