(openPR) Die Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) fordern Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler heute in einem Offenen Brief auf, von seinen Plänen Abstand zu nehmen, die Leitung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zugunsten einer pharmafreundlichen Führung auszutauschen. Damit werde der Einfluss der Pharmaindustrie auf das Gesundheitswesen weiter wachsen. Die IPPNW kritisiert in dem Offenen Brief: „Die übergroße Nähe der Medizin zur Pharmaindustrie bedroht inzwischen ernsthaft die Unabhängigkeit der Medizin und die Integrität des ärztlichen Berufsstandes. Sie wirkt sich nachteilig aus auf eine rationale Arzneimitteltherapie, die Unabhängigkeit ärztlicher Fortbildung und die Kosten im Gesundheitswesen. Sie begünstigt eine einseitig auf Medikamente gestützte Therapie und Therapieforschung und führt zu einer Ausweitung von Krankheitskonzepten, selbst der Erfindung von Krankheiten“.
„Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ist eine der wenigen Institutionen in Deutschland, die unabhängige Therapiebewertungen vornimmt. Wird die Unabhängigkeit des Instituts zugunsten von Lobbyinteressen aufgeweicht, ist dies keine am Gemeinwohl orientierte Gesundheitspolitik“, erklärt IPPNW-Vorstandsmitglied Dr. Dieter Lehmkuhl.
Den Offenen Brief an den Gesundheitsminister finden Sie unter http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Soziale_Verantwortung/Offener_Brief_an_Roesler.pdf
Die IPPNW hat unter der Überschrift „Pharmalobby stoppen – Für eine unabhängige Therapiebewertung" eine Unterschriftenaktion gestartet. Sie kann online unterzeichnet werden unter http://www.ippnw.de/index.php?id=527

