26.11.2009 - 17:21 - Vereine & Verbände

Deutsche Meister im Metallhandwerk: Die Hälfte der Sieger aus Baden-Württemberg

Pressemitteilung von: Unternehmerverband Metall Baden-Württemberg
PR Agentur: Susanne Wetterich Kommunikation

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Die Sieger aus Baden-Württemberg mit Landesinnungsmeister Peter Mader. v.r.n.l: Peter Mader, Matthias Gresser, Johannes Ehnert, Stefan Echle
Landesinnungsmeister Peter Mader: Hohes Ausbildungsniveau bestätigt

Bei den Deutschen Meisterschaften im Metallhandwerk am 13./14. November in Northeim hat Baden-Württemberg am erfolgreichsten abgeschnitten: Drei der sechs Bundessieger wurden in baden-württembergischen Innungsbetrieben ausgebildet. Nach erfolgreicher Lehre überzeugten der Feinwerkmechaniker Stefan Echle (Ausbildungsbetrieb: Werkzeugmachermeister Volker Jochum, Eimeldingen), der Konstruktionstechniker Matthias Gresser (Ausbildungsbetrieb: Andreas Gempper Metall- und Stahlbau, Meßstetten) und der Metallgestalter Johannes Ehnert (Ausbildungsbetrieb: Oskar Hafen, Meckenbeuren) mit ihrem Prüfstück in ihrer jeweiligen Fachrichtung.

Stefan Echle hat im Betrieb des Werkzeugmachermeisters Volker Jochum in Eimeldingen die Ausbildung zum Feinwerkmechaniker absolviert. Der Vater des 22-Jährigen führt selbst einen Betrieb. Gelernt hat der Abiturient allerdings in dem Partnerbetrieb, „die bessere Lösung“, wie er im Rückblick meint. Dort hat er sich während seiner zweieinhalbjährigen Ausbildung (weil er Abitur hat, wurde die Lehrzeit um ein Jahr verkürzt) sehr wohlgefühlt. Die dreigliedrige Ausbildung (praktische Arbeit im Betrieb, Berufsschule und Kurse) hat ihm Spaß gemacht. Fasziniert hat ihn, wie Einzelteile sich zu einem großen Ganzen fügen, und es macht ihn stolz und zufrieden, „Teil des Ganzen zu sein“.
Zum Bundeswettbewerb kam der frischgebackene Geselle als Sieger im Landeswettbewerb. Neben dem Herstellen eines Teils war beim Bundeswettebewerb auch theoretisches Wissen gefragt: Es galt, ein Computerprogramm zu schreiben, die Funktionen einer Baugruppe genau zu beschreiben und eine pneumatische Steuerung aufzubauen. Sowohl sein praktisches Können als auch das theoretische Wissen hat die Jury voll überzeugt.
Stefan Echle ist nun in den väterlichen Betrieb gewechselt, den er übernehmen möchte. Er will den Meister machen, aber auch ein Ingenieurstudium hat er im Blick.

Andreas Gempper, Chef der Andreas Gempper Metall- und Stahlbau in Meßstetten, ist auf seinen früheren Lehrling Matthias Gresser sehr stolz. Der 22-Jährige hatte nach der Hauptschule zunächst eine Schreinerlehre absolviert. Seine Aussichten in diesem Beruf sahen jedoch nicht gut aus, und Gresser hat eine Zeitlang lediglich Industriemöbel zusammengebaut – eine Tätigkeit, die ihn nicht zufrieden stellte. So half er in Gemppers Betrieb aus und wurde alsbald vom Chef gefragt, ob er nicht eine Ausbildung machen wollte. Er wollte und ist nun nach drei Jahren Lehrzeit Geselle.
Beim Bundeswettbewerb musste er ein Werkstück herstellen. Dabei kam es vor allem auf Präzision an. Das liegt dem jungen Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik, dem knifflige Aufgaben besondere gefallen und dem das dazu gehörende Rechnen keine Mühe bereitet. Deswegen hat er stets an sich geglaubt, auch wenn ein Lehrer an der Berufsschule einmal zu ihm sagte: „Wenn Sie so weitermachen, wird aus Ihnen nie was“.
Ob er noch den Meister draufsattelt, weiß Matthias Gresser noch nicht genau. In einem ist er sich aber sicher: Er will „beim Gempper bleiben“. Das deckt sich mit den Wünschen seines Chefs, der genau dasselbe hofft.

Die Metallgestalter verstehen sich als die Künstler im Metallhandwerk. Schließlich ist die gängigere Berufsbezeichnung „Kunstschmied“. Diesen Beruf hat Preisträger Johannes Ehnert bei Oskar Hafen in Meckenbeuren erlernt, und der erfahrene Ausbilder und Leiter der Landesfachgruppe in diesem Berufszweig hat schnell das Talent seines Lehrlings erkannt. Der Abiturient kennt das Handwerk aus dem elterlichen Betrieb, den er übernehmen möchte.
Ehnerts Erfolg habe viele Väter, meint Hafen bescheiden. Nicht zuletzt die Lehrer an der gewerblichen Schule in Göppingen, die Ehnert neben seiner praktischen Ausbildung im Betrieb besuchte, hätten wesentlich dazu beigetragen, und die Motivation und das Können des Auszubildenden selbst. Besonders zielstrebig sei er, berichtet Hafen, und kreativ. Deshalb ist der Geselle auch bereits dabei, in Göppingen den Meister zu machen.
Hafen hat Johannes Ehnert gerne ausgebildet. Dennoch findet er es gut, dass sein ehemaliger Lehrling nach erfolgreicher Meisterprüfung im September 2010 zurück ins heimatliche Dresden geht. In Meckenbeuren hat mittlerweile bereits der nächste Lehrling angefangen; von den zwölf Mitarbeitern im Betrieb sind stets vier Auszubildende.

Die Metallgestalter-Azubis aus Baden-Württemberg besuchen neben ihrer betrieblichen Ausbildung die Landesfachklasse für Metallgestaltung an der gewerblichen Schule in Göppingen, die als einzige im Land die schulische Ausbildung für diesen Berufszweig anbietet. Der Unternehmerverband Metall unterhält in der Nähe der Schule für die Lehrlinge ein Wohnheim.
Fast immer sind die Sieger beim Bundeswettbewerb in diesem Berufszweig Absolventen der Göppinger Schule. Die besondere Qualität der Ausbildung führt Rainer Schauder, beim Unternehmerverband Metall Referent für Aus- und Weiterbildung, auf die hohe Motivation von Schülern und Lehrern und das gute Zusammenwirken zwischen Schule und der Landesfachgruppe Metallgestaltung zurück. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, das anerkannt hohe Niveau und die Leistungsfähigkeit der baden-württembergischen Metallgestalter zu bewahren, zu fördern und weiter auszubauen.

„Der Erfolg beim Bundeswettbewerb zeigt, dass das baden-württembergische Metallhandwerk mit seinen engagierten Innungen und Mitgliedsbetrieben in Deutschland eine Spitzenstellung einnimmt“, kommentiert Landesinnungsmeister Peter Mader das Ergebnis. „Das Handwerk bleibt nicht beim reinen Wissen stehen, sondern verbindet es mit Können, und nur das ist zukunftsträchtig.“ Der Unternehmerverband Metall Baden-Württemberg fördert die Ausbildung der Lehrlinge in vielfältiger Weise: Neben Informationsmaterial, das den einzelnen Innungen und Betrieben zur Verfügung steht, erstellt der Verband Rahmen-Ausbildungspläne und wirkt bei der Erarbeitung der landeseinheitlichen Prüfungsaufgaben mit. „Wir stehen unseren Mitgliedsbetrieben und Auszubildenden mit Rat und Tat zur Seite – sei es mit individueller Beratung, Hilfe und Tipps bei Ausbildungsproblemen, einem eigenen Internetauftritt für den Nachwuchs oder mittels der Übernahme der Kosten, die im Zusammenhang mit den Wettbewerben für die Teilnehmer anfallen“, sagt Hauptgeschäftsführer Peter Geckeler.
Die Deutschen Meisterschaften im Metallhandwerk bedeuten jeweils eine Leistungsschau über den Stand der Ausbildung. Das Niveau liegt in Deutschland auch im europäischen Vergleich an der Spitze. „Dies zeigt, dass die duale Ausbildung, wie sie in Deutschland praktiziert wird – Fachbetrieb und Berufsschule – ein Erfolgskonzept ist“, sagt Peter Mader.

Die breit angelegte berufliche Grundbildung der Metallhandwerkberufe bildet eine gute Basis für die Meisterqualifikation. Sie eröffnet viele Wege bis hin zum eigenen Betrieb oder zu interessanten Spezialisierungen. Nach der Meisterausbildung steht den Absolventen auch eine akademische Karriere offen.
„Eine Entscheidung für das Metallhandwerk bedeutet eine Entscheidung für einen Beruf mit Zukunft“, betont daher Landesinnungsmeister Peter Mader, der darauf verweist, dass die Ausbildungszahlen stabil sind und die Bereitschaft der Betriebe, Nachwuchs auszubilden, auch in Zeiten der Krise unvermindert fortbesteht.

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Dem Unternehmerverband Metall, Landesinnungsverband für das Metallbauer- und Feinwerkmechanikerhandwerk Baden-Württemberg (UVM) gehören 49 Innungen mit rund 2.300 Betrieben und 32.200 Beschäftigten an. Er betreut die Handwerke Metallbauer (Schlosser und Schmiede) und Feinwerkmechaniker (Maschinenbaumechaniker, Werkzeugmacher, Dreher und Feinmechaniker) und die Berufe Mechatroniker, technischer Zeichner und Zerspanungsmechaniker.
Der Verband ist einerseits als Arbeitgeberorganisation zuständig für den Abschluss von Tarifverträgen die Interessensvertretung der Betriebe gegenüber Politik und Öffentlichkeit, andererseits Fachverband, der die Betriebe in fachlichen Belangen unterstützt und qualifizierte Fortbildungsmaßnahmen durchführt.

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