openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Auch in 2009 kein Anstieg der HIV-Neudiagnosen in Hessen. Aidshilfen aktualisieren ihre Präventionsstrategien.

24.11.200917:41 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Auch in 2009 kein Anstieg der HIV-Neudiagnosen in Hessen. Aidshilfen aktualisieren ihre Präventionsstrategien.
www.welt-aids-tag.de
www.welt-aids-tag.de

(openPR) Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 01.12.2009 hat das Robert-Koch-Institut Berlin die Eckdaten zur epidemiologischen Entwicklung in 2009 veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Neudiagnosen in Hessen im zweiten Jahr in Folge nicht angestiegen. Klaus Stehling, Geschäftsführer der hessischen Aidshilfe erklärt zur Situation in Hessen: „Hessen liegt, was die epidemiologische Entwicklung angeht, im Bundestrend. Damit bewegen wir uns auch im europäischen Vergleich auf einem stabil niedrigen Niveau.“ Diese Tatsache sei aus Sicht der Aidshilfen dem Zusammenwirken der Präventionsarbeit und der guten medizinischen Versorgung in Deutschland zu verdanken. In Hessen lebten nach den aktuellen Schätzungen des RKI, in die die Dunkelziffer von noch nicht bekannten Infektionen bereits mit einbezogen seien, aktuell ca. 6.500 Menschen mit dem HI-Virus. Darunter zählten ca. 1.200 Frauen und ungefähr 20 Kinder. Etwa 225 Menschen hätten sich im Jahr 2009 in Hessen neu mit HIV infiziert.

Mit rund 70% der HIV-Neuinfektionen sind auch in Hessen weiterhin Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), am stärksten betroffen. Dazu Mario Ferranti, Vorstand der AIDS-Hilfe Hessen: „Diese Gruppe hat in Deutschland seit Beginn des Auftretens von HIV die Hauptlast der Infektionskrankheit zu tragen. Der hohe Anteil bei den Neuinfektionen ist vor allem auf die erheblich höhere Wahrscheinlichkeit, innerhalb der Gruppe auf einen HIV-positiven Sexualpartner zu treffen, zurückzuführen. Das durch Studien belegte hohe Maß an safer-sex-Verhalten homosexueller Männer gleicht dies nicht aus.“.

Um das Schutzverhalten zu stärken und safer sex entsprechend neuerer Erkenntnisse weiterzuentwickeln beteiligen sich die hessischen Aidshilfen in ihrer vor Ort - Arbeit an der bundesweiten MSM-Präventionskampagne der Deutschen AIDS-Hilfe ‚ICH WEISS WAS ICH TU’ (www.iwwit.de). Ferranti weiter: „Dazu zählt auch eine stärkere Bewerbung des HIV-Tests, zuletzt im Rahmen von Aktionswochen; denn etwa ein Drittel der HIV-Infektionen wird erst spät aufgrund von Krankheitssymptomen festgestellt. Für diese sogenannten 'late presenter' sind die heutigen Therapieoptionen häufig schon stark eingeschränkt.“

Die persönliche Ansprache, ergänzt Klaus Stehling, sei insbesondere in der Präventionsarbeit für die Gruppe der MSM in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden: „Kondome schützen – das muss man heute keinem schwulen Mann mehr vermitteln. Die Aidshilfen setzen deshalb verstärkt auf Angebote, die MSM darin unterstützen, ihre individuellen Schutzstrategien kritisch zu hinterfragen.“

In der Präventionsforschung sei die Notwendigkeit der Stärkung personalkommunikativer Angebote für alle Zielgruppen unumstritten. „Realisieren können wir dies aber nur mit den entsprechenden personellen Ressourcen“, betont Stehling und sieht hier die Landesregierung und die Kommunen in der Pflicht. „Wir mussten in den vergangenen Jahren trotzt vielfältiger ehrenamtlicher Unterstützung und intensiver Spendeneinwerbung unsere Beratungs- und Präventionsangebote zunehmend einschränken, weil die öffentliche Förderung nicht mit der Kostenentwicklung Schritt hält. Wir fordern deshalb die hessische Landesregierung auf, sich stärker an der Finanzierung unserer Präventions- und Beratungsarbeit zu beteiligen.“

Das Niveau der medizinischen Versorgung von HIV-Infizierten sei in Deutschland generell sehr gut, erklärt Stehling. Allerdings gelte dies für Hessen außerhalb der Versorgungsschwerpunkte in Mittelhessen und im Rhein-Main-Gebiet nur eingeschränkt. Betroffene, die in ländlichen Regionen lebten, müssten deshalb einen hohen Aufwand und weite Wege in Kauf nehmen, um eine adäquate Versorgung zu erhalten.

„Die Lebenssituationen von Menschen mit HIV unterscheiden sich erheblich. Viele der Betroffenen haben ihre Infektion weitgehend in ihr Leben integriert und verfügen über ein soziales Umfeld, das mögliche Belastungen tragbar macht. Andere hingegen können die Folgen einer HIV-Infektion kaum alleine bewältigen“, schildert Mario Ferranti: „Dabei kann es um gesundheitliche Beeinträchtigungen, den Verlust der Arbeitsfähigkeit, daraus resultierende Verarmung sowie Zukunfts- und Existenzängste gehen, aber auch um Probleme in Partnerschaft und Sexualität.“ Generell sei ein offener Umgang mit der Infektion kaum möglich: "Oftmals wird eine HIV-Infektion geheimgehalten aus Angst vor Ablehnung, Benachteilgung und Diskriminierung, die viele bereits erfahren haben. Das Leben als Geheimnisträger in eigener Sache wird an sich als belastend erlebt, oftmals mit der Folge sozialer Isolation.“

Neben der Präventionsarbeit präge die Bandbreite der hieraus resultierenden Hilfebedarfe das Handeln der hessischen Aidshilfen. Exemplarisch verweist Stehling auf die Unterstützung Betroffener bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung und der materiellen Lebensgrundlagen, aber auch auf Angebote zur Alltagsgestaltung und auf Gesprächsangebote, die den Betroffenen Raum gäben, ohne Zeitdruck über ihre Lebenssituation und ihre inneren und äußeren Konflikte zu sprechen.


Ihre Ansprechpartner:
• Klaus Stehling (AIDS-Hilfe Hessen e.V., Geschäftsführer, Tel.: 069/590711, E-Mail)
• Mario Ferranti (AIDS-Hilfe Marburg e.V., Geschäftsführer, Vorstand im Landesverband der hessischen AIDS-Hilfen, Tel.: 06421/64523, E-Mail, erreichbar ab Dienstag, 01.12.2009)


Weitergehende Informationen zur Arbeit der hessischen AIDS-Hilfen erhalten Sie über den Landesverband der hessischen AIDS-Hilfen. Für eine vertiefende Darstellung stellen wir gern den Kontakt zu AIDS-Hilfen in Ihrer Region her (s. auch Adressen in der beiliegenden PDF).


Epidemiologische Informationen auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts Berlin:
http://www.rki.de/cln_011/nn_225576/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/hiv__node.html__nnn=true

Kampagnenseite zum Welt-AIDS-Tag 2009 mit Pressefeatures und weiteren Informationen: http://www.welt-aids-tag.de/index.php
(Kooperation der Deutschen AIDS-Hilfe, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen AIDS-Stiftung)

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 374239
 168

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Auch in 2009 kein Anstieg der HIV-Neudiagnosen in Hessen. Aidshilfen aktualisieren ihre Präventionsstrategien.“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Die BERGISCHE KRANKENKASSE bietet Expertenchat zum Thema
Die BERGISCHE KRANKENKASSE bietet Expertenchat zum Thema
Am 1. Dezember war Welt-Aids-Tag. Aus diesem Anlass lädt die BERGISCHE KRANKENKASSE am kommenden Dienstag, den 5. Dezember alle Interessenten herzlich zur Teilnahme am Expertenchat zwischen 20:00 und 21:30 Uhr ein. Unter www.bkk-bergisch-land.de/chat beantwortet an diesem Abend Michael Jähme, Diplom-Sozialpädagoge und Mitarbeiter der AIDS-Hilfe Wuppertal, alle Fragen zur sexuellen Übertragung von Krankheitserregern, insbesondere der HIV-Infektion. In Deutschland leben knapp 50.000 Menschen mit einer HIV-Infektion. Obwohl die Krankheitshäufi…
Bild: HIV im FokusBild: HIV im Fokus
HIV im Fokus
HIV IM FOKUS vom 21.09. – 22.09.2012 im Roten Rathaus Berlin OHNE KONDOM – ABER SICHER?! Erster internationaler Fachkongress zur Beurteilung von Übertragungsrisiken und neuen Möglichkeiten der Risikominimierung im Zusammenhang mit einer HIV-Übertragung • Schwerpunktthema: Ohne Kondom – Aber sicher!? • Abschlussstatement der Veranstalter als Empfehlung an die Gesellschaft • Prominent besetzte Politik-Diskussion zur derzeitigen Rechtslage • Veranstaltungen zu neuen Präventions- und Kommunikationsstrategien • „Blick über die Grenzen“: Präven…
Bild: Deutsche AIDS-Hilfe - Zahl der HIV-Neuinfektionen ist 2008 stabil gebliebenBild: Deutsche AIDS-Hilfe - Zahl der HIV-Neuinfektionen ist 2008 stabil geblieben
Deutsche AIDS-Hilfe - Zahl der HIV-Neuinfektionen ist 2008 stabil geblieben
… haben. „Aber da, wo sie besonders nötig ist, reicht ein ‚Weiter so’ nicht aus: Hier muss die Prävention intensiviert und nachhaltig gesichert werden. Denn während es für Aidshilfen meist noch relativ leicht ist, Gelder zum Beispiel für die – zweifellos wichtige –Aufklärungs¬arbeit in Schulen zu bekommen, sieht es bei der Arbeit in den schwulen Szenen …
Bild: Anders kochen – besser LebenBild: Anders kochen – besser Leben
Anders kochen – besser Leben
… jedoch die Zahl der Infizierten ab einem Alter von 50 Jahren in den USA kontinuierlich an. In der Bundesrepublik Deutschland ist der Anteil der über Fünfzigjährigen an HIV-Neudiagnosen mit circa 10 Prozent noch konstant, während die Quote der Infektionen bei den über Vierzigjährigen steigt. Es ist also damit zu rechnen, dass in Deutschland in Zukunft …
Bild: Aidshilfen wenden sich an die Frauen - „Aids gibt es nicht nur in Afrika!“Bild: Aidshilfen wenden sich an die Frauen - „Aids gibt es nicht nur in Afrika!“
Aidshilfen wenden sich an die Frauen - „Aids gibt es nicht nur in Afrika!“
… Frauentag für mehr Prävention Berlin (7. März 2008) – Anlässlich des Internationalen Frauentages (International Women's Day) am 8. März fordert die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH), Dachverband der Aidshilfen in Deutschland, die Gesellschaft, die Politik und die Medien dazu auf, das Thema „Frauen und Aids“ nicht weiter aus dem Blickwinkel zu verlieren. Der …
„Freiheit statt Angst“ – Vorratsdatenspeicherung gefährdet HIV-Prävention
„Freiheit statt Angst“ – Vorratsdatenspeicherung gefährdet HIV-Prävention
… aus, dass das am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung längerfristig kontraproduktive Wir-kungen auch für die Arbeit von Aidshilfen haben wird, etwa für das bundesweite Be-ratungsportal www.aidshilfe-beratung.de: Eine im Mai 2008 durchgeführte repräsen-tative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa ergab, dass die …
Bild: Mitgliederversammlung der Deutschen AIDS-Hilfe tagt in BerlinBild: Mitgliederversammlung der Deutschen AIDS-Hilfe tagt in Berlin
Mitgliederversammlung der Deutschen AIDS-Hilfe tagt in Berlin
… speziell für schwule und bisexuelle Männer; die Vorbereitungen zum Jubiläum 25 Jahre DAH (2008); die Antworten der Aidshilfe-Organisationen auf die gestiegenen HIV-Neudiagnosen; die Integration von Menschen mit HIV und anderen chronischen Erkrankungen ins Arbeitsleben; der Erfahrungsaustausch über die Qualitätssicherung der gemeinsamen Online-Beratung …
Deutsche AIDS-Hilfe startet HIV-Testwochen
Deutsche AIDS-Hilfe startet HIV-Testwochen
… Infektionszahlen senken.“ Matthias Kuske, DAH-Kampagnenmanager: „An der Umsetzung der in Europa bisher einmaligen HIV-Testwochen sind insgesamt 86 Organisationen beteiligt: Dies sind 48 Aidshilfen, 38 Gesundheitsämter und Vereine der schwulen Selbsthilfe sowie Landesverbände der Aidshilfen. In vielen dieser Einrichtungen wird der sogenannte HIV-Schnelltest …
Internationaler Frauentag 8. März - Deutsche AIDS-Hilfe fordert mehr Aufmerksamkeit bei Thema HIV
Internationaler Frauentag 8. März - Deutsche AIDS-Hilfe fordert mehr Aufmerksamkeit bei Thema HIV
… die Förderung der Solidarität mit den von HIV und Aids betroffenen Frauen. Der Veranstaltungskalender der regionalen Aidshilfen kann im Internet herunter geladen werden:http://www.aidshilfe.de/media/de/Internationaler%20Frauentag%20Veranstaltungen%202009.pdf Anlässlich des Internationalen Frauentags erklärt Sylvia Urban, Bundesvorstand der DAH: „Von …
Bild: 25 Jahre Deutsche AIDS-Hilfe - HIV-Prävention ist heute so wichtig wie damalsBild: 25 Jahre Deutsche AIDS-Hilfe - HIV-Prävention ist heute so wichtig wie damals
25 Jahre Deutsche AIDS-Hilfe - HIV-Prävention ist heute so wichtig wie damals
… Richtung einer „gesellschaftlichen Lernstrategie“: Anstatt auf die Aussonderung von „Infektionsquellen“ zu setzen, hat die Politik entschieden, die Selbsthilfe zu fördern und die Kompetenz der Aidshilfen zu nutzen, um den Zugang zu den Zielgruppen zu finden. Damit wurde die DAH zu einem Partner einer liberalen nationalen Präventionsstrategie. An dieser …
Sie lesen gerade: Auch in 2009 kein Anstieg der HIV-Neudiagnosen in Hessen. Aidshilfen aktualisieren ihre Präventionsstrategien.