13.11.2009 - 12:45 - Politik, Recht & Gesellschaft

Verhaftet wegen der Aussage Botswanas Präsident „sieht aus wie ein Buschmann“

Pressemitteilung von: Survival International Deutschland e.V.

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Die Verfolgung der Buschleute wird unter Präsident Khama fortgesetzt. ©
Eine aus Südafrika stammende Frau wurde für ihre Aussage, der botswanische Präsident „sieht aus wie ein Buschmann“, für zwei Tage inhaftiert, und für die „Beleidigung Botswanas“ wurde ihr Bußgeld auferlegt.

Dorsey Dube wurde an einem südafrikanisch-botswanischen Grenzkontrollposten festgenommen, nachdem sie die Äußerung über ein Porträt des botswanischen Präsidenten Ian Khama fallen ließ. Sie sagte, der Präsident würde dem Vater ihres Freundes ähneln, der die Züge eines Buschmannes hat.

Die tief verwurzelte, rassistische Einstellung vieler botswanischer Regierungsangehöriger gegenüber den Buschleuten Botswanas wurde, auf Grund der Annahme es handele sich bei dem Vergleich um eine Beleidigung, schonungslos verdeutlicht. Survival wird einen Bericht an den UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung senden.

Ms Dube berichtete, dass sie auf der Polizeistation festgehalten und es ihr untersagt wurde jemanden in Südafrika anzurufen und um Hilfe zu bitten. Ihren Freunden gelang es schließlich Hilfe herbeizurufen. Nachdem sie einen Tag in Gewahrsam und eine Nacht in einer Zelle verbracht hatte, wurde sie freigelassen.

Präsident Khama, dessen Mutter Britin ist, hat den Lebensstil der indigenen Bevölkerung als „archaische Fantasie“ bezeichnet. Um die indigene Bevölkerung dazu zu zwingen ihr Land und ihre Lebensweise aufzugeben, untersagt ihnen die Regierung das Jagen und die Benutzung des Wassers auf ihrem Land.

Eine Touristen-Lodge auf dem Land der indigenen Bevölkerung hat indes unbeschränkten Zugriff auf das Wasser, allerdings unter der Bedingung, dass sie die indigene Bevölkerung nicht mit Wasser versorgt.

Der bei den Wahlen im Oktober 2009 wiedergewählte Präsident Khama, ist ein Vorstandsmitglied von Conservation International.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Es könnte kaum einen eindeutigeren Beweis für die Diskriminierung der indigenen Bevölkerung Botswanas geben als diesen Vorfall. Während eine Südafrikanerin der Meinung war ein Kompliment gemacht zu haben, waren die botswanischen Beamten davon überzeugt, dass es sich um eine Beleidigung handelte. Der Vorfall ist eine doppelte Tragödie, wenn man bedenkt, dass der erste Präsident Botswanas und Vater des jetzigen Präsidenten selbst, auf Grund seiner Heirat mit einer Britin, Opfer von rassistischer Diskriminierung seitens der Kolonialbeamten war und außerdem versprochen hatte, dass die Rechte der indigenen Bevölkerung geschützt werden würden.“

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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