(openPR) "Die Herausforderung des beginnenden 21. Jahrhunderts für die Psychotherapie ist nicht länger der Schulenstreit, sondern die Internet-Psychotherapie." Dieser Aussage des Psychoanalytikers Peter Fonagy (London) pflichtet die Verhaltenstherapeutin Ilse Kryspin Exner (Wien) bei - und bietet mit KollegInnen einen Überblick über Potentiale der neuen Technologien. Die Arbeiten erscheinen jetzt als Themenausgabe von "Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin" (3/2009).
Kryspin-Exner und KollegInnen postulieren, "dass der patienten- bzw. klientenseitige Bedarf an professioneller Hilfe sich diversifiziert hat und alle Formen der Interaktion beinhalten sollte.
Für wen ist eine Internet-Therapie im engeren Sinn geeignet?
- Im Hinblick auf psychische Störungen besteht im Raum der europäischen Länder weiterhin große Stigmatisierungsangst, weshalb viele Menschen Schwierigkeiten haben, sich klinischen Psychologen und Therapeuten gegenüber zu öffnen.
- Manche Menschen, die sich sehr einsam und isoliert fühlen, sehen die Internet-Therapie als einzige Möglichkeit, eine Therapie zu verwirklichen.
- Andere sind durch ihre Lebensumstände verhindert, an regelmäßigen face-to-face-Sitzungen teilzunehmen, beispielsweise weil sie beruflich viel unterwegs sind.
- Auch für körperlich behinderte Patienten oder Therapeuten kann der Computer ein geeignetes Medium darstellen."
Ausschlusskriterien für die Internet-Therapie bilden in der Regel v.a. psychotisches oder dissoziatives Erleben, schwere Depressionen und Suizidrisiken.
"Soziale Beziehungen im Internet werden oft als emotionaler und persönlicher erlebt als in der realen Welt. In Beziehungen im Netz wird häufig die Illusion aufgebaut, dass das Gegenüber ein perfekter Mensch sei, und es findet eine Idealisierung statt. Die Beziehungen in einer Internet-Therapie erweisen sich als ebenso tragfähig wie im face to face Kontakt ..."
Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin 3(2009), Themenausgabe Therapie mit Neuen Technologien









