30.10.2009 - 13:12 - Politik, Recht & Gesellschaft
Siedler Verlag: »Schlimmer als Krieg«
Pressemitteilung von: Institut50plusPR Agentur: Institut50plus
Wenn Menschen die Vernichtung anderer Menschen als notwendig erachten, dann nimmt das Grauen, das wir Völkermord nennen, seinen Lauf. Die Täter hören auf, »die anderen« als menschliche Wesen wahrzunehmen, verschleppen, foltern, vergewaltigen und töten sie, meist ohne nennenswerte Skrupel, sehr oft mit Freude an den Qualen der Opfer und fast immer unterstützt von der eigenen Gemeinschaft.
»Massenmord beginnt in der Vorstellung der Menschen«, so Daniel Jonah Goldhagen. Der Autor betrachtet und analysiert in seinem Buch »Schlimmer als Krieg« Massenmord und Eliminierung als politische Phänomene, als Vorgänge, die sich in menschlichen Gemeinschaften abspielen. Doch mit äußerster Vehemenz polemisiert der Autor gegen Ansätze, die Mord und Folter als anonyme Prozesse betrachten, in denen historische und gesellschaftliche Bedingungen bestimmte Exzesse verursachen, bei denen die Massen von fanatischen Führern manipuliert werden. „Massenmord beginnt in der Vorstellung der Menschen“, so Goldhagens Überzeugung, und er besteht darauf, dass jeder seinem freien Willen gemäß handelt. Menschen treffen ihre Wahl – auch dann, wenn sie ihren Nachbarn pfählen, weil er ein Tutsi ist, oder ein jüdisches Baby unter den Leichen seiner erschossenen Eltern ersticken lassen. Mit Zwang, so Goldhagen, lassen sich weder Zahl noch Grausamkeit der Massenmorde unseres Zeitalters erklären. Auch wenn die Täter von Anführern mobilisiert und instrumentalisiert werden: Ressentiments und Hass sind persönliche Motive einzelner Menschen für ihr individuelles Handeln. Mord ist immer Handarbeit. Nicht nur beim Einsatz einer Machete, sondern auch in Gaskammern‘, so Roland Große Holtforth in der Zeitschrift ‚Literaturtest«. Er folgert mit Blick auf die Zukunft:
»Noch immer gehört Massenmord zum politischen Arsenal von Regimen und Bewegungen, etwa solchen, die einer aggressiven Variante des politischen Islams folgen. Aber wie kann man verhindern, dass ihre apokalyptische Rhetorik in Tod und Vernichtung mündet? Goldhagen nimmt alle in die Pflicht: Politik, Medien und jeden Einzelnen. Er fordert die Bereitschaft aller Bürger, Völkermorde wahrzunehmen, sie zu ächten und zu bekämpfen. Er fordert eine rechtzeitige, umfassende und schonungslos offene Berichterstattung, wann immer ein Genozid droht oder stattfindet.
Und der Autor fordert eine grundlegende Reform der politischen Instituti-onen, nationaler wie internationaler. Insbesondere das „internationale Umfeld“, d. h. die Bereitschaft anderer Staaten, gegen ein mörderisches Regime und seine Täter politisch, militärisch und juristisch entschlossen vorzugehen, hat maßgeblichen Einfluss darauf, ob diese den Massenmord wagen, oder nicht. Die potenziellen Mörder sollten nicht mit solch „jämmerlichen Reaktionen“ rechnen können, wie sie die USA und der Rest der „zivilisierten“ Welt angesichts der jüngsten Massenmorde im Kongo oder im Südsudan zeigten. Sie müssen wissen, dass sie beobachtet, verfolgt, bestraft und unter Umständen selbst getötet werden, sollten sie zu Tätern werden. In Asien und Afrika genauso wie in Europa und Amerika. Immer und überall. « Weitere Informationen: www.randomhouse/siedler.de
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
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»Massenmord beginnt in der Vorstellung der Menschen«, so Daniel Jonah Goldhagen. Der Autor betrachtet und analysiert in seinem Buch »Schlimmer als Krieg« Massenmord und Eliminierung als politische Phänomene, als Vorgänge, die sich in menschlichen Gemeinschaften abspielen. Doch mit äußerster Vehemenz polemisiert der Autor gegen Ansätze, die Mord und Folter als anonyme Prozesse betrachten, in denen historische und gesellschaftliche Bedingungen bestimmte Exzesse verursachen, bei denen die Massen von fanatischen Führern manipuliert werden. „Massenmord beginnt in der Vorstellung der Menschen“, so Goldhagens Überzeugung, und er besteht darauf, dass jeder seinem freien Willen gemäß handelt. Menschen treffen ihre Wahl – auch dann, wenn sie ihren Nachbarn pfählen, weil er ein Tutsi ist, oder ein jüdisches Baby unter den Leichen seiner erschossenen Eltern ersticken lassen. Mit Zwang, so Goldhagen, lassen sich weder Zahl noch Grausamkeit der Massenmorde unseres Zeitalters erklären. Auch wenn die Täter von Anführern mobilisiert und instrumentalisiert werden: Ressentiments und Hass sind persönliche Motive einzelner Menschen für ihr individuelles Handeln. Mord ist immer Handarbeit. Nicht nur beim Einsatz einer Machete, sondern auch in Gaskammern‘, so Roland Große Holtforth in der Zeitschrift ‚Literaturtest«. Er folgert mit Blick auf die Zukunft:
»Noch immer gehört Massenmord zum politischen Arsenal von Regimen und Bewegungen, etwa solchen, die einer aggressiven Variante des politischen Islams folgen. Aber wie kann man verhindern, dass ihre apokalyptische Rhetorik in Tod und Vernichtung mündet? Goldhagen nimmt alle in die Pflicht: Politik, Medien und jeden Einzelnen. Er fordert die Bereitschaft aller Bürger, Völkermorde wahrzunehmen, sie zu ächten und zu bekämpfen. Er fordert eine rechtzeitige, umfassende und schonungslos offene Berichterstattung, wann immer ein Genozid droht oder stattfindet.
Und der Autor fordert eine grundlegende Reform der politischen Instituti-onen, nationaler wie internationaler. Insbesondere das „internationale Umfeld“, d. h. die Bereitschaft anderer Staaten, gegen ein mörderisches Regime und seine Täter politisch, militärisch und juristisch entschlossen vorzugehen, hat maßgeblichen Einfluss darauf, ob diese den Massenmord wagen, oder nicht. Die potenziellen Mörder sollten nicht mit solch „jämmerlichen Reaktionen“ rechnen können, wie sie die USA und der Rest der „zivilisierten“ Welt angesichts der jüngsten Massenmorde im Kongo oder im Südsudan zeigten. Sie müssen wissen, dass sie beobachtet, verfolgt, bestraft und unter Umständen selbst getötet werden, sollten sie zu Tätern werden. In Asien und Afrika genauso wie in Europa und Amerika. Immer und überall. « Weitere Informationen: www.randomhouse/siedler.de
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