23.10.2009 - 17:26 - Kunst & Kultur

Von Instrumenten und Söhnen, Klängen und Tönen – die zeitoper „Randolph`s Erben“ an der Staatsoper Stuttgart

Pressemitteilung von: Staatsoper Stuttgart

Uraufführung von Ruedi Häusermanns neustem Musiktheaterabend in Stuttgart

Ist es die Historie der Instrumentenbau-Werkstatt Randolph & Söhne oder die Skizze einer Klangwelt, die nur scheinbar dem Hämmern, Sägen, Wispern und Plaudern der Instrumentenbauer gleicht? Mit „Randolph’s Erben – Blas- und Streichinstrumente An- und Verkauf“ folgt Ruedi Häusermann nach „Gewähltes Profil: Lautlos“ zum zweiten Mal einem Kompositionsauftrag der Staatsoper Stuttgart. Uraufgeführt wird sein neuer Musiktheaterabend in der Reihe „zeitoper“ am 7. November um 19.30 Uhr im Kammertheater.

Mit „Randolph`s Erben“ hat der Schweizer Komponist, Musiker und Regisseur erneut eigene ganz eigene theatrale Welt entwickelt, in der sich jeder Blick, jedes Geräusch, jede Lichtstimmung und jeder Ton in eine feinst verästelte szenisch-musikalische Partitur fügen. Gemeinsam mit acht Musikern und vier Schauspielern verwebt Häusermann seine Kompositionen zu einem szenischen Theaterabend, angesiedelt in dem Mikrokosmos einer Instrumtenbau-Werkstatt. „Man wohnt eigentlich einem reich bebilderten Konzert bei“, so Häusermann, einem „optisierten Konzert“, wie er seine Theaterform auch gerne nennt.

Detailgetreu hat Häusermann zusammen mit seinen künstlerischen Weggefährten, dem bildenden Künstler Giuseppe Reichmuth und dem Lichtdesigner Ulrich Schneider, einen Musikladen für Streich- und Blasinstrumente samt dazugehöriger Werkstatt als Bühnenbild geschaffen. Der Zuschauer blickt sozusagen aus der Werkstatt in den Laden und durch das Schaufenster hinaus auf die Straße und in den Himmel.

Zu kurz greift jeder Versuch, eine konkrete Handlung zu extrahieren. Oberflächlich betrachtet, erlebt der Zuschauer einen Tag in einem Musikgeschäft. Ein Kunde bringt seine Tuba zur Reparatur, ein Firmenjubiläum wird gefeiert. Worum geht es also wirklich in Häusermanns Musiktheater? Alltägliche Lebens- und Traummomente von mit leisem Humor gezeichneten Figuren verweben sich mit Klängen, Worten, Gesten und flüchtigen Kleinstgeschichten kaleidoskopartig. „Die Musik, das ist die geistige Welt, der Laden, die Werkstatt, das ist die materielle Welt“, so Häusermann. „Wir probieren dauernd, dies zu vermischen. Denn es gibt keine Menschen, die nur materiell oder nur geistig sind, sondern es sind dieselben Menschen, die hämmern und dann ganz fein musizieren, dieselben Menschen, die im Laden eine Form abgeben müssen und sagen: Guten Tag, Sie wünschen?“

Nicht zum ersten Mal arbeitet der Komponist in „Randolph‘ Erben“ ohne literarische Textvorlage. Seit seinem bahnbrechenden Soloprogramm „Der Schritt ins Jenseits“ (1992) und dem Musiktheater "Väterunser" (2001) ist immer wieder die Musik selbst in Gestalt von Häusermanns eigenen Kompositionen zentrales Thema. Häusermann komponierte und inszenierte bisher u.a. an der Staatsoper München, für die Münchner Opernfestspiele, an der Volksbühne Berlin, am Theater Basel und am Staatstheater Hannover.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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