(openPR) Viele befürchten zudem stärkere Privatisierung medizinischer Leistungen
Bei den heute beginnenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und FDP wird das Thema Gesundheitspolitik eines der zentralen Streitpunkte sein. Zudem werden morgen die aktuellen Zahlen zur Einnahmen- und Ausgabenseite der gesetzlichen Krankenkassen präsentiert. Vielen Bundesbürgern schwant dabei nichts Gutes: Die große Mehrheit erwartet, dass die Kassen mit ihren Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen und zukünftig Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern erheben werden.
Dies zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. 1.000 Bundesbürger ab 16 Jahren wurden repräsentativ im YouGov Panel Deutschland befragt.
Demnach halten 69 Prozent der Deutschen Zusatzbeiträge der Krankenkassen ab dem kommenden Jahr bereits für eine ausgemachte Sache. Nur weniger als jeder Fünfte (18%) glaubt daran, dass die Beiträge stabil bleiben werden; der Rest traut sich keine Einschätzung zu. Auch Gesundheitsökonomen erwarten bereits im zweiten Jahr der Einführung des Gesundheitsfonds hohe Milliardendefizite.
Zugleich befürchtet mehr als jeder zweite Bundesbürger (54%), dass es unter der zukünftigen schwarz-gelben Bundesregierung insgesamt zu einer stärkeren Privatisierung medizinischer Leistungen in Deutschland kommen wird. Lediglich ein Viertel (24%) der Bevölkerung glaubt noch fest an einen unveränderten Fortbestand des solidarisch finanzierten Gesundheitssystems.
Nach aktueller Gesetzeslage können die Krankenkassen von den Versicherten einen Zusatzbeitrag erheben, wenn die Einnahmen über den Einheitsbeitrag zum Gesundheitsfonds von derzeit 14,9 Prozent nicht ausreichen. Die Höhe des Zusatzbeitrags darf ein Prozent des Bruttoeinkommens nicht überschreiten. Liegen die Einnahmen des Gesundheitsfonds zwei Jahre in Folge unterhalb von 95 Prozent der gesamten Kassenausgaben, muss auch der pauschale Einheitsbeitrag erhöht werden.










