openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Gemeinsame Jahrestagung: DGHO fordert bessere Versorgung für ältere Krebspatienten

05.10.200909:03 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Über 4.500 Teilnehmer diskutieren in Mannheim neueste Erkenntnisse auf dem Gebiet der Onkologie und Hämatologie

Mannheim, 3. Oktober 2009 – Anlässlich der Gemeinsamen Jahrestagung warnt die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. vor der Gefahr einer zunehmenden Unter- und Fehlversorgung älterer Krebspatienten. Mehr als 4.500 Hämatologen und Onkologen treffen sich vom 2. bis 6. Oktober 2009 im Congress Center Rosengarten in Mannheim, um in über 200 Veranstaltungen die neuesten Fortschritte bei der Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen zu diskutieren. Auch die österreichischen und schweizerischen Fachgesellschaften nehmen an der Organisation und Gestaltung dieser Tagung teil, die einer der wichtigsten wissenschaftlichen Kongresse auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie ist.



Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Ansätze in der Krebsdiagnostik und -therapie verbessern schon jetzt die Lebensqualität vieler Krebspatienten und steigern die Überlebensraten. „Wir rechnen in den nächsten Jahren mit einem gewaltigen Innovationsschub. So ist zum Beispiel die Stammzellforschung ein wichtiger Hoffnungsträger, um langfristig maßgeschneiderte Therapien für den individuellen Patienten entwickeln zu können. Gerade deshalb sind der wissenschaftliche Austausch und der intensive Dialog zwischen Medizin, Politik und Gesellschaft wichtig“, erläutert Prof. Anthony D. Ho, Tagungspräsident und Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik V des Universitätsklinikums Heidelberg auf der Pressekonferenz zur Gemeinsamen Jahrestagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie.

Onkologen im Spannungsfeld zwischen Kostendruck und Medizinethik

Doch die medizinischen Errungenschaften in der Onkologie gehen auch mit einer immensen Steigerung der Behandlungskosten einher, die deutlich größer ist als in allen anderen Fachgebieten. Hinzu kommt, dass durch die demografische Entwicklung und die verlängerten Überlebenszeiten bei vielen Krebserkrankungen der Kostendruck in den nächsten Jahren noch erheblich zunehmen wird. „Für uns Onkologen bedeutet dies, dass wir im Spannungsfeld zwischen der möglichen Anwendung teurer Therapieverfahren und den begrenzten Ressourcen im Gesundheitswesen zwangsläufig mehr Verantwortung übernehmen müssen“, erläutert Prof. Gerhard Ehninger, geschäftsführender Vorsitzender der DGHO. „Auch Mediziner dürfen Kostenaspekte in der Behandlung ihrer Patienten heute nicht mehr außer Acht lassen“, fordert Ehninger.

Grundlegend wichtig sei dabei aber, dass bei neuen Therapieverfahren und Medikamenten nicht einzelne Patientengruppen benachteiligt werden, ohne dass es dafür eine medizinische Begründung gäbe. Bereits heutzutage erhalten alte Patienten nach Aussage von Ehninger weniger lebensverlängernde Maßnahmen, und es findet keine leitliniengerechte Behandlung mehr statt. „Es ist untragbar, dass ältere Krebspatienten nicht im gleichen Ausmaß wie jüngere Patienten von den aktuellen Entwicklungen der medikamentösen Tumortherapie profitieren“, kritisiert Ehninger. Damit scheine bereits jetzt in der geriatrischen Onkologie eine stille Rationierung im Gang zu sein.

Geriatrische Onkologie – neue Chancen für ältere Patienten?

Mehr als die Hälfte der Tumorpatienten ist bei Diagnosestellung älter als 65 Jahre. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist zu erwarten, dass die Zahl der Krebserkrankungen in den nächsten 20 Jahren weiter ansteigen wird. „Wir müssen uns den Herausforderungen in der Versorgung älterer Patienten mit Krebserkrankungen dringend stellen“, konstatiert Prof. Carsten Bokemeyer, Vorsitzender des interdisziplinären Arbeitskreises Geriatrische Onkologie der DGHO, der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft.

Bislang wurde es versäumt, so der Experte, umfassende klinische Studien mit älteren Tumorpatienten durchzuführen, so dass es für ältere Krebspatienten nur wenige gesicherte Erkenntnisse über die spezifischen Behandlungs- und Therapiestandards gibt. Aus diesem Grund hat der Arbeitskreis Geriatrische Onkologie anhand der verfügbaren Daten Therapieempfehlungen zur Behandlung älterer Patienten mit verschiedenen Tumorentitäten formuliert, zum Beispiel für das Kolon- und das Bronchialkarzinom. Zunehmend wird in Studien für ältere Patienten ein geriatrisch-onkologisches Assessment durchgeführt, um die Therapiefähigkeit von Patienten besser zu beurteilen. „Als gegenwärtig wichtigstes Projekt werten wir die Daten von über 3.000 älteren Krebspatienten in der realen Behandlungssituation aus und vergleichen, wie gut die Einschätzung des Arztes, die Erwartungen des Patienten und das erzielte Therapieergebnis am Ende übereinstimmen“, berichtet Bokemeyer in seinem Beitrag.

Herausforderungen bei der ambulanten Versorgung älterer Krebspatienten

Laut Dr. Friedrich Overkamp, DGHO-Vorstandsmitglied und niedergelassenem Onkologen, wurden geriatrisch-onkologische Patienten lange in der medizinischen Ausbildung vernachlässigt. Dabei stellen ältere Tumorpatienten besonders hohe Anforderungen an die Qualifikation der Fachärzte. Im Praxisalltag zeigt sich, dass über 70-jährige Patienten oft das Thema Krankheit und Krebserkrankung im Besonderen tabuisieren. Gerade hier sind regelmäßige, intensive ärztliche Gespräche wichtig, was aber im Behandlungsalltag noch zu häufig vernachlässigt wird.

Zudem ist es notwendig, diese Patientengruppe wegen bestehender Komorbiditäten, etwaiger Arzneimittelinteraktionen und schlechterer Compliance engmaschiger zu betreuen. „Letzteres ist nur durch geschulte und zeitintensive Kommunikation mit einem wachsamen behandelnden Onkologen zu lösen“, erläutert Overkamp. Im Gegenzug müsse darüber nachgedacht werden, wie sich eine intensivierte Betreuung älterer Krebspatienten auch in der Vergütung der Ärzte abbilden könne. Overkamp schlägt darüber hinaus Schulungen für Patienten vor, um die Therapietreue zu verbessern: „Die Onkologie kann hier von anderen Bereichen der Inneren Medizin lernen, in denen Patienten mit chronischen Erkrankungen schon heute an umfangreichen Schulungen teilnehmen können“.

Gemeinsame Jahrestagung der DGHO, ÖGHO, SGMO und SGH+SSH

Die Gemeinsame Jahrestagung der Hämatologen und Onkologen findet nach drei Jahren erstmals wieder in Deutschland statt. Über 4.500 Teilnehmer werden sich noch bis zum 6. Oktober mit 290 hochrangigen Referenten über den aktuellen Stand in der Grundlagen- und klinischen Forschung austauschen. Von Samstag, 3.10. bis Sonntag, 4.10.2009 findet ein Pflegekongress mit Workshops statt. Ebenfalls am Samstag, 3.10.2009 wird ein Patiententag für Betroffene und Interessierte angeboten.

Die Pressemitteilung sowie weitere Informationen zur Gemeinsamen Jahrestagung können Sie unter www.haematologie-onkologie-2009.de oder auf der Internetseite der Fachgesellschaft www.dgho.de abrufen. Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 356531
 151

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Gemeinsame Jahrestagung: DGHO fordert bessere Versorgung für ältere Krebspatienten“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie

DGHO: Neue Leitlinie zum Myelodysplastischen Syndrom veröffentlicht
DGHO: Neue Leitlinie zum Myelodysplastischen Syndrom veröffentlicht
Berlin, 5. Mai 2011 – Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. stellt auf der Online-Plattform Onkopedia die neue MDS-Leitlinie zur Verfügung. Die Behandlungsempfehlung wurde in Kooperation mit den Fachgesellschaften in Österreich und der Schweiz erstellt. Die Myelodysplastischen Syndrome (MDS) zählen zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 75 Jahren, aber auch wesentlich jüngere Menschen können betroffen sein. Das klinische Spektrum reicht von nic…
Patiententag rund um das Thema Krebs: Kongresspräsident setzt auf mündige Patienten
Patiententag rund um das Thema Krebs: Kongresspräsident setzt auf mündige Patienten
Berlin, 4. Oktober 2010 – Der mündige Krebspatient stand im Fokus des Patiententages für Leukämie, Lymphome und Krebs, der am Samstag, dem 2. Oktober im Rahmen der Jahrestagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie stattfand. Die Informationsveranstaltung im ICC Berlin stieß bei Krebs­patienten, Angehörigen und interessierten Laien auf großes Interesse: Über 200 Teilnehmer informierten sich in Vorträgen, Workshops und an zahlreichen Informationsständen über Standardtherapien und neue …

Das könnte Sie auch interessieren:

Gesundheitssystem muss sich auf alternde Gesellschaft und mehr Krebspatienten vorbereiten
Gesundheitssystem muss sich auf alternde Gesellschaft und mehr Krebspatienten vorbereiten
… noch immer zu wenig an den besonderen Bedürfnissen der wachsenden älteren Patientengruppe aus. Trotz steigender Kosten müssen Innovationen auch künftig allen Krebspatienten zugänglich bleiben. Diese und weitere Themen diskutieren mehr als 4.500 Experten auf der Gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften …
Jahrestagung 2017: Fachgesellschaften für stärkere Förderung akademischer Forschung
Jahrestagung 2017: Fachgesellschaften für stärkere Förderung akademischer Forschung
Jahrestagung 2017 von DGHO, OeGHO, SGMO und SGH+SSH 29. September bis 3. Oktober 2017, Internationales Congresscenter Stuttgart --- Stuttgart / Berlin, 4. Oktober 2017 – Die Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie hat ihre Stellung als einer der wichtigsten Kongresse auf …
Preisverleihungen im Rahmen des wichtigsten Kongresses der deutschsprachigen Hämatologen und Onkologen
Preisverleihungen im Rahmen des wichtigsten Kongresses der deutschsprachigen Hämatologen und Onkologen
Berlin, 1. Oktober 2010 – Heute beginnt in Berlin die Jahrestagung der deutschsprachigen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit über 5.000 Teilnehmern wird ein Besucherrekord gebrochen. Im Rahmen der Tagung ehren die Fachgesellschaften auch ihren wissenschaftlichen Nachwuchs in der Krebsmedizin. …
Patiententag rund um das Thema Krebs: Kongresspräsident setzt auf mündige Patienten
Patiententag rund um das Thema Krebs: Kongresspräsident setzt auf mündige Patienten
… Standardtherapien und neue Behandlungsmethoden gegen Blut- und Krebserkrankungen. Fortschritte in der Diagnostik und Therapie wirken sich nicht nur positiv auf die Lebenserwartung von Krebspatienten aus, sondern auch auf deren Lebens­qualität. Die große Vielzahl der medizinischen Entwicklungen ist allerdings für Patienten kaum noch zu überblicken. Kongresspräsident …
Bild: DGHO-Frühjahrstagung - Gesundheitspolitische Weichenstellung für die moderne Krebstherapie im Wahljahr 2009Bild: DGHO-Frühjahrstagung - Gesundheitspolitische Weichenstellung für die moderne Krebstherapie im Wahljahr 2009
DGHO-Frühjahrstagung - Gesundheitspolitische Weichenstellung für die moderne Krebstherapie im Wahljahr 2009
Wie kann die Versorgung von Krebspatienten auf dem neuesten Stand der Wissenschaft erhalten werden? Wie können Qualitätsstandards in der hämatologischen und onkologischen Patientenversorgung nachhaltig etabliert und gesichert werden? Unter dem Motto „Qualitätsoffensive Onkologie“ lädt die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. …
DGHO plädiert für wissenschaftlich fundierte Nutzenbewertung neuer Krebsmedikamente
DGHO plädiert für wissenschaftlich fundierte Nutzenbewertung neuer Krebsmedikamente
… aktualisieren Experten der DGHO regelmäßig Therapieempfehlungen zu den häufigsten Erkrankungen im Bereich Hämatologie und Onkologie. In Kürze stehen unter „Mein Onkopedia” für Krebspatienten, Angehörige und Interessierte auch die ersten 15 Patientenleitlinien zur Verfügung. Sie basieren auf den aktuellen DGHO-Therapieempfehlungen und sind teilweise in …
Moderne Krebstherapie - Einsparungen nicht auf Kosten der Patienten vollziehen
Moderne Krebstherapie - Einsparungen nicht auf Kosten der Patienten vollziehen
… eine Plattform bieten“, so Ehninger im Rahmen der Kongress-Pressekonferenz in Berlin. Onkologische Zentren: Erfolgreich ganzheitlich für den Patienten „Um auch in Zukunft Krebspatienten eine optimale Versorgung zu gewährleisten, müssen Fachgrenzen gesprengt und die Trennung der Versorgungssektoren aufgehoben werden“, betont Prof. Mathias Freund, Sekretär …
Bild: Onkologisches Zentrum zertifiziertBild: Onkologisches Zentrum zertifiziert
Onkologisches Zentrum zertifiziert
… zertifiziert. Damit bestätigt die Gesellschaft die hochwertige und qualitätsgesicherte medizinische Versorgung onkologischer Patienten in den Kliniken Essen-Mitte. "Jetzt haben wir es offiziell: Krebspatienten werden bei uns optimal behandelt", freut sich Prof. Dr. med. Hansjochen Wilke, Chefarzt der Klinik für Onkologie und Hämatologie. Das DGHO-Zertifikat …
Hämatologische und onkologische Fachgesellschaften gehen gestärkt aus ihrer Jahrestagung
Hämatologische und onkologische Fachgesellschaften gehen gestärkt aus ihrer Jahrestagung
Mannheim, 6. Oktober 2009 – Nach fünf Tagen ist die Gemeinsame Jahrestagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Mannheim erfolgreich zu Ende gegangen. Über 4.500 Teilnehmer diskutierten fünf Tage lang im Congress Center Rosengarten über den aktuellen Stand der Grundlagen- und klinischen …
Bild: DGHO-Frühjahrstagung 2008 - Moderne Krebstherapie zwischen wegweisender Forschung und politischen RestriktionenBild: DGHO-Frühjahrstagung 2008 - Moderne Krebstherapie zwischen wegweisender Forschung und politischen Restriktionen
DGHO-Frühjahrstagung 2008 - Moderne Krebstherapie zwischen wegweisender Forschung und politischen Restriktionen
Wie kann eine qualitativ hochwertige Versorgung von Krebspatienten in Deutschland sichergestellt werden? Neben Fortschritten in der hämatologischen und onkologischen Forschung werden Fragen der Versorgungs¬struktur und -qualität zunehmend wichtiger, insbesondere in Zeiten von knappen Budgets und Diskussionen über die Ressourcenallokation im Gesundheitswesen. …
Sie lesen gerade: Gemeinsame Jahrestagung: DGHO fordert bessere Versorgung für ältere Krebspatienten