(openPR) Bonn, 29.9.2009: Vom 24.-25. September 2009 trafen sich auf dem 7.PRO PflegeManagement Kongress in Fulda zahlreiche Führungskräfte sowie engagierte Praktiker der Altenpflege, um sich über die neuesten Trends und Entwicklungen in der Pflege zu informieren. Wie Einrichtungen der Altenpflege aktuelle Herausforderungen meistern können, machten namhafte Referenten deutlich. Sie zeichneten Szenarien und Modelle, wie mit Einsatz und Kreativität neue Lösungen und Angebote im ambulanten, stationären und teilstationären Bereich geschaffen werden können.
Auf welchen Internetseiten die nach den neuen Qualitätsprüfungsrichtlinien vergebenen MDK-Prüfungsnoten veröffentlicht werden, berichtete Jürgen Brüggemann vom Medizinischen Dienst der Spitzenverbände der Krankenversicherungen (MDS). Zukünftig werden die Prüfungsergebnisse auf folgenden Internetseiten für die Kunden abrufbar sein: www.pflegelotse.de, www.aok-pflegeheimnavigator.de, www.bkk-pflege.de/Paula. Um eine Veröffentlichung ungerechtfertigter schlechter Noten zu verhindern, müssen Pflegeeinrichtungen innerhalb einer 28-Tage-Frist reagieren. Denn kann die Einrichtung beweisen, dass ihre Qualität besser ist, als vom MDK dargestellt, so kann eine Veröffentlichung verhindert werden.
„Tagespflege vermittelt Lebensfreude“. Mit diesem Satz leitete Ralph Wißgott seinen Beitrag zum Tagespflegeboom ein. Er forderte die Einrichtungen auf , von diesem Wachstumsmarkt zu profitieren. Denn gerade jetzt bietet die Etablierung einer Tagespflege ambulanten und stationären Einrichtungen ein zusätzliches, erfolgreiches Geschäftsfeld. „Der Wettbewerb geht erst in 5 Jahren los“ so Herr Wißgott. Seit dem 01.07.2008 haben Pflegebedürftige einen zusätzlichen Anspruch auf Sachleistung zur Tagespflege. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Pflegebedürftigen bzw. Angehörigen über den Leistungsanspruch informiert sind. Dieser wird entsprechende Begehrlichkeiten wecken.“, so Wißgott. Beipflichten konnte dem der Preisträger des diesjährigen PPM Innovationspreises, Herr Ali Celik, der seit 2007 mit seiner Einrichtung ein erfolgreiches Tagespflegekonzept für „Kultursensible Pflege“ praktiziert.
Effiziente Stellschrauben für eine gute Auslastung stellte Olav Sehlbach vor. Er rät: „Fangen Sie mit Maßnahmen zur Belegungssicherung an, wenn sie gut ausgelastet sind. Aus der Position der Stärke sind Sie auf jeden Fall überzeugend.“ Nach seiner Meinung wird durch die Veröffentlichung der Noten ein anderes Belegungsmanagement notwendig. Das müssen nicht die großen Maßnahmen sein. Schon wenn das Führungsteam einer Einrichtung kontinuierlich nach außen kommuniziert, zeigen sich deutliche Auswirkungen auf die Belegung. Regionale Meinungsführer, regelmäßig gut über die Einrichtung zu informieren, rekrutiert wertvolle Multiplikatoren.
„Medizinische Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen“ zu diesem Thema stellte Andreas Wolff das so genannte Berliner Projekt vor. Auf Basis einer Rahmenvereinbarung mit Krankenkassen und Kassenärztlicher Vereinigung präsentiert sich dieses Projekt seit über 10 Jahren erfolgreich. Durch eine verbesserte Kooperation zwischen Pflege und ärztlicher Versorgung entsteht eine Win-Win-Situation, von der allerdings insbesondere die Bewohner profitieren.
Beeindruckend war auch der Vortrag von Gerda Graf. Die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande macht sich für die palliative Pflege stark. Sie rechnet, dass auf 10 Bewohner ein Mitarbeiter mit der Spezialisierung Palliativpflege kommen sollte. Darüber hinaus rät sie: „Die Befähigung der Mitarbeiter im Umgang mit Sterbeprozess und Angehörigenarbeit muss auf allen Ebenen erfolgen.“ Nach diesem Konzept werden alle Mitarbeiter, auch die Hauswirtschafts-Mitarbeiter, zum Thema Sterben geschult.
Zum Schluss des Kongresses referierte die Altersforscherin Frau Prof. Dr. Ursula Lehr. Ein Vortrag, der ihr anhaltenden Beifall einbrachte. Ihr Blick in die Zukunft stand unter dem Motto: „Auch Pflegekräfte werden immer älter“. Ihr Fazit:“ Langlebigkeit verpflichtet zu einem gesunden und kompetenten Altwerden, zur Vorsorge und Prävention – auch beim Pflegepersonal.“
Die Anwesenden erlebten einen Kongress, der Antworten auf drängende Fragen lieferte und Mut machte. Mit frischen Ideen und Ansatzpunkten für ihre Arbeit gingen die Teilnehmer nach Hause. Ein Kongress der Motivation und Energie freisetzt.









