29.09.2009 - 11:32 - Kunst & Kultur

Mit 19 Jahren verbannt auf Lebenszeit- Lesung mit dem Autor von „Gulag und Genossen“

Pressemitteilung von: Aktion Zivilcourage e.V.

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Am 08.10.09 um 18:30 Uhr wird Günther Rehbein aus seinem Buch „Gulag und Genossen“ in der Stadtbibliothek Pirna im „Gotischen Saal“ vorlesen und sich den Fragen der Besucher stellen.

Rehbein schrieb in diesem seine Erlebnisse, während seiner Internierungshaft im sibirischen Arbeitslager Gulag, sowie sein Erlebtes im „Gelben Elend“ in Bautzen, nieder.

Günther Rehbein war gerade einmal 19 Jahre alt, als er von der Staatssicherheit verhaftet und zur sowjetischen Kommandantur gebracht wurde. Der Vorwurf: Die Planung eines Anschlags auf die Kommandantur in Gera. An seine Frau und sein Kind denkend verweigerte er die Unterzeichnung eines auf russisch geschriebenen Geständnisses. Unter Gewaltandrohung und mit der Befürchtung, seiner Frau und dem Kind könne etwas widerfahren, unterzeichnete er letztendlich. Durch den vorherig verweigerten Kooperationswillen entschied ein Militärtribunal über eine hohe Strafe: 25 Jahre Internierungshaft im sibirischen Lager Gulag und Zwangsarbeit in einem Bergwerk.
Von 1952 bis 1955 verbrachte Günther Rehbein sein Leben dort, ohne jeglichen Kontakt in die Heimat.
Konrad Adenauer gelang es im Jahre 1955, die letzten deutschen Kriegsgefangenen nach Hause zu holen, unter ihnen auch Günther Rehbein. Nachdem seine Wahl auf die alte Heimat und nicht auf die Bundesrepublik fiel, versuchte er hier als gebrandmarkter Klassenfeind wieder Fuß zu fassen. Die Stasi war hinter ihm her und wollte eine Zusammenarbeit bewirken. Nach einem Zwischenfall mit dem ehemaligen Freund, der ihn der Anschlagsplanung beschuldigte, wurde er verhaftet und musste vier Jahre im „Gelben Elend“ in Bautzen sitzen.

Diese Lesung wird organisiert von der „Aktion Zivilcourage e.V.“ in Kooperation mit der „Stadtbibliothek Pirna“ und „Werk für kommunalpolitische Bildung Sachsen e.V.“

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Aktion Zivilcourage e.V.

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www.aktion-zivilcourage.de

Aktion Zivilcourage - Selbstverständnis

Die Aktion Zivilcourage e.V. versteht sich als überparteiliches Bündnis. Der Verein setzt sich aktiv mit der Stärkung von Demokratie, Toleranz und Zivilcourage sowie mit der Zurückdrängung von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus, mit Fokus auf den Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge, auseinander.

Die Aktion Zivilcourage erkennt diese als gesamtgesellschaftliche Probleme und stempelt sie nicht als Problem der Jugend ab, auch wenn sich entsprechende Denk- und Verhaltensweisen bei Heranwachsenden oft am deutlichsten und extremsten zeigen. Das Wirken der Aktion Zivilcourage zielt demzufolge auch nicht ausschließlich, aber zu großen Teilen auf die Zielgruppe junger Menschen und mit ihnen in Beziehung stehenden MultiplikatorInnen ab. Damit soll langfristig und grundlegend Demokratie und Zivilcourage gestärkt und rechtsextremistischen Bewegungen der Nachwuchs abgeschnitten werden.

Als Teil der Bürgergesellschaft wirkt die Aktion Zivilcourage aktiv und positiv an der Stärkung der demokratischen Kultur mit. Sie animiert und unterstützt BürgerInnen, ihre Verantwortung wahrzunehmen und Zivilcourage zu zeigen. Dabei lässt sich die Aktion Zivilcourage von dem Grundprinzip leiten, dass sich eine erfolgreiche und stabile Demokratie durch selbstbewusste und aktive BürgerInnen auszeichnet, die andere BürgerInnen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, ihrem Geschlecht und ihrer Religion als gleichwertig anerkennen, die Verantwortung für die friedliche Gestaltung ihrer sozialen Umwelt übernehmen und Probleme sehen und ansprechen, um diese in gemeinsamer, fairer Auseinandersetzung und gemeinsamen Handeln zu lösen.

Weiterhin zielt die Aktion Zivilcourage darauf ab, insbesondere bei Jugendlichen Perspektiven für gesellschaftliches Engagement zu eröffnen. Wir wollen mit unserer Arbeit die Verbundenheit junger Menschen mit der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge stärken und dadurch auch eine weitere Abwanderung aus der Region verhindern.

Die eigenen Aktivitäten der Aktion Zivilcourage konzentrieren sich auf das Gebiet des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, durch Vernetzung mit anderen sächsischen Initiativen wird aber auch eine überregionale Wirkung beabsichtigt.


Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber unsere demokratische Zukunft müssen wir gemeinsam aktiv mitgestalten.

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