(openPR) Die Geschäftsführung der DRK Kliniken Berlin hat mit der Gewerkschaft ver.di eine Ergänzung des bestehenden Tarifvertrages abgeschlossen, welche neben der bereits festgelegten Tarifer-höhung für nicht-ärztliche Mitarbeiter nunmehr auch für Ärzte zum 01.10.2009 und zum 01.07.2010 in einem Stufenkonzept Erhöhungen der Vergütungen zwischen 6 und 15 Prozent vorsieht.
Die mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (mb) bereits seit 2008 geführten Verhandlungen über einen separaten Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte wurden von Seiten des mb als gescheitert erklärt, nachdem zuvor vom mb ständig wechselnde Forderungen vorgelegt wurden.
Die Geschäftsführung war dabei den Verhandlungskommissionen des mb weit entgegen gekommen und hatte die jetzt mit ver.di vereinbarte Lösung auch dieser Gewerkschaft angeboten.
Der jetzige Abschluss sieht für das Jahr 2010 deutlich über den gegenwärtig in Berlin geltenden tarifli-chen Bezahlungen liegende Vergütungen vor; den überzogenen, noch weit darüber hinausgehenden, Forderungen des mb konnte die Geschäftsführung der DRK Kliniken Berlin nicht folgen.
„Wir haben eine Verantwortung gegenüber dem Gesamtbetrieb und allen Mitarbeitern unseres Unter-nehmens.“ hielt Prof. Dr. Thomas Kersting, Geschäftsführer der DRK Kliniken Berlin, nochmals fest. „Die Angst der nicht-ärztlichen Mitarbeiter bei uns im Unternehmen, auf Grund überzogener Forderun-gen des mb, ihren Job zu verlieren oder möglicherweise Vergütungsreduzierungen hinnehmen zu müssen, ist äußerst groß; mit der Gewerkschaft ver.di haben wir nunmehr eine Beschäftigungsgaran-tie für die gesamte Laufzeit des Tarifvertrages für diese Mitarbeitergruppe vereinbart. Es ist auch auf das soziale Gleichgewicht bei der Bezahlung zwischen allen Berufsgruppen zu achten.“ ergänzte er.
Angesichts der massiven Vergütungserhöhungen ist es vollkommen unverständlich, wenn der tarifver-traglich nicht zum Zuge kommende mb nunmehr von „Billigtarifen“ spricht. In den DRK Kliniken Berlin wurden bereits 2008 durch den Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di Gesamtvergütungserhöhun-gen für die Ärzte um über 11 Prozent festgeschrieben, die nunmehr nochmals deutlich aufgestockt werden; in den Jahren 2005 bis 2008 hat es darüber hinaus kontinuierlichen Stellenzuwachs in der Personalgruppe der Ärzte gegeben, zuletzt in 2008 von über 4 Prozent.
Angesichts des gesamtgesellschaftlichen Umfeldes und der besonderen Situation in der Gesund-heitswirtschaft müssen Tarifabschlüsse mit Augenmaß stattfinden; wer angesichts dieser Situation von „Leitwährungen“, wie der mb, spricht, verkennt, dass die Zeiten von bundeseinheitlichen Tarifvergü-tungen wie zu Zeiten des Bundesangestellten-Tarifvertrages vorbei sind.
Die DRK Kliniken Berlin sind bereits 2008 bei der Vergütung der Ärzte und der übrigen Mitarbeiter des Unternehmens in die Vorlage gegangen, als an anderer Stelle im wettbewerblichen Umfeld noch Not-lagentarifverträge Geltung hatten.
Der wirtschaftlichen Situation der Krankenhäuser ist Rechnung zu tragen. Die geringen, aus den ge-setzlichen Veränderungen den Krankenhäusern zufließenden, erhöhten Mittel für Personalaufwen-dungen im Rahmen des Krankenhausfinanzierungsgesetzes sind vollumfänglich in die Finanzierung dieses Tarifabschlusses eingeflossen; sie decken jedoch nur zu einem geringen Teil die tatsächlichen Kosten.
Die Gewerkschaft ver.di hat sich als verhandlungsstarker, aber kompromissbereiter Tarifpartner für die DRK Kliniken Berlin erwiesen – so ist es auch jetzt nicht verwunderlich, dass die positiven Erfahrun-gen der letzten Jahre Niederschlag in einer konstruktiven Tarifvereinbarung gefunden haben.
Mit seinem jetzigen Vorgehen – mit überzogenen Forderungen rückwirkende Abschlüsse durch Ar-beitskampfmaßnahmen bei den DRK Kliniken Berlin zu erreichen – versucht der mb offenbar zu ka-schieren, dass auch bei anderen Krankenhausträgern (wie z.B. der Charité oder der Deutschen Ren-tenversicherung) – gerade in jüngster Zeit – Abschlüsse, z. T. trotz Streikmaßnahmen, durch diese Gewerkschaft nicht mehr erzielt werden konnten.





