26.08.2009 - 14:20 - Kunst & Kultur
Ausstellungseröffnung in der Galerie Schwind in Leipzig Fritz Cremer – Retrospektive
Pressemitteilung von: Galerie Schwind GmbH
Eröffnung: Samstag, den 12. September 2009 um 15 Uhr.
Die Tochter des Künstlers, Katrine Cremer, ist anwesend.
Ausstellungsdauer: 12. September – 30. Oktober 2009
Die Galerie Schwind | Leipzig zeigt vom 12. September bis 30. Oktober 2009 Plastiken und Zeichnungen von Fritz Cremer (1906-1993). Die Ausstellung präsentiert neben 40 Bronzen auch Zeichnungen sowie einzelne druckgrafische Blätter aus dem Nachlass des Künstlers - Arbeiten aus allen Schaffensphasen, der frühen 1930er bis in die 1990er Jahre hinein.
Fritz Cremer gehört zu den bedeutendsten figurativen Bildhauern des 20. Jahrhunderts, der vor allem durch die Denkmäler für die Opfer des Faschismus in den ehemaligen Konzentrationslagern Buchenwald, Mauthausen und Ravensbrück, mit dem Bertolt Brecht-Denkmal vor dem Berliner Ensemble und mit der Aufstellung des Aufsteigenden 1975 vor dem UN-Hauptquartier in New York bekannt wurde.
Wie bei Käthe Kollwitz und Ernst Barlach, die Cremer als seine Künstler-Eltern bezeichnete, ist auch sein Schaffen politisch motiviert und Spiegel der spannungsvollen gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit. Seit seiner Jugend setzte er sich für Demokratie und Menschenwürde ein, ging in den Zeiten des Faschismus gemeinsam mit seiner ersten Lebensgefährtin, der Tänzerin Hanna Berger, in den politischen Widerstand und betonte stets die soziale Verantwortung jedes Einzelnen wie auch der Gesellschaft - wobei die Figur des Freiheitskämpfers und dessen innere Konflikte zum zentralen Thema seines plastischen Werkes geworden sind.
Beispielhaft hierfür stehen das Selbstbildnis als sterbender Soldat (1937), der Aufsteigende (1967), eine dialektische Gestalt zwischen Aufwärtsstreben und Niedersinken, sowie der Stürzende (1958), eine der bekanntesten Figuren aus der Buchenwald-Gruppe, welche den aufbegehrenden Kämpfer zeigt, der noch im Hinsinken die Fäuste gegen seine Peiniger erhebt. Auch trauernde Frauen und Mütter klagen mit starken, emotional aufgeladenen Gesten immer wieder Faschismus, Unterdrückung, Krieg und Gewalt an.
Der humanistische Anspruch, seine grundlegende Skepsis und das Streben die Welt zu verbessern, machten Fritz Cremer zu einem unbequemen Zeitgenossen, der unablässig das Wort erhob, so dass er bereits seit den späten 1950er Jahren unter dem Codenamen „Verräter“ in den Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR auftaucht. Er stellte sich der gestalterischen Doktrin des Sozialistischen Realismus entgegen, engagierte sich für die künstlerische Freiheit und forderte zudem Selbstbewusstsein und Courage von Seiten der Künstler.
Das politische Engagement Cremers resultiert nicht zuletzt aus einem grundsätzlich bejahenden Lebensgefühl, welchem er, kontrastierend zum kämpferischen Habitus, in zahlreichen erotisch-sinnlichen Liebespaar- und Aktdarstellungen auch ganz direkt Ausdruck verleiht. Diese zeigen den Menschen in seiner friedlichsten Form des Zusammenlebens, welche im Schaffen des Künstlers gleichsam als Movens seines Handelns steht.
Denn Fritz Cremer war Zeit seines Lebens ein Philanthrop, der in seinen Arbeiten elementare Fragen an die menschliche Existenz und deren Daseins- und Umgangsformen stellte, die zu stellen nach wie vor Gültigkeit hat und derer man auch in Zukunft bedarf.
Begleitend erscheint ein Katalog: Fritz Cremer – Plastiken und Zeichnungen 2009. 88 Seiten, 15 €.
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Galerie Schwind
Springerstraße 5
04105 Leipzig
Tel.: 0341-2539880
www.galerie-schwind.de

GALERIE SCHWIND
Leipzig | Frankfurt am Main
Die Galerie Schwind wurde 1989 in Frankfurt am Main gegründet. Der Geschäftsführer, Karl Schwind, pflegte bereits zuvor Kontakt zur jungen Kunstszene in Leipzig und Dresden, weshalb von Beginn an Leipziger Künstler durch die Galerie vertreten sind.
Nach der Wende intensivierte sich dieser Austausch, besonders im Hinblick auf die ältere Künstler-Generation der sogenannten Leipziger Schule, wobei vor allem die Freundschaft mit Wolfgang Mattheuer (1927-2004) prägend gewesen ist. Im Jahr 2000 kam mit Werner Tübke (1929-2004) der zweite Protagonist der Leipziger Schule hinzu und verdichtete mit seinem künstlerischen Beitrag das Programm der Galerie.
Der enge Kontakt mit der Stadt und der lebendige Dialog mit ihren Künstlern ließen schon früh die Idee reifen, auch in Leipzig Geschäftsräume einzurichten - so dass Karl Schwind, als sich nach dem Tod Werner Tübkes die Möglichkeit ergab, dessen Villa zu erwerben, kurzerhand den Hauptsitz der Galerie Schwind nach Leipzig verlegte. Damit platzierte er den eigenen Handels- und Wirkungsraum im unmittelbaren Entstehungsumfeld der Kunst, die er vertritt.
Heute beherbergt das geschichtsträchtige Künstlerhaus in der Springerstraße 5 die Ausstellungsräume der Galerie im Erdgeschoss und im Obergeschoss die Tübke-Stiftung.
Die Räumlichkeiten in Frankfurt am Main wurden erweitert und bleiben als Dependance bestehen.
Neben der Betreuung der künstlerischen Nachlässe von Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer werden auch weitere bedeutende Leipziger Künstler wie Arno Rink, Ulrich Hachulla, Michael Triegel, Wolfgang Peuker, Günter Thiele, Gero Künzel und Markus Krüger durch die Galerie Schwind in Leipzig und Frankfurt am Main vertreten. Überregionale Künstler wie Willi Sitte, Werner Stötzer, Fritz Cremer, Johannes Grützke, Volker Blumkowski und Shinji Himeno ergänzen mit ihren Arbeiten das Programm um den kritischen Realismus.
Galerie Schwind GmbH | Springerstraße 5 | 04105 Leipzig | Telefon: 0341-2539880
Fax: 0341-2539881 | Öffnungszeiten Di – Fr 10 – 18 Uhr | Sa 10 – 14 Uhr
Galerie Schwind GmbH | Fahrgasse 8 | 60311 Frankfurt am Main
Telefon: 069-5964263 | Fax: 069-5964265 | Öffnungszeiten Mi – Fr 13 – 18 Uhr | Sa 11 – 14 Uhr
Email:
| www.galerie-schwind.de
Die Tochter des Künstlers, Katrine Cremer, ist anwesend.
Ausstellungsdauer: 12. September – 30. Oktober 2009
Die Galerie Schwind | Leipzig zeigt vom 12. September bis 30. Oktober 2009 Plastiken und Zeichnungen von Fritz Cremer (1906-1993). Die Ausstellung präsentiert neben 40 Bronzen auch Zeichnungen sowie einzelne druckgrafische Blätter aus dem Nachlass des Künstlers - Arbeiten aus allen Schaffensphasen, der frühen 1930er bis in die 1990er Jahre hinein.
Fritz Cremer gehört zu den bedeutendsten figurativen Bildhauern des 20. Jahrhunderts, der vor allem durch die Denkmäler für die Opfer des Faschismus in den ehemaligen Konzentrationslagern Buchenwald, Mauthausen und Ravensbrück, mit dem Bertolt Brecht-Denkmal vor dem Berliner Ensemble und mit der Aufstellung des Aufsteigenden 1975 vor dem UN-Hauptquartier in New York bekannt wurde.
Beispielhaft hierfür stehen das Selbstbildnis als sterbender Soldat (1937), der Aufsteigende (1967), eine dialektische Gestalt zwischen Aufwärtsstreben und Niedersinken, sowie der Stürzende (1958), eine der bekanntesten Figuren aus der Buchenwald-Gruppe, welche den aufbegehrenden Kämpfer zeigt, der noch im Hinsinken die Fäuste gegen seine Peiniger erhebt. Auch trauernde Frauen und Mütter klagen mit starken, emotional aufgeladenen Gesten immer wieder Faschismus, Unterdrückung, Krieg und Gewalt an.
Der humanistische Anspruch, seine grundlegende Skepsis und das Streben die Welt zu verbessern, machten Fritz Cremer zu einem unbequemen Zeitgenossen, der unablässig das Wort erhob, so dass er bereits seit den späten 1950er Jahren unter dem Codenamen „Verräter“ in den Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR auftaucht. Er stellte sich der gestalterischen Doktrin des Sozialistischen Realismus entgegen, engagierte sich für die künstlerische Freiheit und forderte zudem Selbstbewusstsein und Courage von Seiten der Künstler.
Das politische Engagement Cremers resultiert nicht zuletzt aus einem grundsätzlich bejahenden Lebensgefühl, welchem er, kontrastierend zum kämpferischen Habitus, in zahlreichen erotisch-sinnlichen Liebespaar- und Aktdarstellungen auch ganz direkt Ausdruck verleiht. Diese zeigen den Menschen in seiner friedlichsten Form des Zusammenlebens, welche im Schaffen des Künstlers gleichsam als Movens seines Handelns steht.
Denn Fritz Cremer war Zeit seines Lebens ein Philanthrop, der in seinen Arbeiten elementare Fragen an die menschliche Existenz und deren Daseins- und Umgangsformen stellte, die zu stellen nach wie vor Gültigkeit hat und derer man auch in Zukunft bedarf.
Begleitend erscheint ein Katalog: Fritz Cremer – Plastiken und Zeichnungen 2009. 88 Seiten, 15 €.
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Galerie Schwind
Springerstraße 5
04105 Leipzig
Tel.: 0341-2539880
www.galerie-schwind.de
GALERIE SCHWIND
Leipzig | Frankfurt am Main
Die Galerie Schwind wurde 1989 in Frankfurt am Main gegründet. Der Geschäftsführer, Karl Schwind, pflegte bereits zuvor Kontakt zur jungen Kunstszene in Leipzig und Dresden, weshalb von Beginn an Leipziger Künstler durch die Galerie vertreten sind.
Nach der Wende intensivierte sich dieser Austausch, besonders im Hinblick auf die ältere Künstler-Generation der sogenannten Leipziger Schule, wobei vor allem die Freundschaft mit Wolfgang Mattheuer (1927-2004) prägend gewesen ist. Im Jahr 2000 kam mit Werner Tübke (1929-2004) der zweite Protagonist der Leipziger Schule hinzu und verdichtete mit seinem künstlerischen Beitrag das Programm der Galerie.
Der enge Kontakt mit der Stadt und der lebendige Dialog mit ihren Künstlern ließen schon früh die Idee reifen, auch in Leipzig Geschäftsräume einzurichten - so dass Karl Schwind, als sich nach dem Tod Werner Tübkes die Möglichkeit ergab, dessen Villa zu erwerben, kurzerhand den Hauptsitz der Galerie Schwind nach Leipzig verlegte. Damit platzierte er den eigenen Handels- und Wirkungsraum im unmittelbaren Entstehungsumfeld der Kunst, die er vertritt.
Heute beherbergt das geschichtsträchtige Künstlerhaus in der Springerstraße 5 die Ausstellungsräume der Galerie im Erdgeschoss und im Obergeschoss die Tübke-Stiftung.
Die Räumlichkeiten in Frankfurt am Main wurden erweitert und bleiben als Dependance bestehen.
Neben der Betreuung der künstlerischen Nachlässe von Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer werden auch weitere bedeutende Leipziger Künstler wie Arno Rink, Ulrich Hachulla, Michael Triegel, Wolfgang Peuker, Günter Thiele, Gero Künzel und Markus Krüger durch die Galerie Schwind in Leipzig und Frankfurt am Main vertreten. Überregionale Künstler wie Willi Sitte, Werner Stötzer, Fritz Cremer, Johannes Grützke, Volker Blumkowski und Shinji Himeno ergänzen mit ihren Arbeiten das Programm um den kritischen Realismus.
Galerie Schwind GmbH | Springerstraße 5 | 04105 Leipzig | Telefon: 0341-2539880
Fax: 0341-2539881 | Öffnungszeiten Di – Fr 10 – 18 Uhr | Sa 10 – 14 Uhr
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