26.08.2009 - 08:28 - Politik, Recht & Gesellschaft

Die erste Studie zur Förderung von LSBTI-Projekten belegt verschwindend geringes Engagement auf Geberseite

Pressemitteilung von: Dreilinden gGmbH
PR Agentur: klinkenborg.communications

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Amitie - A Friendship Group For The Sexual Minorities, India
Die Studie „Regenbogen-Philanthropie! Deutsche Unterstützung für die lesbisch- schwule, bi-, trans- und intersexuelle (LSBTI) Menschenrechtsarbeit im globalen Süden und Osten“ von Arn Sauer ist soeben erschienen.

Transsexuell in Appenzell, schwul in Kabul, lesbisch in Bernau und Tsingtau –
weltweit ist das Selbstbestimmungsrecht von Lesben, Schwulen, Bi, Transgender und Intersexuellen Menschen alles andere als ein Grundrecht. Ob gesellschaftlich stigmatisiert oder mit dem Tode bedroht – der Kampf um die Rechte von LSBTI-Menschen zählt zu den unerledigten Aufgaben moderner Demokratien und zu den wichtigen Herausforderungen internationaler Menschenrechtsarbeit. Die vorliegende Studie zeigt: die deutschen Geberorganisationen, von privaten Stiftungen bis hin zu öffentlichen Einrichtungen der Entwicklungshilfe, haben diese Herausforderung noch nicht angenommen.

Die Studie „Regenbogen-Philantropie! Deutsche Unterstützung für die LSBTI-Menschenrechtsarbeit im globalen Süden und Osten“ von Autor Arn Sauer fragt: Wie sieht die Förderlandschaft zum Thema in Deutschland aus? Wer fördert wen, was und wie? Wie stehen unsere Förder-Organisationen da, ob private oder Sammelstiftung, öffentliche Stiftung, Nicht-Regierungsorganisation oder politische Körperschaft? Viele von ihnen haben den Anspruch - und politische Körperschaften auch die Pflicht - internationale Menschenrechte zu fördern. Wie steht es mit den internationalen LSBTI-Menschenrechten?

Das Ergebnis der 31-Seiten starken Dokumentation ist ernüchternd: von 16.500 Stiftungen in Deutschland engagieren sich in dem Feld der LSBTI-Menschenrechte lediglich 11 Stiftungen. Diese haben im Jahr 2008 mit 622.000€ 47 lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle Projekte im globalen Süden und Osten gefördert. „LSBTI-Menschen sind nicht nur gefährdete sozio-kulturelle Randgruppen; ihre Themen sind nicht nur ein Maßstab für das Funktionieren unseres Gemeinwesens. Sie bieten ganz besondere Ressourcen, Horizonterweiterung und Wachstumsmöglichkeiten für alle, jede und jeden, persönlich und gesellschaftlich. Die Menschheit wird in Zukunft starken Belastungen ausgesetzt sein - wir brauchen alle Kräfte. LSBTI-Gruppen sind starke Partnerinnen bei der Menschenrechtsarbeit.

Um von akuter Nothilfe auf strategische Arbeit umstellen zu können, brauchen sie eine stärkere Berücksichtigung in der Förderpolitik deutscher Geberorganisationen,“ so die Initiatorin der Studie Ise Bosch, Dreilinden gGmbH.

Seit 2006 veröffentlicht „Funders for Lesbian and Gay Rights“ in New York Förderstatistiken zur internationalen LSBTI-Förderung. Diese Statistiken haben zu lebhaften Diskussionen, einer inhaltlichen Vernetzung der Akteure, sowie zu einer stärkeren Förderung der LSBTI-Zielgruppen geführt.
„Regenborgen-Philanthropie! Deutsche Unterstützung für die LSBTI-Menschenrechtsarbeit im globalen Süden und Osten“ soll Deutschland den Anschluss an den internationalen Diskurs ermöglichen. „Mit der Darstellung der aktuellen Gebersituation soll der Stiftungssektor, der sich sonst gerne als gesellschaftlicher Akteur und Innovationsmotor versteht, wachgerüttelt werden.“ sagen Dr. Felicitas von Peter und Michael Alberg-Seerich von Active Philantropy.

Diese Diskussion möchten Dreilinden und Active Philanthopy in Deutschland initiieren. Deshalb wird aufbauend auf die Studie ein Arbeitstreffen der Geberinstitutionen zu diesem Thema organisiert sowie fortlaufende Erhebungen durchgeführt, um die Entwicklung des Themas zu dokumentieren.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Steph Klinkenborg
Öffentlichkeitsarbeit

Dreilinden gGmbH
Alte Koenigstrasse 18
22767 Hamburg

Mobil 0178/518 10 99
Tel.: 040-380 388 13
Fax: 040-380 877 99


www.dreilinden.org

Die Dreilinden Gesellschaft für gemeinnütziges Privatkapital mbh, gegründet 2006 in Hamburg, ergreift Partei für Mädchen, Frauen und sexuelle Minoritäten. Nicht nur weil diese Menschen benachteiligt werden, sondern um ihren Fähigkeiten, Energien und Kenntnissen mit finanziellen Mitteln entgegenzukommen. Das Spektrum der Ziele ist breit, vom puren Überleben bis hin zur Erkämpfung einer Genderperspektive in den Kriterien für ethische Geldanlagen. Fördergebiete sind schwerpunktmäßig der globale Süden, Mittel- und Osteuropa, die ehemaligen GUS-Staaten und Ostdeutschland.

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