(openPR) Freiburg, 19. August 2009 – Reicht eine Hörgeräteversorgung bei Schwerhörigkeit aus, um einen Sprecher auch im Gruppengespräch wieder gut zu verstehen? Und warum werden viele Hörgeräte bei der Erstanpassung aus medizinisch-audiologischer Sicht zu leise eingestellt? Der Neurobiologe und Audiotherapeut (EUHA) Dr. Eike Mathias Jauch geht während seines Vortrags im Kollegiengebäude I der Universität Freiburg mit Antworten aus der aktuellen Neuro-Forschung auf solche Fragen ein.
Digitale Hörgeräte sind hoch technisierte Medizinprodukte. Die Technik aber hat ihre Grenzen. Bei der Erstanpassung von Hörgeräten werden oft nicht die Erfolge erzielt, die sich der Betroffene erhofft. Der Engpass ist hierbei jedoch zumeist nicht in der Hörgerätetechnik selbst zu suchen, sondern er liegt häufig in einer durch Schwerhörigkeit veränderten Hörverarbeitung.
Immer mehr HNO-Fachärzte klären ihre Patienten nach der Diagnose Schwerhörigkeit darüber auf, dass ein unbehandelter Hörverlust im Verlauf der Zeit eine Hörentwöhnung zur Folge haben kann – und raten deshalb zu einer frühzeitigen Hörgeräteversorgung. Der Teil des Gehirns, der für die Hörverarbeitung verantwortlich ist, verlernt nach und nach, lange nicht mehr wahrgenommene akustische Signale dann zu verarbeiten, wenn diese durch ein Hörgerät plötzlich wieder gehört werden. Darüber hinaus verändert sich durch eine Schwerhörigkeit die Beurteilung der Lautstärke dessen, was wir hören. Normale Lautstärken hören sich für das von Schwerhörigkeit betroffene Gehör oft als zu laut an.
Damit Hörgeräte und die Hörverarbeitung Hand in Hand arbeiten können bedarf es eines intensiven Trainings. Das nach dem Vortrag vorgestellte Terzo-Gehörtraining bietet dem von Hörverlust Betroffenen die Möglichkeit, seine selektive Wahrnehmung von Sprache bei gleichzeitig vorhandenem Stimmengewirr zu Hause zu trainieren. Bereits nach zwei bis drei Wochen Training können so Gruppengespräche mit Hilfe von Hörgeräten entspannter geführt werden als dies zu Beginn des Trainings der Fall war.
Im Rahmen der Terzo-Gehörtherapie wird durch eine spezielle Anpassstrategie der Hörgeräte auch die Akzeptanz von Lautstärke systematisch verbessert. Denn erst nach erfolgter Gewöhnung an die Schalldosis, die zum Ausgleich des Hörverlusts aus medizinisch-audiologischer Sicht notwendig ist, können Hörgeräte ihren vollen Nutzen entfalten.
Der Eintritt zum Vortrag ist frei, eine telefonische Voranmeldung zur Platzreservierung ist jedoch notwendig:
„Mit Gehirntraining gegen Schwerhörigkeit? Erkenntnisse aus der Neuro-Forschung“
Mittwoch, 19. August 2009
17.00 – 18.30 Uhr
Universität Freiburg
Hörsaal 1098 (im EG)
Platz der Universität Nr. 3
Kollegiengebäude I
79098 Freiburg
Platzreservierung unter (0761) 137 93 50
















