openPR Recherche & Suche
Presseinformation

In jedem Land wird es anders gemacht - Große Unterschiede bei Bewertung medizinischer Verfahren

05.08.200913:31 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) (Hall, 05.8.09) Medizinforscher arbeiten international, Pharmakonzerne agieren weltweit, Zulassungen erfolgen länderübergreifend: medizinische Innovation ist längst globalisiert. National ist hingegen die Gesundheitspolitik. Landesbehörden und –ministerien entscheiden darüber, welche Therapien von den Krankenkassen erstattet werden und welcher Preis dafür angemessen ist. Solche Entscheidungen basieren auf höchst unterschiedlichen Methoden und Entscheidungsprozessen. Dies hat eine wissenschaftliche Untersuchung ergeben, die im Rahmen des Tiroler Forschungszentrums für Personalisierte Krebsmedizin, ONCOTYROL, durchgeführt worden ist. Kein Wunder also, dass auch die Ergebnisse nationaler Gesundheitspolitik höchst unterschiedlich ausfallen.



Neue medizinische Verfahren werden daran gemessen, ob sie innovativ sind, und ob sie einen Mehrwert gegenüber herkömmlichen Verfahren bieten. Entscheidungen darüber sind folgenschwer, daher sollten Nutzen, Risiken und Kosten gründlich untersucht und zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Es spielen nicht nur medizinische Aspekte eine Rolle, sondern auch ethische, rechtliche und organisatorische, die ein komplexes Geflecht bilden. Zunehmend werden umfassende wissenschaftliche Bewertungsverfahren wie Health Technology Assessment (HTA) herangezogen. HTA übernimmt die Rolle des „Advokaten“ für Patienten und Ärzte, wenn es darum geht, abzuwägen, ob ein neues medizinisches Verfahren mehr Nutzen als Risiken erwarten lässt. Auch dient HTA dazu, Entscheidungsträger aller Art bei der Auswahl sinnvoller und effizienter Maßnahmen zu unterstützen. Es wird unter anderem an nationalen HTA-Organisationen durchgeführt.

Dr. Ruth Schwarzer von der Health and Life Sciences University UMIT in Hall und Univ.-Prof. Dr. Uwe Siebert, der dort das Department für Public Health leitet und auch an der Harvard University lehrt, haben die Stationen von HTA verfolgt - von der beauftragten HTA-Organisation, über die wissenschaftlichen Bewertungsmethoden bis hin zur Implementation und Wirkung. Hierfür wurden Methoden, Prozesse und Akteure in ihren Rahmenbedingungen, mit ihrem Blickwinkel und ihren Beweggründen in führenden europäischen Industrienationen verglichen und ihre Ergebnisse jetzt in der im Bereich HTA international führenden Fachzeitschrift International Journal of Technology Assessment in Health Care (1) veröffentlicht.
Verglichen wurde „HTA“ an den beiden deutschen Organisationen DAHTA@DIMDI und IQWiG, sowie NICE (England), HAS (Frankreich) und SBU (Schweden). Es traten deutlich mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zutage, insbesondere im Bereich der Entscheidungsfindung und in deren Folge. „Die Tatsache, dass der Vergleich von nur fünf Agenturen deutlich mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zutage fördert, zeigt, dass eine internationale Harmonisierung schwierig ist, auch weil gesundheitspolitische Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssen“, schlussfolgert Dr. Schwarzer. „Als universitäre Einrichtung arbeiten wir insbesondere daran, die Qualität der wissenschaftlichen Methodik und die Transparenz der Entscheidungsprozesse zu verbessern“ ergänzt Univ.-Prof. Dr. Siebert.
Er und sein Team arbeiten im Rahmen eines Oncotyrol-Projekts mit internationalen Forschungsinstitutionen, Entscheidungsträgern und Arzneimittelherstellern genau an dieser Aufgabe. Sie wollen einen standardisierten Rahmen für HTA-Untersuchungen schaffen. Dabei konzentrieren sie sich auf die Bewertung personalisierter Krebstherapien, und zwar bereits früh in deren Entwicklung. Das „frühe HTA“ soll helfen, bereits während der Entstehung neuer Technologien deren Einfluss auf Patient und Gesellschaft abzuschätzen. Forschungsinstitutionen und auch Forschungsabteilungen von Unternehmen müssen fortwährend Entscheidungen treffen, welche ihrer zahlreichen Projekte besonders großen Erfolg versprechen und weiterverfolgt werden sollen, und welche Projekte eher hinten anstehen. Das Ergebnis einer frühen HTA-Bewertung kann wertvolle Anhaltspunkte für derartige Entscheidungen liefern.

(1) Schwarzer R. und Siebert U., Methods, procedures, and contextual characteristics of health technology assessment and health policy decision making: comparison of health technology assessment agencies in Germany, United Kingdom, France, and Sweden, International Journal of Technology Assessment in Health Care, 25:3 (2009), 305-314






Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 336663
 164

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „In jedem Land wird es anders gemacht - Große Unterschiede bei Bewertung medizinischer Verfahren“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von ONCOTYROL

Bei Brustkrebs steht das Gen CHAC1 für schlechte Aussichten
Bei Brustkrebs steht das Gen CHAC1 für schlechte Aussichten
Oncotyrol-Forscher suchen nach der Ursache und entwickeln Biomarker für die Therapieauswahl Innsbruck (12.07.2013) Werde ich überleben? Habe ich eine Chance auf Heilung? Und wenn nicht: wie lange kann das Fortschreiten der Krankheit aufgehalten werden? Diese Fragen quälen Brustkrebspatientinnen. Eine Antwort ist schwierig, denn Krebs ist nicht gleich Krebs, selbst wenn das erkrankte Gewebe identisch aussieht. Die in den Genen versteckten Anlagen des Tumors sind es, die seinen Charakter ausmachen. Es gilt also solche Gene zu finden, die als Bi…
Bild: Forscherin mit Herz und Humor
Forscherin mit Herz und Humor
Die erfolgreiche Wissenschaftlerin Heidi Fiegl engagiert sich im Oncotyrol-Projekt "Science Inspires" für Jugendliche Innsbruck (12.7.2013) Der Wissenschaftsbetrieb kann knallhart sein, insbesondere für Frauen. Die 38jährige Oncotyrol-Forscherin Heidi Fiegl ist eine von denjenigen, die sich in dieser rauen Berufswelt durchsetzen. Wer glaubt, dazu brauche es vor allem spitze Ellbogen, lautstarkes Auftreten oder Karriere-Verbissenheit, wird gleich bei der ersten Begegnung eines besseren belehrt. Heidi Fiegl ist eine zarte Person mit heller Stim…

Das könnte Sie auch interessieren:

So bewerten Kunden ihre Berater für Geld und Versicherungen
So bewerten Kunden ihre Berater für Geld und Versicherungen
Berlin, den 07.01.10. Die aktuelle Analyse von WhoFinance.de zeigt, dass es große Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern gibt. Die Verbraucher sprechen auf dem unabhängigen Online-Bewertungsportal WhoFinance.de den Anbietern Allianz, MLP und der Quirin Bank das größte Vertrauen aus. Alle drei Institute erhielten von Ihren Kunden die Schulnote …
Bild: Sven Schwarzat: Warum Immobiliengutachten häufig zu unterschiedlichen Ergebnissen kommenBild: Sven Schwarzat: Warum Immobiliengutachten häufig zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen
Sven Schwarzat: Warum Immobiliengutachten häufig zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen
… abweichen. Aber warum ist das so? Sven Schwarzat, Geschäftsführer der Schwarzat Capital GmbH, erklärt die wichtigsten Faktoren, die zu diesen Unterschieden führen.Unterschiedliche BewertungsmethodenEine der Hauptursachen für abweichende Ergebnisse sind die unterschiedlichen Bewertungsmethoden, die angewendet werden können. Die drei wichtigsten Methoden …
Bild: Versorgungssicherheit: ISOE-Forscher legen Studie zu weltweitem Wasserstress vorBild: Versorgungssicherheit: ISOE-Forscher legen Studie zu weltweitem Wasserstress vor
Versorgungssicherheit: ISOE-Forscher legen Studie zu weltweitem Wasserstress vor
… müssen Bedarf, Mengen und Qualität unserer Wasserressourcen kennen, wenn wirtschafts- und innovationspolitische Maßnahmen greifen sollen."Globaler Wasserstress – aber regionale Unterschiede im StressniveauFür die Schwerpunktstudie „Innovationen in der Wasserwirtschaft“ des EFI-Gutachtens haben Robert Lütkemeier und Co-Autor Ahmad Awad den wissenschaftlichen …
Innovative Projekte in der Windenergie
Innovative Projekte in der Windenergie
… Verbundforschungsvorhaben am ISD, ebenfalls vom BMWi gefördert, beschäftigt sich mit Geräuschemissionen von Windenergieanlagen an Land. Das Projekt „Von der Schallquelle zur psycho-akustischen Bewertung (WEA-Akzeptanz)“ erhält rund vier Millionen Euro und ist eine Kooperation von drei Fakultäten der Leibniz Universität mit dem Anlagenhersteller Senvion. Es geht …
Bild: Falsche erbschaftsteuerliche Bewertung des Grundvermögens nach BewG ?Bild: Falsche erbschaftsteuerliche Bewertung des Grundvermögens nach BewG ?
Falsche erbschaftsteuerliche Bewertung des Grundvermögens nach BewG ?
Bekanntlich erfolgt die erbschaftsteuerliche Bewertung von Grundvermögen in Deutschland seit 2009 nach den Vorgaben der §§ 176-198 des Bewertungsgesetzes (BewG). Die Verfahren sind angeblich an die aktuelle Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) angelehnt, so Thomas Garthe, CEO der Garthe Immobilienbewertungsgesellschaft mbH in Kalchreuth. Eine …
KanAm: Scope und Feri weiter uneins über Rating
KanAm: Scope und Feri weiter uneins über Rating
… hatte im Januar ein positives Rating des KanAm-Fonds vorgelegt, kurz bevor er wegen starker Liquiditätsabflüsse geschlossen wurde. In der Diskussion zeigten sich grundsätzliche Unterschiede der Bewertung von Offenen Immobilienfonds. Scope setzt in der Bewertung stark auf die Relationen von Immobilienbestand, Fremdkapital und Liquidität. Feri dagegen …
Bild: LEWO Unternehmensgruppe über das Auseinanderdriften der Immobilienpreise
LEWO Unternehmensgruppe über das Auseinanderdriften der Immobilienpreise
… Geschäftsführer der LEWO Unternehmensgruppe aus Leipzig. Doch auch dieses Stück Heimat ist vielerorts nicht mehr finanzierbar. „Dabei zeigt es sich jetzt, dass es nicht nur gewaltige Unterschiede zwischen Stadt und Land, sondern auch innerhalb der Städte gibt“, meint Stephan Praus von der LEWO Unternehmensgruppe. Preise in den Städten gehen durch die Decke, auf …
Bild: Alles im Reinen?
Alles im Reinen?
… Reinstwasser/Prozesswasser für industrielle Anwendungen". Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über die verschiedenen wirtschaftlichen Verfahren zur Herstellung von Reinstwasser und die spezifischen Unterschiede der einzelnen Technologien. Es werden die Einflüsse der verschiedenen Inhaltsstoffe im Speisewasser bewertet (Keime TOC, Kolloide usw.). Weiterhin werden …
Bild: DAS AFTERMARKETVOLUMEN IN EUROPA WÄCHST TROTZ EINER KLEINEN DELLE IN 2014
DAS AFTERMARKETVOLUMEN IN EUROPA WÄCHST TROTZ EINER KLEINEN DELLE IN 2014
… alle Produkte rund um das Auto bezeichnet, einschließlich Verschleißteile, Karosserieteile, Motoren, Getriebe, elektrische Teile, Zubehör, Autoglas, Chemikalien, Öl, Reifen, Lack. Große Unterschiede Der europäische Aftermarket ist alles andere als homogen. Im Gegenteil. Die Studie wies 9 unterschiedliche Länder-Cluster aus, welche große Unterschiede …
Bild: Immobilienbewertung in Magdeburg: Zertifizierter Immobiliengutachter schafft Sicherheit bei Entscheidungen
Immobilienbewertung in Magdeburg: Zertifizierter Immobiliengutachter schafft Sicherheit bei Entscheidungen
… ein. Regionale Marktkenntnis macht den Unterschied Der Immobilienmarkt in Magdeburg, dem Jerichower Land, Stendal, der Börde und dem Harz zeigt deutliche regionale Unterschiede. Selbst innerhalb einzelner Stadtteile oder Gemeinden können sich Kaufpreise und Nachfrage erheblich unterscheiden. Eine qualifizierte Immobilienbewertung setzt daher neben fundiertem …
Sie lesen gerade: In jedem Land wird es anders gemacht - Große Unterschiede bei Bewertung medizinischer Verfahren