(openPR) Noch immer wird Schizophrenie häufig mit klassischen, "alten" Neuroleptika behandelt. Modernere, sogenannte Atypische Neuroleptika, bieten jedoch wesentliche Vorteile. Wirtschaftliche Gründe geben häufig den Ausschlag: Die Tagesdosis von Klassikern liegt meist deutlich unter einem Euro, die Novitäten können mit mehr als den fünffachen Kosten zu Buche schlagen, berichtet Prof. Dr. Dr. Thomas Köhler (Universität Hamburg) in seinem neuen Kompendium "Pharmakotherapie in der Psychotherapie".
"Für die Verwendung der atypischen Neuroleptika spricht, dass die früh auftretenden motorischen Nebenwirkungen wie etwa das Parkinson-Syndrom seltener sind und dass die Medikamente besser vertragen werden. Hinzu kommt, dass die gefürchteten Spätdyskinesien nach Behandlung mit atypischen Neuroleptika bisher nur in wenigen Fällen beobachtet wurden."
Klassische Neuroleptika sind in der Regel bei sogenannten Minussymptomen unwirksam, also bei Interesselosigkeit, Entschluss- und Antriebslosigkeit, Sprachverarmung, Affektverflachung, Bewegungsstereotype, Regungslosigkeit. Atypische Neuroleptika können diese Symptome zumindest deutlich lindern. Zu den gelegentlichen Hinweisen auf eine geringe Wirkung der atypischen Neuroleptika merkt Köhler an: Bei ihnen "hat man möglicherweise über viele Jahre hinweg zu niedrig dosiert und so das erhebliche antipsychotische Potenzial nicht ausgeschöpft."
Thomas Köhler:
Pharmakotherapie in der Psychotherapie
Ein Kompendium für Psychologen und psychologische Therapeuten
3. überarbeitete und erweiterte Auflage
Pabst, Lengerich/Berlin, 192 Seiten,
ISBN 978-3-89967-500-9












