(openPR) Gronau ist im Johanniter-Verbund Pilotklinik für neues Pflegekonzept
Bei der Aufnahme im Johanniter-Krankenhaus Gronau erlebte Eleonore Gniesmer eine angenehme Überraschung. Gemeinsam mit den Ärzten, die sie eingehend untersuchten, kümmerte sich auch Ute Kohn intensiv um die Patientin. Ute Kohn ist Leiterin der Aufnahme und seit kurzem als Case Managerin tätig.
Case Management steht für ein fallbezogenes Betreuungsangebot. „Die Case Managerinnen steuern den Krankenhausaufenthalt bestimmter Patienten und werden tätig, wenn das Krankheitsbild des Patienten die Zusammenarbeit mehrerer Fachdisziplinen erfordert oder wenn absehbar ist, dass Patienten außerhalb der Klinik noch einer Nachversorgung oder -behandlung bedürfen“, erläutert Oberin Bärbel König das neue Konzept.
Case Management ist nicht für alle Patienten im Krankenhaus notwendig. Faktoren, die Case Management erfordern sind zum Beispiel hohes Lebensalter, häufige Krankenhausaufenthalte, schwerwiegende Vorerkrankungen, erhöhter Pflegebedarf und die Notwendigkeit einer Behandlung über mehrere Fachabteilungen hinweg. Laut Karin Peter, die im Johanniter-Krankenhaus Gronau für das Entlassungsmanagement zuständig ist, werden in diesen Fällen zusammen mit den Patienten, deren Angehörigen und den behandelnden Ärzten, Ziele für den Krankenhausaufenthalt und die anschließende Versorgung festgelegt.
Nach der Aufnahme schauen die Case Managerinnen mehrmals bei ihren Patienten auf der Station nach dem Rechten und stimmen sich dabei mit allen an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen ab. Vor der Entlassung wird mit den Patienten und deren Angehörigen sorgfältig und detailliert über die Betreuung „danach“ gesprochen. Dabei geht es neben therapeutischen auch um ganz praktische Fragen wie Ernährung, die tägliche Hygiene, Hilfsmittel und finanzielle Fragen. Ist Essen auf Rädern sinnvoll? Benötigt der Patient eine Diätberatung? Braucht er ein spezielles Pflegebett? Muss eine Pflegestufe beantragt werden? „Wir leiten alle notwendigen Maßnahmen ein und überprüfen auch, ob der Patient nach der Entlassung gut versorgt ist,“ sagt Case Managerin Ute Kohn.
Case Management trägt dazu bei, dass die Patienten trotz kontinuierlich sinkender Verweildauer im Krankenhaus während und nach dem stationären Aufenthalt optimal versorgt sind, dass keine Informationen über die Patienten verloren gehen und der Erfolg der Behandlung nicht gefährdet wird. Durch die Rundumbetreuung kann eine Wiederaufnahme des Patienten in das Krankenhaus oftmals vermieden werden. Daher hilft Case Management auch Kosten im Gesundheitswesen zu dämpfen. Ist bei einem Patienten ein Folgeaufenthalt im Krankenhaus allerdings dennoch nicht zu vermeiden, ist für den Patienten dieselbe Case Managerin zuständig, wie beim letzten Aufenthalt, so dass an die vertraute Beziehung angeknüpft werden kann.
In Deutschland haben erst wenige Krankenhäuser Case Management eingeführt. Innerhalb des Johanniter-Verbundes wurde Gronau als Pilotkrankenhaus ausgewählt, um das Konzept in die Praxis umzusetzen. Bisher haben sechs Gesundheits- und Krankenpflegerinnen die Fachweiterbildung zur Case Managerin bei der Johanniter-Schwesternschaft unter der Leitung der Gesundheitsökonomin Dr. Christine v. Reibnitz absolviert. Seine erste Bewährungsprobe hat das Konzept bereits erfolgreich bestanden und es soll nach und nach ausgeweitet werden. Kein Wunder also, wenn inzwischen Kolleginnen aus anderen Johanniter-Häusern nach Gronau kommen, um Ute Kohn und Karin Peter bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen.







