(openPR) Oft ohne es zu wissen, sind Professionelle medizinischer Berufe mit Fällen häuslicher Gewalt konfrontiert. Denn auf der Suche nach Hilfe gehen Opfer häuslicher Gewalt vorzugsweise zum Arzt - oft aber mit Beschwerden, die nicht unmittelbar auf Gewalt schließen lassen: Schlafstörungen, Depression, Magen-Darm- und Herz-Kreislauferkrankungen.
Woran können dann Ärztinnen und Ärzte häusliche Gewalt als Krankheitsursache erkennen? Wie können sie die Patientin danach fragen - und warum sollten sie dies überhaupt?
Eine vom Bundesministerium BMFSFJ geförderte Website - www.ava2.de - unterstützt professionelles Handeln in diesen Fällen: www.ava2.de informiert kostenlos, schnell und übersichtlich über Vorkommen, Warnsignale, Gesprächsstrategien; zeigt, wie sie Betroffene schnell und effektiv unterstützen können
Dabei geht es nicht darum, dass die Medizin Opfer häuslicher Gewalt berät, sondern darum, eine richtige Diagnose zu stellen, Adressen lokaler Beratungsstellen zu vermitteln, und für eine rechtsverwertbare medizinische Dokumentation zu sorgen. Die benötigt die Patientin für Anträge im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes unbedingt.
Eine Patientinnenbefragung an der Berliner Charité im Jahr 2002 ergab, dass knapp 80 Prozent eine Routinebefragung nach Gewalterfahrungen befürworten, weil dies den Umgang mit dem Tabuthema erleichtert.
www.ava2.de hilft Medizinerinnen und Medizinern außerdem, Ursachen von Verletzungen einzuordnen und diese rechtsverwertbar zu dokumentieren. Videoszenen in einer „Ersten Hilfe“ zeigen anschaulich, wie ärztliche Entscheidungen Patientinnen schützen oder gefährden, und Patientinnen beschreiben, wie das Verhalten von Medizinern auf sie wirkte. Ein Wissens- und ein Gesprächstest sorgen für weitere überraschende Einsichten.














