(openPR) „Pflege tut gut“, „Medizin tut gut“ und da macht es Sinn, sich um eine nachhaltige Imagepflege der beiden Berufsstände zu kümmern, können wir doch auf die schlechte Rahmenbedingungen verweisen, für die wir nun aber keine Verantwortung zeichnen. Daher ist es unseren geriatrischen Patienten auch zuzumuten und letztlich ihrem individuellen Lebensrisiko überantwortet, im Zweifel nicht ausreichend ernährt zu werden, Dekubiti davon zu tragen, auf geeigneten Zahnersatz (vielfach auf eine zahnärztliche Behandlung schlechthin) zu verzichten und ab und an ein kleines Schlückchen aus der 5 Liter bewohnerfreundlichen Haldol –Flasche verabreicht zu bekommen, um so sukzessive in eine schöne Traumwelt überführt werden zu können, damit dass irdische Jammertal eben im Zustande einer leichten Dämmerung „durchschritten“ werden kann.
Produzieren wir weiterhin Papier: eine Charta für pflegebedürftige Menschen hier, eine Charta für schwersterkrankte Patienten dort und unser Gewissen erfährt eine ungemeine Erleichterung, sofern wir dann die Erklärungen auch noch gegen- und mitzeichnen. Die Verantwortlichen sind ausgemacht, die zuweilen aber eben nur die politische Verantwortung tragen, während demgegenüber Ärzte und die beruflich Pflegenden vor „Ort“ bemüht sind, eine „menschenwürdige“ Pflege und ärztliche Therapie ganzheitlich zu leisten – freilich im Rahmen der gesundheitsökonomischen Rahmenbedingungen, die letztlich wohl verantwortlich dafür zeichnen, dass dem Zahnstatus eines multimorbiden Geriatriepatienten keine sonderliche Bedeutung beigemessen wird, ein Bewohner mangelernährt ist und nicht selten mit Psychopharmaka therapiert wird, bei denen der Sinn zwar nicht offenkundig zu sein scheint, aber immerhin therapiert wird.
Fortbildung „tut Not“ und hier sollten wir ganz auf die weitere Akademisierung setzen. Defizite in der ärztlichen und pflegerischen Versorgung werden zwar erkannt, aber offensichtlich reicht das derzeitige Fachwissen nicht aus, um adäquat therapieren und pflegen zu können, mal von den immer wieder gerügten Rahmenbedingungen abgesehen.
Dienstbeflissen werden einmal mehr „Aktionen“ angekündigt, die wohl in erster Linie zur Selbstbeweihräucherung beruflichen Selbstverständnisses dienen. Es gibt halt keinen Tag, an dem die Barmherzigkeit ruht: Reden, nichts als Reden werden geschwungen und zwar nicht unbedingt nur von der Kanzel, sondern auch von Verbänden, die ihr Wohl und Wehe in der Zelebrierung ihrer eigenen Tugenden sehen.
Aber immerhin: es gibt „Erfolge“ zu vermelden! Rechtsmediziner legen uns dies in aktuellen Studien nahe, wenn auch unterm Strich „einiges“ im Argen liegt.
Es gibt also noch vieles zu tun: Packen wir`s an! Eine Neuauflage der Charta muss her – die dann jeweils nach Ablauf von 10 Jahren einer Revision bedarf, weil dann Rechtsmediziner mit weiteren Studien aufwarten, die erneut „alarmierende Zustände“ offenbaren.
Mal ganz ehrlich: Sollten Ihnen jetzt der Kragen platzen, habe ich mein Ziel erreicht, denn wie lange wollen wir denn noch darüber – jenseits von irgendwelchen Schuldzuweisungen – debattieren, was dringend mit Blick auf eine angemessene Versorgung unserer älteren Patienten gefordert ist?
Lutz Barth













