13.07.2009 - 16:47 - Politik, Recht & Gesellschaft

Willkürliche Entführung eines Mönches des Klosters Labrang bei Polizeiaktion im Mai (TCHRD)

Pressemitteilung von: IGFM Muenchen

Bild im Großformat
Demonstrierende Mönche des Klosters Labrang
Wie das TCHRD erst jetzt aus bestätigter Quelle erfuhr, wurde im Mai ein tibetischer Mönch des Klosters Labrang im Bezirk Sangchu (chin. Xiahe Xian), TAP Kanlho (chin. Gannan), Provinz Gansu, bei einer Durchsuchungsaktion von der Polizei willkürlich entführt.

Tsayul Kelsang Gyatso stammt aus dem Dorf Tsayul im Bezirk Sangchu, TAP Kanlho, Provinz Gansu. In jungen Jahren wurde er im Kloster Labrang zum Mönch geweiht. Bis zu seiner Entführung studierte er an der Dialektik-Schule des Klosters. Am Abend des 22. Mai 2009 führten die Sicherheitskräfte des Bezirks Sangchu unvermittelt eine großangelegte Razzia in dem Kloster durch und nahmen ihn dabei mit.

Unseren Quellen zufolge stülpten sie ihm eine schwarze Kapuze über, ehe sie ihn entführten. Der genaue Grund für ihr Vorgehen ist im Augenblick nicht bekannt, es könnte jedoch sein, daß man ihn der Verwicklung in politische Aktivitäten verdächtigte. Im Bezirk Labrang kam es im letzten Jahr zu anhaltenden und großen Protestaktionen. Es heißt, daß die Sicherheitskräfte die Bewegungen von Tsayul Kelsang Gyatso schon monatelang genau verfolgt hätten, bevor sie ihn verschwinden ließen. Man weiß nichts über seinen Verbleib und Zustand.

Dies ist nicht der erste uns bekannt gewordene Fall, daß ein tibetischer Mönch des Klosters Labrang entführt wurde. Am 14. Mai 2009, wurden zwei Mönche bei einer Razzia verhaftet, auch ihr Aufenthaltsort ist ihren Angehörigen immer noch unbekannt.

Das TCHRD verurteilt die willkürliche Entführung von Tsayul Kelsang Gyatso aus seinem Wohnquartier im Kloster schärfstens. Es ruft ebenso die Regierung der VR China auf, unverzüglich alle tibetischen Gewissensgefangenen, die wegen der friedlichen Ausübung ihrer grundlegenden Menschenrechte willkürlich verhaftet wurden, freizulassen. Es gibt uns Anlaß zu großer Sorge, daß in der jüngsten Vergangenheit vor allem die monastischen Institutionen zum Ziel staatlicher Verfolgung geworden sind.

Es gibt immer noch Hunderte von Tibetern, deren Verbleib und Status ihren Angehörigen und Nahestehenden unbekannt sind. Die Regierung sollte unter allen Umständen garantieren, daß Tsayul Kelsang Gyatso physisch und psychisch unversehrt bleibt und dafür sorgen, daß seine Angehörigen über seinen Aufenthaltsort und sein Befinden informiert werden.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Internationale Gesellschaft
für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München
c/o Jürgen Thierack
Rudolfstraße 1
82152 Planegg
(+49 89) 859 84 40 oder
(+49 40) 480 80 77 Angelika Mensching
www.igfm-muenchen.de

Der Auftrag der IGFM zielt auf die friedliche Verwirklichung der Menschenrechte, deklariert von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948, dem Tag der Menschenrechte. Seit einigen Jahren leistet die im Jahre 1972 gegründete und seitdem anerkannt gemeinnützige Gesellschaft auch mildtätige Arbeit.

Die IGFM hat Beobachterstatus beim Europarat sowie ECOSOC-(Roster) Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Die Arbeitsgruppe München hat Tibet als Schwerpunkt gewählt. Eine umfangreiche Sammlung von Texten zur Menschenrechtslage in Tibet steht auf unserer Website unter der Rubrik "Tibet", wir versenden auch kostenlos aktuelle Meldungen zu Tibet per e-mail. Anmeldung unter .

News-ID: 324095 • Views: 481

Mitteilung teilen und kommentieren


Permanenter Link zu dieser Pressemeldung:


Wir freuen uns, wenn Sie z.B. auf Ihrer Presse- oder Referenzen-Seite auf openPR.de linken.
Für die Inhalte dieser Meldung ist nicht openPR.de sondern nur der jeweilige Autor verantwortlich.

Haftungsausschluss - openPR distanziert sich von dem Inhalt der Pressemitteilungen. Lesen sie hier mehr