13.07.2009 - 08:50 - Politik, Recht & Gesellschaft
Mord an Muslima – Wie islamfeindlich ist Deutschland?
Pressemitteilung von: Rudolf Homann
Auch nach der beeindruckenden Trauerfeier für die im Dresdner Amtsgericht ermordete junge Ägypterin Marwa al-Sherbini bleiben mehr Fragen offen als beantwortet wurden. Die offizielle Politik wurde durch die harsche Kritik aus der arabischen Welt offensichtlich überrascht und reagierte auf die rassistisch motivierte Tat, teils hilflos, viel zu spät.
Daraus nun den voreiligen Schluss zu ziehen, DIE POLITIK oder gar die politische Klasse sei wieder mal an allem Schuld, wird jedoch der Komplexität des hinter der unfassbaren Tat steckenden Motivations- und Kausalzusammenhangs bei weitem nicht gerecht. Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland schreibt in einem Beitrag für die Deutsche Welle: „Der Mord an Marwa al-Sherbini ist Ergebnis der Hasspropaganda gegen Muslime von den Rändern der Gesellschaft bis in deren Mitte.“ Mit dieser Feststellung hat Herr Kramer zweifellos recht. Genau das gleiche gilt im Übrigen für den Antisemitismus. Auch an anderen Stellen zeigt sich ein ausgeprägter latenter Rassismus, der weit bis in die Mitte der Gesellschaft angesiedelt ist.
Zur Redlichkeit bei der Ursachenanalyse gehört es, die Rolle vieler Presseorgane nicht zu verschweigen. Die wenig vornehme Zurückhaltung bei der Berichterstattung über die Zusammenhänge der mörderischen Bluttat wirft ein bezeichnendes Bild auf einige Blätter. Erst nachdem der Fall internationale Aufmerksam erregt hatte, bequemten sich jene Gazetten, die die Tat zuvor als „Kollateralschaden“ einer privaten Beleidigungsfehde behandelt hatten, etwas genauer hin zuschauen. Dass der Täter sein Opfer schon 2008 als „Islamistin und Terroristin“ beschimpft und in der Gerichtsverhandlung gesagt hat, dass „nichteuropäische Rassen“ kein Recht hätten in Deutschland zu leben, nutzen einige jedoch dazu, von einem „verwirrten Einzeltäter“ zu sprechen und die Verbindungen zur NPD, die er laut Staatsanwaltschaft habe, werden noch immer verschwiegen.
Jetzt bleibt zu hoffen, dass, wie es Franz Müntefering forderte, Rechtsextremisten und Rassisten keine Chance mehr erhalten, sich in Parteien zu organisieren. Das Verbot der NPD steht ebenso wieder auf der aktuellen Tagesordnung wie der Aufstand der Anständigen in der Mitte der Gesellschaft.
Martin Dulig, Fraktionsvorsitzender der SPD im sächsischen Landtag schrieb ins Kondolenzbuch für Mara al-Sherbini: „Wir brauchen Courage. Mut - nicht wegzusehen, wegzuhören, wegzudrehen. Wir müssen den alltäglichen Rassismus, dem Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit und wachsenden Antiislamismus entgegentreten und für eine vielfältige und demokratische Kultur in der Stadt und in unserem Land eintreten." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Rudolf Homann
Weststraße 10
04741 Roßwein
Tel. 034322-42883
E-Mail:
www.RudolfHomann.de
Rudolf Homann, Jahrgang 1950, ist ein sächsischer SPD-Politiker. Er war 1998 Bundestagskandidat seiner Partei im damaligen Wahlkreis 312 / Döbeln/Grimma/Oschatz. Er publiziert u.a. bei Politik-Poker.de. Von 1987 bis 2002 arbeitete Homann hauptamtlich beim Deutschen Gewerkschaftsbund, zuletzt in Dresden. Zuvor war er als Sozialpädagoge in der Jugendarbeit bei den Falken tätig.
Daraus nun den voreiligen Schluss zu ziehen, DIE POLITIK oder gar die politische Klasse sei wieder mal an allem Schuld, wird jedoch der Komplexität des hinter der unfassbaren Tat steckenden Motivations- und Kausalzusammenhangs bei weitem nicht gerecht. Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland schreibt in einem Beitrag für die Deutsche Welle: „Der Mord an Marwa al-Sherbini ist Ergebnis der Hasspropaganda gegen Muslime von den Rändern der Gesellschaft bis in deren Mitte.“ Mit dieser Feststellung hat Herr Kramer zweifellos recht. Genau das gleiche gilt im Übrigen für den Antisemitismus. Auch an anderen Stellen zeigt sich ein ausgeprägter latenter Rassismus, der weit bis in die Mitte der Gesellschaft angesiedelt ist.
Zur Redlichkeit bei der Ursachenanalyse gehört es, die Rolle vieler Presseorgane nicht zu verschweigen. Die wenig vornehme Zurückhaltung bei der Berichterstattung über die Zusammenhänge der mörderischen Bluttat wirft ein bezeichnendes Bild auf einige Blätter. Erst nachdem der Fall internationale Aufmerksam erregt hatte, bequemten sich jene Gazetten, die die Tat zuvor als „Kollateralschaden“ einer privaten Beleidigungsfehde behandelt hatten, etwas genauer hin zuschauen. Dass der Täter sein Opfer schon 2008 als „Islamistin und Terroristin“ beschimpft und in der Gerichtsverhandlung gesagt hat, dass „nichteuropäische Rassen“ kein Recht hätten in Deutschland zu leben, nutzen einige jedoch dazu, von einem „verwirrten Einzeltäter“ zu sprechen und die Verbindungen zur NPD, die er laut Staatsanwaltschaft habe, werden noch immer verschwiegen.
Jetzt bleibt zu hoffen, dass, wie es Franz Müntefering forderte, Rechtsextremisten und Rassisten keine Chance mehr erhalten, sich in Parteien zu organisieren. Das Verbot der NPD steht ebenso wieder auf der aktuellen Tagesordnung wie der Aufstand der Anständigen in der Mitte der Gesellschaft.
Martin Dulig, Fraktionsvorsitzender der SPD im sächsischen Landtag schrieb ins Kondolenzbuch für Mara al-Sherbini: „Wir brauchen Courage. Mut - nicht wegzusehen, wegzuhören, wegzudrehen. Wir müssen den alltäglichen Rassismus, dem Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit und wachsenden Antiislamismus entgegentreten und für eine vielfältige und demokratische Kultur in der Stadt und in unserem Land eintreten." Dem ist nichts hinzuzufügen.
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Rudolf Homann, Jahrgang 1950, ist ein sächsischer SPD-Politiker. Er war 1998 Bundestagskandidat seiner Partei im damaligen Wahlkreis 312 / Döbeln/Grimma/Oschatz. Er publiziert u.a. bei Politik-Poker.de. Von 1987 bis 2002 arbeitete Homann hauptamtlich beim Deutschen Gewerkschaftsbund, zuletzt in Dresden. Zuvor war er als Sozialpädagoge in der Jugendarbeit bei den Falken tätig.
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