02.07.2009 - 10:37 - Kunst & Kultur

Vom Aquamanile zum Zollfreiheitsprivileg - Kunstwerke aus ganz Europa illustrieren die Zeit Kaiser Ottos IV.

Pressemitteilung von: Braunschweigisches Landesmuseum
PR Agentur: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Bild im Großformat
Das Siegel des einzigen Welfen-Kaisers Ottos IV. Foto: BLM Braunschweig
In knapp sechs Wochen eröffnet das Braunschweigische Landesmuseum die große Landesausstellung „Otto IV. – Traum vom welfischen Kaisertum“, die am historisch authentischen Ort rund um den Burgplatz in Braunschweig zum ersten Mal die Geschichte des ersten und einzigen Welfenkaisers Ottos IV. erzählt. Auf über 1000 m² Ausstellungsfläche wird im Braunschweigischen Landesmuseum, in der Burg Dankwarderode und im Dom St. Blasii anhand von 200 eindrucksvollen Exponaten aus europäischen Museen, Bibliotheken und Sammlungen ein facettenreiches Bild Ottos IV. und seiner Zeit gespiegelt.
„Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, bei dieser Weltpremiere – nämlich der ersten Ausstellung zu Otto IV. – so hochrangige Objekte aus ganz Europa in Braunschweig versammeln zu können, die das Leben und die Zeit Ottos IV. illustrieren“, erzählt Frau Dr. Stefanie Hahn, Kuratorin der Landesausstellung. „Ein ganz besonderes Highlight ist z.B. ein Ptolemäer-Kameo aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien. Dieser Kameo stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und wurde von Otto IV., neben der erforderlichen Menge Gold, für die Herstellung der Stirnseite des Dreikönigenschreins in Köln gestiftet.“ Die Unterstützung der Kölner Bürger trug maßgeblich dazu bei, dass Otto IV. im Jahr 1198 zum römisch-deutschen König gewählt wurde – mit der Zustiftung zum Dreikönigenschrein zeigte sich Otto für diesen Beistand erkenntlich. Der Kameo wurde im Jahr 1574 vom Schrein gestohlen und tauchte nach mehreren Zwischenstationen schließlich im Jahr 1668 in Österreich wieder auf, wo er seitdem verwahrt wird. „Am Dreikönigenschrein kann man übrigens bis heute das große Selbstbewußtsein Ottos IV. ablesen“, weiß Frau Dr. Hahn zu berichten. „Er hat sich bei der Gestaltung einfach der Reihe der dargestellten Heiligen Drei Könige als vierter König angeschlossen.“ Genau dieser vierte König, bzw. das mittelalterliche „Negativ“ dazu, ist ein weiteres Highlight-Objekt. Die originale Figur, die dazu benutzt wurde, Otto als vierten König in die Goldplatte zu treiben, wird in der Ausstellung gezeigt. „Sie besteht übrigens zum großen Teil aus Pech, was wir allerdings weder als schlechtes Vorzeichen für die Herrschaft Ottos noch für die Ausstellung deuten“, schmunzelt die Kuratorin.
Weitere Highlights der Ausstellung sind z.B. das Testament sowie der Kaisermantel Ottos IV. Der Mantel aus der Zeit um 1200 gehört aufgrund der verwendeten kostbaren Materialien – Goldstickerei auf Purpurseide - und der künstlerischen Verarbeitung zu den hochrangigen Beispielen der Textilkunst des beginnenden 13. Jahrhunderts. Die auf dem Mantel dargestellten Leoparden verweisen deutlich auf die enge Bindung Ottos zum englischen Königshof, an dem er seine Jugend verbrachte.
Hochwertige Objekte der Hofkultur, wie z.B. ein Aquamanile aus dem Rijksmuseum in Amsterdam, geben Einblicke in das weltliche Umfeld des Kaisers. Verschiedene Psalterien wie etwa der Kopenhagener Psalter aus der Königlichen Bibliothek zeigen den Einfluss des englischen Hofes auf die Kunst im deutsch-römischen Reich. Mehrere Stücke aus dem sog. Welfenschatz, die von Otto IV. in seinem Testament an den Dom St. Blasii vererbt worden sind, vermitteln einen Einblick in die Bedeutung und künstlerische Qualität der Reliquienverehrung des Mittelalters. Zahlreiche illustrierte Handschriften, Chroniken und Urkunden, wie z.B. auch das Zollfreiheitsprivileg für die Stadt Braunschweig aus dem Jahr 1199, runden das Bild eines bis heute weitgehend unbekannten Kaisers ab, dessen Leben und Wirken ab dem 8. August für drei Monate im Braunschweigischen Landesmuseum in das Licht der Öffentlichkeit treten.

Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten. Kurzführungen zu besonderen Ausstellungsobjekten, wissenschaftliche Vorträge und schauspielerische Vorführungen führen in die Welt Ottos IV. Die Termine werden auf der Homepage www.ottoIV.de, im nächsten Ausstellungsflyer (Erscheinungstermin: Juli 2009) sowie in der Veranstaltungsbroschüre August-November zum Kaiserjahr (Erscheinungstermin: August 2009) bekannt gegeben.

Niedersächsische Landesausstellung „Otto IV. – Traum vom welfischen Kaisertum“ im Braunschweigisches Landesmuseum, in der Burg Dankwarderode und im Dom St. Blasii vom 8. August bis 8. November 2009
www.ottoIV.de

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Pressekontakt:
Silke Röhling
Niedersächsische Landesmuseen Braunschweig
Museumstr. 1, 38100 Braunschweig
Tel 0531 – 1225 2442 oder 1215 2634
Mobil 0163 – 5917 114
e-mail:

Ansprechpartner zum Kaiserjahr 2009

Dr. Frank Kornath
Braunschweig Stadtmarketing GmbH
Schild 4
38100 Braunschweig

Tel.: (05 31) 4 70 37 69
Fax: (05 31) 4 70 44 45
E-Mail:
Internet: www.braunschweig.de

Das Braunschweigische Landesmuseum ist ein historisches Museum. Es wurde 1891 gegründet und ist heute das einzige Geschichtsmuseum in der Trägerschaft des Landes Niedersachsen. Es dokumentiert mit einem umfangreichen Sammlungsbestand die faszinierende Geschichte des ehemaligen Herzogtums und des Landes Braunschweig.
Vom 8.8. bis 8.11. wird am Burgplatz erstmals die Landesausstellung "Otto IV. Traum vom welfischen Kaisertum gezeigt.
Die Dauerausstellung im Vieweghaus am Burgplatz wird unter thematisch-chronologischen Gesichtspunkten präsentiert. Sie vermittelt die Geschichte der grundlegenden Epochen vom 8. Jahrhundert bis zur Gegenwart. In der großen Anzahl der Objekte aus Geschichte, Kultur, Wirtschaft, Technik, Kunst, Volkskunde und Sozialgeschichte begegnet den Besuchern eine Fülle von Ereignissen, Entwicklungen und Persönlichkeiten, wie sie in ähnlicher Dichte in vergleichbaren Regionen kaum anzutreffen sind.

News-ID: 321742 • Views: 600

Mitteilung teilen und kommentieren


Permanenter Link zu dieser Pressemeldung:


Wir freuen uns, wenn Sie z.B. auf Ihrer Presse- oder Referenzen-Seite auf openPR.de linken.
Für die Inhalte dieser Meldung ist nicht openPR.de sondern nur der jeweilige Autor verantwortlich.

Haftungsausschluss - openPR distanziert sich von dem Inhalt der Pressemitteilungen. Lesen sie hier mehr