Journalistische Fortbildung - Bikulturelle Crossmediale Fortbildung für junge Migranten

Pressemitteilung von: BWK BildungsWerk in Kreuzberg

Mehr Migranten in deutsche Redaktionen

BWK BildungsWerk in Kreuzberg startet journalistische Fortbildung für Menschen mit Migrationshintergrund

Berlin, 19. Mai 2009: Jeder fünfte in Deutschland Lebende hat eine Zuwanderungsge-schichte – doch nur etwa jeder fünfzigste Journalist. Folgen davon sind eine von Kli-schees geprägte Berichterstattung und die allgemein fehlende Präsenz des Blicks von Migranten auf gesellschaftliche Themen. Vor diesem Hintergrund startet das BWK Bil-dungsWerk in Kreuzberg gemeinsam mit anderen Partnern nun eine journalistische Fortbildung für Medieninteressierte mit bikulturellem Hintergrund.

„Medien haben ein großes Potenzial, integrationsfördernd zu wirken“, weiß Nihat Sorgec, Geschäftsführer des BildungsWerk in Kreuzberg. „Bislang haben sie jedoch – unbeabsichtigt, denke ich – eher gegen die Integration gearbeitet. Der arbeitslose Türke mit der kopftuchtragenden Frau, der kriminelle Jugendliche, solch einseitige Bilder in den Medien werden den türkischstämmigen Migranten in Deutschland nicht gerecht.“

Schon im Umfeld des Integrationsgipfels 2007 forderte die Integrationsbeauftragte der Bun-desregierung Maria Böhmer „mehr Redakteurinnen und Redakteure mit Zuwanderungserfah-rung, die das Thema Integration kompetent und vielschichtig beleuchten können." Doch den hohen Zugangsvoraussetzungen zur akademischen Journalistenausbildung steht die struktu-relle Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund entgegen.

„Wenn Redakteure, Moderatoren und Nachrichtensprecher mit Migrationshintergrund ganz selbstverständlich über allgemeine Themen berichten, ist das auch ein Signal an uns Migran-ten: Wir sind angekommen in der deutschen Gesellschaft“, so Sorgec. „Dann fühlen wir uns akzeptiert und können uns mit Deutschland identifizieren.“

Nihat Sorgec, selbst türkischstämmiger Deutscher, brachte Böhmers Aufruf zum Nachden-ken.
Nach sorgfältiger Planung und mit Unterstützung unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Berliner Integrationsbeauftragten, der Agentur für Arbeit und Professor Dr. Ulrich Pätzold, einem der führenden Experten in der deutschen Journalisten-ausbildung, startet das BWK im Spätsommer die insgesamt 15-monatige „Bikulturelle Crossmediale Fortbildung für junge Migranten“.
Als Partner steht u. a. das traditionsreiche „Deutsche Institut für publizistische Bildungsarbeit“, Haus Busch in Hagen dem Projekt zur Seite. Für den sechsmonatigen praktischen Teil der Fortbildung bieten den Teilnehmern und Teilnehmerinnen noch weitere renommierte Partner wie beispielsweise ZDF, dpa, RBB und Tagesspiegel, taz, Hürriyet, Sabah sowie der Sender Metropol FM attraktive Praktika.
Maria Böhmer ist somit auch hochzufrieden: „Den medienübergreifenden Charakter sowie das praxisorientierte Curriculum sehe ich als wegweisend für die Journalistenausbildung der Zukunft an. Genauso kann und sollte die breite Zusammenarbeit des BWK mit Medienhäu-sern und staatlichen Stellen als Vorbild für zukünftige Projekte dienen.“

„Das Seminar muss sich in keiner Weise vor den etablierten Angeboten der renommierten Journalistenschulen und –akademien verstecken“, sagt selbstbewusst Uwe J. Schulte, als Projektleiter verantwortlich für die Durchführung. „Wir arbeiten crossmedial, d.h., wir bieten den Teilnehmern und Teilnehmerinnen alle Bereiche des modernen Journalismus an. Sie können im Verlauf des Seminars ihren persönlichen Schwerpunkt entwickeln und vertiefen. Dabei helfen ihnen die Dozenten und Referenten, die alle hauptberuflich als Journalisten arbeiten und zum Großteil selbst Migrationshintergrund mitbringen.“

Während des Seminars und darüber hinaus stehen den Teilnehmern bekannte „Mentoren“ aus Politik und Medien zur Seite, die sowohl die journalistische Orientierung als auch den Übergang in das journalistischen Berufsleben begleiten und erleichtern helfen. Hier ist u. a. Herr Günter Piening zu nennen, der Integrationsbeauftragte des Landes Berlin oder die Mit-glieder des bekannten Vereins „Neue deutsche Medienmacher“.


Die mit dem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanzierte „Bikulturelle Crossmediale Fortbildung für junge Migranten“ beginnt am 1. September; vorab führt das BWK ein Auswahlverfahren durch. Interessenten sollten sich daher schnellstmöglich an den Projektleiter Uwe Schulte wenden: bzw. Telefon 030/617929-51.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Dipl. Pol. Uwe J. Schulte
Project Management

BWK BildungsWerk in Kreuzberg GmbH
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10997 Berlin
Fon: +49 30 617929-51
Fax: +49 30 617929-37
Mobile: +49 178 6035848
E-Mail:
www.bwk-berlin.de

BWK BildungsWerk in Kreuzberg GmbH
Gebündelte interkulturelle und interdisziplinäre Kompetenz für Integration durch Qualifizierung

Das BWK BildungsWerk in Kreuzberg ist ein Dienstleister rund um das Thema berufliche Aus- und Weiterbildung. Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Benachteiligtenförderung und dort spezi¬ell die Förderung von Menschen mit Migrationshintergrund. Die von uns zu betreuenden Lern- und Ausbildungsgruppen sind mit fast 60 Prozent Teilnehmer/-innen mit Migrationshintergrund multikulturell zusammengesetzt. Der interkulturelle Background zeigt sich auch in unserer Mitar¬beiterstruktur: Beim BWK arbeiten Migranten und Deutsche Hand in Hand für eine erfolgreiche Integration in Ausbildung und Arbeit. Das BildungsWerk in Kreuzberg spiegelt damit ein Stück weit die interkulturelle Gesellschaftsentwicklung wider, die in einigen der Berliner Stadteile wie Kreuzberg, Wedding oder Neukölln längst zur Alltagswirklichkeit gehört. Aufgrund seiner interkulturellen Kompetenzen trägt das BWK dazu bei, den Integrationsprozess von Menschen ausländischer Herkunft in Gesellschaft und Arbeitsleben zu begleiten und zu unterstützen.


Unser Hauptanliegen als Bildungsdienstleister ist es, die Teilnehmer unserer Maßnahmen durch eine bestmögliche Qualifizierung in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren.

Um nachhaltige Erfolge zu erzielen, setzen wir dabei vor allem auf folgende Prinzipien:
• Fokussierung der Förderung auf den individuellen Förderbedarf,
• Ausrichtung der Qualifizierungsangebote am Marktbedarf,
• Einsatz hochqualifizierter, interdisziplinär arbeitender Mitarbeiterteams
• Ausbildung nach Qualitätsstandards,
• Vernetzung mit starken Partnern aus Wirtschaft, Politik und Bildung,
• enge Kooperation und Abstimmung mit Unternehmen,
• Überzeugungsarbeit bei potenziellen Ausbildungsbetrieben und Arbeitgebern.

Unsere jahrelangen Erfahrungen auf dem Bildungssektor mit einem qualifizierten und äußerst engagierten Mitarbeiterteam garantieren den Erfolg und die Nachhaltigkeit unserer viel¬fältigen Qualifizierungsmaßnahmen. Seit einem Vierteljahrhundert sind wir in der Erstausbildung, Be¬rufsvorbereitung, Umschulung und Fort- und Weiterbildung von sozial benachteiligten Jugend¬lichen sowie von Erwachsenen tätig. Zurzeit nehmen rund 900 Jugendliche und Erwachsene an unseren Lehrgängen teil. Sie werden von ca. 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut.

Auch das ist ein wichtiges Prinzip beim BWK: die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen – bei den Teilnehmenden und auch bei unserem Personal. Gender Mainstreaming ist beim BWK längst gelebter Alltag. Bei uns sind Männer und Frauen in allen Berufsfeldern als Ausbilder/innen, Lehrer/innen und Sozialpädagogen/-innen tätig. Ihr Vorbild hilft unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sich mit ihrer Geschlechterrolle zu befassen und für sich persönlich Alternativen zu typischen „Mädchenberufen“ oder „Männerberufen“ zu finden. Schließlich hat jeder Mensch, unabhängig von seiner Genderzugehörigkeit, das Recht, die bestmögliche Berufswahl für sich zu treffen. Wir als BWK unterstützen sie dabei.

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