03.06.2009 - 08:24 - Freizeit, Buntes, Vermischtes
Nie wieder Götzendienst - Kuriose Selbstbefreiungsauktion auf eBay thematisiert unsere religiöse Verfasstheit
Pressemitteilung von: großes M Verlag
Für die einen eine harmlose Spardose im Look des Maskottchens der WM 1978 - für Mächtild ein der „Götze der Verarmungsangst“
Mit diesen Worten beginnen die Artikelbeschreibungen einer Versteigerung, die momentan unter der flehenden Überschrift „Bitte befreien Sie mich vom Götzendienst!“ auf eBay stattfindet. Es handelt sich demnach um keine gewöhnliche Versteigerung von Dachbodenfunden oder Fehlkäufen. Vielmehr kann der Bietende an der Selbstbefreiungsauktion einer Person teilnehmen, die unter dem Pseudonym Mächtild 1 auftritt.
Selbstbefreiungsauktionen hat es im World Wide Web immer wieder gegeben. Die bisher wohl bekannteste fand unter dem Titel „All My Life for Sale“ im Jahr 2000 statt. Damals wollte der Amerikaner John D. Freyer sein bisheriges Leben hinter sich lassen und bot kurzerhand seinen ganzen Besitz in Einzelstücken via Internet zum Kauf an. In Vor-Internet-Zeiten wäre er seinen Hausstand vielleicht im Pfandhaus oder auf dem Flohmarkt ebenso gut losgeworden. Allerdings hätte er dann auf die mitfühlende Unterstützung der Befreiungs-Community verzichten müssen, die sich im weltweiten Netz rund um die Aktion gebildet hatte.
Auf eine solche Befreiungsgemeinschaft hofft auch Mächtild 1. Belohnt werden die Bietenden jedoch nicht allein mit dem guten Gefühl, an der Befreiung von den Götzen mitgewirkt zu haben. Auch Erkenntnisgewinn ist mit im Auktionsangebot enthalten. Was auf den ersten Blick wie eine kuriose Harmlosigkeit aussieht, trägt bei näherem Hinsehen eine fundamentale Botschaft hinsichtlich der religiösen Verfasstheit unserer Gesellschaft in sich.
In einer Epoche, in der sonntäglicher Kirchgang, Tischgebete und Bibellektüre aus unseren Leben entschwinden, entsteht im Dasein des Einzelnen ein religiöses Vakuum. Die Religiöse Musikalität des einzelnen sucht sich neue Instrumente. Dieses Phänomen ist bekannt und wird in der Regel herangezogen, um das Aufkommen von Sekten und religiösen Modewellen zu erklären – von Scientology bis zu Kabbalakursen. Vergessen wird dabei oft, dass bereits unser Alltag von Aberglauben durchzogen ist und nicht selten von ihm mitbestimmt wird.
Mit der größten Selbstverständlichkeit erschleichen sich kleine Götzen unsere religiösen Gefühle. Als Glücksbringer, Fetische oder Materialisierungen von Tabus manipulieren sie unser Denken, Fühlen und Handeln. Dabei sehen wir uns eigentlich ganz alltäglichen Gegenständen gegenüber. Bei Mächtild 1 sind es Dinge wie eine Spardose in Form des Maskottchens der Weltmeisterschaft von 1978, ein Kartenspiel oder ein Spazierstock. Aber für Mächtild 1 handelt es sich hier nicht mehr um alltägliche Dinge, sondern um den „Götzen der Verarmungsangst“, den „Götzen der ewigen Neuheit“ und den „Götzen des ohnmächtigen Vaters“. Wie genau sich diese Götzen ihre Macht erschlichen haben, erklärt Mächtild 1 auf ebenso unterhaltsame wie hintergründige Weise in den Artikelbeschreibungen der Selbstbefreiungsauktion.
Das Pseudonym wurde durch MÄCHTE bereitgestellt – Autorenmagazin für Medien, Kunst, Pop. MÄCHTE unterstützen die Auktion nicht nur organisatorisch: In einem ausführlichen Interview erläutert Mächtild 1 den Befreiungscharakter der öffentlichen anonymen Versteigerung. Das gesamte Interview ist in MÄCHTE Nummer 2 erschienen. Auszüge daraus finden sich auf www.maechte.com.
Im Interview wird deutlich, dass Mächtild 1 nicht allein auf die Hilfe der Befreiungs-Community, sondern auch auf die Macht des Marktes vertraut. Denn, so Mächtild 1: „Der Verkauf eines Götzens ist der beste Weg ihn zu neutralisieren.“
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Pressekontakt:
MÄCHTE – Autorenmagazin für Medien, Kunst, Pop.
c/o großes M Verlag
Lister Meile 38
D-30161 Hannover
Dr. Stephan May (Herausgeber)
0511 3 651 681
www.maechte.com
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