(openPR) Ärzte empfehlen Diabetikern sich viel zu bewegen, um ihre Blutzuckerwerte zu verbessern. Die Aktivität der Muskeln steigert den Zuckerverbrauch und die Insulinwirkung. Doch oft können die Betroffenen auf Grund ihres schlechten Gesundheitszustands nicht körperlich aktiv sein. Prof. Dr. Stephan Martin, Ärztlicher Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums in Düsseldorf, suchte daher nach einer Therapiemöglichkeit, welche die Muskeln der Diabetiker stimuliert. Die so genannte Hochtontherapie, eine spezielle Form der Elektrotherapie, verbessert die Aufnahme des Insulins im Körper und führt bei regelmäßiger Anwendung bei den Patienten auch zu einer Gewichtsabnahme.
Wie sind Sie auf die Hochtontherapie aufmerksam geworden?
Dr. Martin: „Wir wissen, das Typ-2 Diabetiker durch Bewegung ihre Blutzuckerwerte verbessern können. Je mehr sich der Patient bewegt, desto mehr Energie verbrauchen die Muskeln und Zucker wird abgebaut. Aus dem
Praxisalltag sehen wir aber, dass es oft schwierig ist, die Patienten zu mehr Bewegung zu motivieren. Außerdem kämpfen sehr viele Diabetiker mit Fußproblemen und leiden am diabetischen Fußsyndrom. Das bedeutet, sie dürfen eigentlich gar keine Bewegung machen, weil sie Verletzungen und offene Wunden an den Füßen haben. Deshalb suchte ich nach einer Möglichkeit, die Muskeln der Betroffenen auch im Ruhezustand zu aktivieren, und bin dabei auf das Hochtontherapiegerät der Firma gbo Medizintechnik AG gestoßen.“
Pressebüro: Was bewirkt die Hochtontherapie bei Diabetikern?
Dr. Martin: „Die Hochtontherapie ist eine spezielle Form der Elektrotherapie, bei der die Muskeln mehrere Zentimeter tief stimuliert werden. Nach der Hochtontherapie fühlen sich die Patienten als ob sie längere Strecken gelaufen wären. Durch diese Muskelaktivierung steigert sich die Insulinempfindlichkeit, das heißt, das Insulin wird besser aufgenommen. Gleichzeitig wird auch der Stoffwechsel angeregt und die Patienten verlieren durch die Behandlung an Gewicht. Der Gewichtsverlust ist ein positiver Nebeneffekt, denn Diabetiker tun sich generell schwer beim Abnehmen, weil das Insulin die Fettverbrennung blockiert.“
Was ist der Unterschied zwischen der klassischen Elektrotherapie und der Hochtontherapie?
Dr. Martin: „Bei der klassischen Elektrotherapie bleibt die Frequenz des Stroms gleich während die Stromintensität variiert. Die Muskeln werden nur oberflächlich stimuliert, was ein schmerzhaftes Zucken der Muskeln auslöst. Die Hochtontherapie moduliert die Stromintensität und die Frequenz gleichzeitig und kann daher höhere Frequenzen verwenden. Dadurch werden die Kontraktionen tiefer und die Behandlung verläuft schmerzfrei. Die Anwendung der Hochtontherapie kann bis zu 60 Minuten dauern. Idealerweise werden die Patienten dreimal wöchentlich für mindestens 30 Minuten behandelt. Mit speziellen Geräten kann die Therapie aber auch zu Hause durchgeführt werden.“
Viele Diabetiker leiden an der so genannten Polyneuropathie, einer Schädigung der Nerven. Hilft die Therapie den Diabetikern auch bei dieser Erkrankung?
Dr. Martin: „Die Polyneuropathie betrifft fast 30 Prozent der Diabetiker und löst Schmerzen, Brennen, Kribbeln und Taubheitsgefühle an den Beinen aus. Oft wird die Erkrankung der Nerven erst sehr spät diagnostiziert, und die verschriebenen Schmerzmittel verursachen bei den Patienten starke Nebenwirkungen. Die Hochtontherapie ist eine sehr gute Möglichkeit, die Schmerzen ohne starke Medikamente zu lindern. Bei Studien haben wir gesehen, dass die Therapie bei 80 Prozent der Betroffenen die Beschwerden deutlich verbessert. Außerdem regt die Therapie die Durchblutung an, was bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom zu einer besseren Wundheilung führt.“
Für die Diabetiker gibt es eigene Fußambulanzen. Warum ist die Pflege der Füße bei Diabetikern so wichtig?
Dr. Martin: „Bemerken Diabetiker auf Grund ihrer Gefühllosigkeit in den Beinen Verletzungen wie Blasen oder kleine Risse an den Füßen nicht, können sich diese schnell entzünden und bei Nichtbehandlung sogar zur Amputation führen. In der Fußambulanz werden die Wunden fachgerecht versorgt. Wenn nötig werden die Patienten auch stationär aufgenommen. Diabetiker sollten ihre Füße regelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen, um Infektionen zu vermeiden.“
Wird die Hochtontherapie von den Krankenkassen übernommen?
Dr. Martin:„Bislang übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Therapie noch nicht. Aber sehr viele private Krankenversicherungen erkennen diese Therapieform bereits an, weil die Hochtontherapie die Einnahme von teuren Schmerzmitteln reduziert.“
Betroffene Diabetiker können sich im Internet unter
www.schmerz-med.de und unter der Telefonnummer 06253 / 808 155 informieren.






