(openPR) Tumorpatienten leiden oft auch nach erfolgreicher Behandlung langfristig unter einer chronischen Erschöpfung (Fatigue-Syndrom). Dennoch kann eine berufliche Reintegration häufig sinnvoll sein und der Krankheitsverarbeitung dienen. Zu diesem Befund kommen Prof. Dr. J. Weis, Dr. J.U. Rüffer und Dr. M.E. Heim in einer Studie.
Behandlungsmöglichkeiten der chronischen Fatigue werden auf drei Ebenen gesehen:
- Therapie der zugrundeliegenden Störung (Anämie, Depression, endokrinologische Unterfunktion, metabolische Entgleisung usw.)
- Psychosomatische Behandlung mit Stimulantien
- Supportive Therapie, Psychoedukation und Beratung, gruppentherapeutische Intervention, körperliches Training, alltagsnahe Verhaltensempfehlungen zur Aktivierung, neuropsychologisches Training
Die Autoren sehen als wesentliche Ergebnisse:
"Eine berufliche Reintegration führt zur (teilweisen oder vollständigen) Wiedererlangung der Rollenfunktion und kann dadurch zu einer Verbesserung der psychischen Befindlichkeit und Steigerung der Lebensqualität beitragen.
In diesem Zusammenhang kann eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit die Krankheitsverarbeitung verbessern, zur Akzeptanz von Leistungseinschränkungen beitragen, das Selbstwertgefühl weiter stärken, aktive Verarbeitungsstrategien in anderen Bereichen unterstützen und sozialen Austausch leichter ermöglichen.
Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass viele, gerade jüngere Patienten auch während der laufenden adjuvanten Therapie versuchen, ihrer Berufstätigkeit (zumindest teilzeit) nachzugehen oder nach Ende der Therapie möglichst bald wieder in den Beruf einzusteigen."
J. Weis, J.U. Rüffer, M.E. Heim:
Tumorbedingte Fatigue und ihre Auswirkungen auf die beruflich-soziale Reintegration
in: Müller-Fahrnow, Hansmeier, Karoff (Hrsg.):
Wissenschaftliche Grundlagen der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation
Pabst, Lengerich/Berlin, 620 Seiten, ISBN 978-3-89967-265-7










