(openPR) Der international für Aufsehen erregende Betrugsfall um das Schneeballsystem des US-Unternehmers Bernard L. Madoff zieht immer weitere Kreise. Nun hat ein Anleger aus den USA das Genfer Finanzinstitut Union Bancaire Privée (UBP) verklagt. Er wirft der Bank vor, im Zusammenhang mit Anlagebeteiligungen an Produkten von Madoff ihre Sorgfaltspflicht verletzt zu haben und selbst bankinterne Warnungen nicht berücksichtigt zu haben. Noch vor wenigen Monaten hatte die Bank ihren Kunden ein Vergleichsangebot unterbreitet. Sie wollte ihnen die betroffenen Fonds abkaufen, die mit den betrügerischen Machenschaften von Madoff in Verbindung stehen, und dafür 50 Prozent der investierten Summe zurückzahlen. Dieses Angebot, das in der Branche als Schuldeingeständnis bewertet wurde, hat offenbar nicht alle Kunden überzeugt. Sollte die Klage Erfolg haben, muss die Bank Schadensersatz leisten und die erhaltenen Gebühren zurückzahlen. Die UBP ist eine auf die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Investoren spezialisierte Schweizer Privatbank mit Sitz in Genf. Sie gilt als eine der weltweit führenden Spezialisten im Bereich der Hedge-Fonds. Die verwalteten Vermögen beliefen sich Ende 2007 auf schätzungsweise 136 Milliarden Schweizer Franken. Das Unternehmen beschäftigt rund 1300 Mitarbeiter und ist neben dem Hauptsitz in Genf an weiteren 21 Vertretungen in 19 Ländern auf vier Kontinenten tätig. Der hohe Schaden durch die Anlagen bei Madoff könnte sich durch personelle Verstrickungen und Interessenkonflikte erklären. Die UBP soll etwa 1 Milliarde Franken an Kundengeldern in den betrügerischen Fonds investiert haben. Dabei soll sie auch mit der Fairfield Greenwich Group in Kontakt getreten sein. Dieses US-Finanzhaus hat allein 7,5 Milliarden Dollar durch den Madoff-Betrugsfall verloren. Nun wird vermutet, dass auf diesem Weg auch die Kundengelder aus dem Haus UBP zum überwiegenden Teil in die Madoff-Produkte geflossen sind. Enge familiäre Beziehungen zwischen Fairfield Greenwich und der UBP legen dies nahe. Andrés Piedrahita ist der Schwiegersohn von Fairfield-Greenwich-Gründer Walter Noel und gleichzeitig auch ein sehr guter Freund von Michael de Picciotto, der wiederum Neffe von UBP-Gründer Edgar de Picciotto und Kadermann bei der UBP ist. Ein weiterer Schwiegersohn von Walter Noel ist der Schweizer Philip Toub, der ebenfalls enge Kontakte zur UBP unterhalten soll. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Beziehungsgeflecht auch der Banker Paul L. Saurel, der sowohl bei der UBP als auch bei der Banco Santander (Suisse) im Verwaltungsrat sitzt. Daher überrascht es nicht, dass der Schweizer Ableger des spanischen Santander-Finanzkonzerns mit über 3 Milliarden Franken im Madoff-Skandal involviert sein soll. Die personellen Verflechtungen sind insofern problematisch, weil über sie nicht nur beträchtliche Kundengelder, sondern auch enorme Kommissionen an die Beteiligten flossen. Ein Interessenkonflikt kann daher nicht ausgeschlossen werden.
Betroffen sind Anleger verschiedener Investmentfonds, die von der UBP angeboten oder verwaltet wurden, darunter die Fonds der Union Bancaire Privée Asset Management LLC: Selectinvest ARV LP, Selectinvest ARV II, Selectinvest ABF Ltd. und UBP Multi-Strategy Alpha Fund, sowie die Fonds der Swiss Bank Union Bancaire Privée: DINVEST – Total Return , DINVEST – Concentrated Opportunities, DINVEST – Select I, DINVEST – Select II, DINVEST – Select III, DINVEST – Concentrated Opportunities III Equity und TrendSquare I. Betroffene Anleger – unabhängig davon ob sie US-amerikanische Staatsbürger sind – haben verschiedene rechtliche Möglichkeiten in den USA und gegebenenfalls in dem Land, in dem die Beteiligungen verkauft wurden. Wir stehen mit den auf amerikanisches Aktien- und Kapitalanlagenrecht spezialisierten Kanzleien in den USA in direktem Kontakt und stehen Ihnen hier in Deutschland als Ansprechpartner zur Verfügung. Damit ist eine sachgerechte Vertretung der Anlegerinteressen in Deutschland und den USA gewährleistet.






















